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Bistum Trier
Sonntag, 25. Dezember 2022

Die Augen öffnen für die verborgenen Seiten der Wirklichkeit

Bischof Ackermann: Weihnachtstexte lenken Blick auf Gottes geheimnisvolle Werke

Trier – Wenn es um die Wirklichkeit des Glaubens geht, greift die Beschreibung äußerer Fakten zu kurz und stößt „zum eigentlichen Geheimnis nicht vor: Deshalb brauchen wir Texte, die die Augen öffnen für die tiefer liegenden Schichten der Wirklichkeit; Texte, die ‚den Mund zu voll nehmen‘. Deshalb brauchen wir Prophetie und Poesie, brauchen den Überschwang der Musik, brauchen Symbolik und gottesdienstliche Feier“. Diese Botschaft hat Bischof Dr. Stephan Ackermann den Gläubigen im Hochamt am 1. Weihnachtstag (25. Dezember) im Trierer Dom mit auf den Weg gegeben. „Wenn wir offen sind für diese Dinge, dann öffnen sie uns die Augen für die verborgenen Seiten der Wirklichkeit – nicht nur in den Ereignissen, die uns die Bibel bezeugt, sondern auch in unserem eigenen Leben.“

Ackermann bezog sich in seiner Predigt auf die Lesung aus dem Buch Jesaja (52, 7-10), die meist im Schatten des „gewaltigen Johannesprologs“ stehe. Sie stimme ihn mehr als früher nachdenklich im Zusammenhang mit den Nachrichten und Bildern, die seit Monaten täglich aus der Ukraine kämen. Jesaja rufe: „Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Heil verheißt“. Eine solche Nachricht würde man ersehnen, sagte der Bischof: dass es endlich ein Einsehen des russischen Aggressors gäbe und Friedensverhandlungen beginnen könnten. Oder wenn es heiße: „Brecht in Jubel aus, jauchzt zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr hat sein Volk getröstet, er hat Jerusalem erlöst.“ Wie sehr würde man sich wünschen, dass die Trümmerstädte von Mariupol, von Cherson, von Odessa jauchzen könnten. „Aber dieser Wunsch bleibt Zukunftsvision, auf deren Verwirklichung wir für das Jahr 2023 hoffen.“

Doch bei Jesaja spiegele die Schilderung nur bedingt die Realität wider: Zwar kehren die Deportierten aus dem babylonischen Exil heim nach Jerusalem, der Tempel wird wieder aufgebaut. Aber tatsächlich sei die Rückkehr historisch gesehen eher glanzlos gewesen, der Wiederaufbau habe sich hingezogen, Schwierigkeiten und Widrigkeiten seien zu überwinden gewesen. „Jesaja bringt mit seinen prophetischen und poetischen Wünschen die leuchtende Innenseite dessen zum Ausdruck, was sich äußerlich viel bescheidener und nüchterner abgespielt hat“, deutete der Bischof die Lesung. Gott habe seine Macht gezeigt, jedoch anders als beim ersten Hören erwartet werde.

Die biblischen Weihnachtstexte begnügten sich nicht damit, die rein äußeren Geschehnisse zu beschreiben, die ärmlich und unspektakulär seien. „Für das, was Maria und Josef äußerlich gesehen durchmachen, finden sich bis heute ungezählte ähnliche Beispiele. Da ist nicht so viel Besonderes.“ Umso wichtiger sei es, dass die biblischen Texte nicht an der Oberfläche der Ereignisse blieben, sondern ihren inneren Gehalt in Worte fassen: „Die biblischen Erzählungen lenken unseren Blick auf die geheimnisvollen Tiefenschichten, in denen Gott am Werk ist.“

Die Predigt im Wortlaut finden Sie hier.

(JR)

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