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Bistum Trier
Donnerstag, 14. März 2019

Die Zukunft mitgestalten

Bistumsleitung informiert über Gremien in neuer Pfarrei der Zukunft Trier

Trier – Die Kirche im Bistum Trier stellt sich neu auf: Zum 1. Januar 2020 werden 15 von insgesamt 35 Pfarreien der Zukunft (PdZ) an den Start gehen. In den neu gegründeten Räumen wird es auch eine veränderte Gremienstruktur geben. Darüber haben Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, Judith Rupp, Direktorin des Bereichs Kommunikation und Medien sowie Gundo Lames, Direktor für den Bereich Ziele und Entwicklung in Trier informiert. Die Informationsveranstaltung in der Europahalle am 12. März richtete sich an Vertreterinnen und Vertreter der jetzigen Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte in der künftigen PdZ Trier. Diese wird das Gebiet des Dekanats Trier sowie Teile des Dekanats Schweich-Welschbillig und Hermeskeil-Waldrach umfassen. Die PdZ Trier wird allerdings nicht unter den 15 Pfarreien sein, die schon 2020 errichtet werden.

„Die Kirche im Bistum Trier gehört zu meinem Leben“: Diesen Satz könnten wohl viele der Anwesenden unterschreiben, sagte Judith Rupp in ihrem Impuls zu Beginn der Veranstaltung. Jeder habe dabei seine eigene Geschichte und dabei gute und vielleicht auch schmerzvolle Momente erlebt. Allen Anwesenden aber sei gemein, dass sie sich einbringen und sich um die Kirche sorgen – und dafür gelte der große Dank der gesamten Bistumsleitung und des Bischofs. Die Synode habe der Trierer Bischof einberufen, um sich im Hinblick auf die veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Umstände beraten zu lassen. Ihr sei es um die Kernfrage gegangen, wie man die Botschaft des Evangeliums auch in der sich rasant verändernden heutigen Zeit weitertragen könne. Rupp stellte fest: „Wir brauchen eine Kirche, in der Macht und Verantwortung geteilt wird, kollegial miteinander gearbeitet wird, auf Augenhöhe, Frauen und Männer, Laien und Kleriker, eine Kirche, die nicht eingreift und bestimmt, sondern Freiraum gibt und Platz macht; eine Kirche, die nicht nur den ‚heiligen Rest‘ bedient, sondern anziehend wirkt auf ganz viele.“ Dazu werde im Bistum ein "durchaus auch mühsamer" Umbau begonnen, bei dem man die Schritte gemeinsam gehen wolle. Der erste Schritt dabei sei ein struktureller und organisatorischer: die Errichtung der Pfarreien der Zukunft, da es einen Rahmen für die Seelsorge brauche.

Die neuen Gremien

Diesen Schritt erläuterte dann Generalvikar von Plettenberg, der den Haupt- und Ehrenamtlichen die neuen Gremien vorstellte. An der Spitze der Pfarreien der Zukunft wird es ein Leitungsteam geben, das aus drei Haupt- und bis zu zwei Ehrenamtlichen bestehen wird. Neu ist der Rat der Pfarrei, bestehend aus 22 Mitgliedern. Er verbindet die Themen von Pastoral und Verwaltung (Jahresabschluss, Haushaltsplan) in einem Gremium. Er wird das Leitungsteam beraten. Innerhalb des Rates wird es verpflichtend einen Verwaltungsausschuss geben.

Neu eingerichtet wird die Synodalversammlung, zu der ein- bis zweimal im Jahr Delegierte aus den Orten von Kirche in der Pfarrei der Zukunft zusammenkommen. „Wir wollen die Pfarreien der Zukunft von unten her aufbauen“, sagte von Plettenberg. Orte von Kirche müssten keine feste Form oder Struktur haben, sondern seien überall dort zu finden, wo „zwei oder drei in Christi Namen versammelt sind“. Das sei nicht neu – auch jetzt gebe es schon viele solcher Orte: Frauengruppen, Chöre, Gebetskreise, aber auch Kitas oder die Caritas. Diese Orte können sich als solche bestätigen lassen und sind dann berechtigt, einen Delegierten in die Synodalversammlung zu entsenden.                                                                            

Da es bislang noch keine Synodalversammlung gibt, wird der erste Rat der Pfarrei bereits im Herbst 2019 durch eine Wahlversammlung der Gremien der jetzigen Pfarreien und Kirchengemeinden gewählt, damit die Pfarrei der Zukunft zum 1. Januar mit einer gewählten Repräsentanz gestartet werden kann.

Die nun startende Phase der Anhörung der Gremien zu dem Errichtungsgesetz der Pfarreien der Zukunft sei kein „pro forma Akt“, sondern dem Bischof sehr wichtig, betonte von Plettenberg. Anfang April werde der Entwurf an alle zu hörenden Gremien und Einzelpersonen geschickt, bis zum 31. Mai seien Rückmeldungen möglich. Die Auswertung erfolge durch ein unabhängiges Institut.

Bedenken, Wünsche und Sorgen

Bei der anschließenden Fragerunde konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer ihre Bedenken, Wünsche und Sorgen äußern. Welche Voraussetzungen muss jemand mitbringen, der im Leitungsteam mitarbeitet? Wie ist dabei das Verhältnis zwischen den beiden Ehrenamtlichen und den drei Hauptamtlichen? Andere wollten wissen, ob es nicht einen Schwund an Demokratie gebe, wenn plötzlich 88.000 Katholiken in der neuen PdZ Trier in Direktwahl nur zehn Leute in den Rat der Pfarrei wählen dürfen. „Auch jetzt beobachten wir leider schon, dass viele von diesem demokratischen Grundrecht kaum Gebrauch machen und dass wir auch immer weniger Kandidaten für die Räte finden“, betonte Rupp. Auf positive Resonanz stieß bei einigen, dass künftig dem Pfarrer als Vorsitzendem des Rates der Pfarrei ein Moderator an die Seite gestellt sein wird und so Machtverhältnisse ausgewogener seien. Räte aus Welschbillig trieb die Sorge um, wie künftig der Pfarrbrief einer solch großen Pfarrei aussehen könnte. Ein anderer Teilnehmer zweifelte an, dass es in den neuen großen Pfarreien zu einer richtigen Gemeindebildung komme und sich genug Leute finden, die das „große Ganze“ gut im Blick hätten. „Wir müssen natürlich auf Leute gezielt zugehen, dafür werben und diesen Weg der Gemeindebildung auch gemeinsam gehen. Sicher kann es auch Rückschläge geben, aber das ist ein Lernprozess auch für uns“, antwortete Gundo Lames. Bei diesem Prozess sei das Bistum auf die Mithilfe engagierter Menschen angewiesen, so Plettenberg. „ich hoffe, dass viele von Ihnen uns auch gerade in dieser Übergangszeit unterstützen und sie mitgestalten.“

Weitere Informationen gibt es unter: www.bistum-trier.de/heraus-gerufen/generalvikar-zu-den-info-veranstaltungen/
(sb)

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