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Bistum Trier
Freitag, 4. Oktober 2019

„Ein bunter Strauß von Glaubensaussagen“

Mit dem Themenschlüssel Gotteslob den Glauben im Alltag gestalten

Trier – Jeder Gottesdienstbesucher kennt es: das „Gotteslob“. Das graue Büchlein enthält liturgische Gebete und Gesänge, die innerhalb von Jahrtausenden entstanden sind – von der Antike bis zur Gegenwart. Aus dieser Vielfalt wird geschöpft, wenn es darum geht, die Gottesdienste in deutschsprachigen Bistümern zu gestalten. Der kürzlich neu aufgelegte „Themenschlüssel Gotteslob“ verknüpft systematisch Themen und Stichworte, die im Gotteslob vorkommen, und wird so zum praktischen Helfer bei der Vorbereitung von unterschiedlichen Gottesdienstformen. Doch er ist nicht nur für Geweihte interessant, sondern auch für Laien.

Eine Glaubensgeschichte zum Singen

„Man verkürzt das Gotteslob, wenn man sagt, es sei nur dafür da, Eucharistiefeiern zu gestalten. Der Themenschlüssel zum Gotteslob ist für alle gedacht, die Gottesdienste vorbereiten, also auch Wort-Gottes-Feiern oder Andachten“, erklärt Pfarrer Carsten Rupp vom Arbeitsbereich Liturgie und Kirchenmusik im Bischöflichen Generalvikariat. „Er ist nützlich für alle Formen, in denen man dem Glauben begegnen und näherkommen kann, so zum Beispiel auch für Familienfeiern oder offenes Singen“, ergänzt Matthias Balzer, Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule Trier. „Die Lieder im Gotteslob sind ein großer, bunter Strauß von Glaubensaussagen, die Menschen zu ganz unterschiedlichen Zeiten getroffen haben“, sagt er; der Glaube sei zu jeder Zeit anders ausgedrückt worden. Damit sei das Gotteslob „eine Glaubensgeschichte, die man im Singen nachvollziehen kann“ – vom Psalm bis zum Taizégesang. „Wenn ich diese Glaubensaussagen erschließen will, ist der Themenschlüssel ein guter Zugang“, so Balzer. Im Klartext bedeute dies, er leiste weit mehr als „STRG+F“ (Suchfunktion für einzelne Wörter in Textdokumenten). „Denn dort werden theologische Themenfelder aufgeführt, die miteinander in Verbindung stehen, nicht nur einzelne Schlagworte.“

Die Tradition der katholischen Liturgie hat eine bewegte Geschichte: Bereits vor Jahrhunderten gab es Bestrebungen, den „Dialog zwischen Gott und den Menschen“ flächendeckend zu vereinheitlichen. Dies geschah auch, und zwar im Zuge der tridentischen Liturgiereform unter Papst Pius V. in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Doch noch über zwei Jahrhunderte später war dieser Vereinheitlichungsprozess nicht abgeschlossen. Bistumseigene Rituale und regionales „Sondergut“ hielten sich hartnäckig in den Gottesdiensten der ältesten deutschen Diözese. „Die traditionsreichen Ortskirchen von Köln und Trier sowie das Bistum Münster widerstanden der Sogwirkung der tridentinischen Einheitsliturgie erstaunlich lange“, schreibt Andreas Heinz, Professor für Liturgiewissenschaft, in seiner Betrachtung über Liturgiebücher im deutschen Sprachgebiet. Zu dieser Zeit lag die Liturgie noch vorwiegend in der Verantwortung der Priesterschaft.

Laien beteiligen sich

Die Konzilsväter des Zweiten Vatikanischen Konzils, die in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zusammenkamen, begriffen die Liturgie als "Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich [als] die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt". Sie waren es, die beschlossen, die Laien dabei stärker einzubinden und ihnen mehr Verantwortung zu übertragen. Gleichsam sollte die Kirchenmusik so gestaltet sein, dass sich die ganze Gemeinde an ihr beteiligen kann. Pfarrer Rupp erklärt, warum: „Ein Lied verkündet den Glauben oftmals tiefergehend als das gesprochene Wort.“ Jedes Lied des Gotteslobs sei ein kleines, poetisches Kunstwerk und verschaffe dem Menschen somit einen Zugang, der über das Rationale hinausgeht, ergänzt Balzer. „Das Gotteslob ist ein solch großer Schatz. Und es eröffnet so viele Möglichkeiten, wenn man es bewusst einsetzt. Und dabei ist der Themenschlüssel eine große Hilfe.“

Der Themenschlüssel Gotteslob wird herausgegeben vom Deutschen Liturgischen Institut Trier, dem Amt für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem Bistum Trier. Weitere Informationen gibt es beim Deutschen Liturgischen Institut Trier auf www.liturgie.de und bei der Abteilung Kirchenmusik im Bischöflichen Generalvikariat Trier auf www.bistum-trier.de/kirchenmusik

(ih)

 

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