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Bistum Trier
Mittwoch, 17. August 2022

Ein Ort der Erinnerung und Mahnung

Welschnonnenkirche feierte Wiedereröffnung

Trier – Hochbögen, getaucht in zartes rosa, ein modern ausgeleuchteter Altarraum und frisch gestrichene Innenwände – nach zehn Jahren umfassender Sanierung erstrahlt die Trierer Welschnonnenkirche in neuem Glanz. Bei einem feierlichen Pontifikalamt mit Weihbischof Jörg Michael Peters wurde sie am 15. August wieder eröffnet.

In den vergangenen Jahrzehnten sind einige Reparatur- und Restaurierungsmaßnahmen im Innenraum der Welschnonnenkirche notwendig geworden. Um diese vornehmen zu können, war die Marianische Bürgersodalität Trier von 1610 (MBS) als Eigentümerin auf Fördermittel und Spendengelder angewiesen. Insgesamt 750.000 Euro kamen zusammen: „Was in der Welschnonnenkirche in den letzten Jahren geschehen ist, ist ein großes Wunder, für das wir heute Danke sagen wollen“, richtete Anton Viktor Wyrobisch sein Wort an die Gäste der Wiedereröffnungsfeier. Als Präfekt der MBS war er maßgeblich an dem Projekt beteiligt. „Nach zehn Jahren des Bauens, des Sorgens, des Spenden- und Fördermittelsammelns hat sich diese schöne Kirche heute zu diesem feierlichen Pontifikalamt geöffnet.“ Auch Architekt Marcell Hürtgen blickte auf herausfordernde Zeiten zurück und richtete sein Dank an die Unterstützer des Projekts: „Sie und viele andere haben sich für dieses Bauvorhaben begeistern lassen und uns in vielfältiger Weise bei der Sanierung geholfen. Es ist ihr Werk. Die Kirche gehört dem Volk Gottes.“

Gotteshaus mit Frauengeschichte

1640 gründeten Augustiner Chorfrauen der Congrégation Notre-Dame aus dem Kloster des Ordens in Luxemburg einen Konvent und eine schulgeldfreie Schule für Mädchen aller Volksschichten in Trier. Gründer des Ordens waren die Selige Alix Le Clerc und der Heilige Pierre Fourier aus Lothringen. Wegen ihrer Herkunft nannte man die Augustiner Schulschwestern in Trier „Welschnonnen“, also „Französische Nonnen“. Den Grundstein für den Bau ihrer Klosterkirche legten die Chorfrauen am 4. August 1714. Gut drei Jahre später nahm der Trierer Weihbischof Johann Matthias von Eyß die Weihe der Kirche vor.

Zukünftig sollen in der Welschnonnenkirche neben Gottesdiensten auch regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte und Vorträge stattfinden. „Darüber hinaus laden wir junge Brautleute ein, sich in dieser Kirche ihr Jawort zu geben und ihre Kinder taufen zu lassen. Wir sind dabei, neue Andachtsformen und neue Gottesdienstkonzepte zu entwickeln“, so Wyrobisch.

Bei allen Neuerungen und Modernisierungen, dürfe aber nicht in Vergessenheit geraten, welchen Zweck das Gebäude einst erfüllte, welche Geschichte sich hinter den Mauern des Hauses zugetragen hat: „Wir brauchen Orte, um uns zu erinnern. Und dies ist ein Ort, der erinnert, dass Frauen Frauen ausgebildet haben – was für ein aktuelles Thema“, sagte Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe. „Schauen wir nach Afghanistan: Junge Mädchen dürfen nicht mehr zur Schule gehen. Wir dachten, wir wären weit weg von diesem Thema. So ist diese Kirche Erinnerung und Mahnung zugleich.“

(ia)

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