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Bistum Trier
Mittwoch, 28. August 2019

Ein Platz für Frauen und manchmal auch für Männer

Eröffnung des Koblenzer Projekts am 31. August

Koblenz – In einem kleinen Gässchen in der Koblenzer Altstadt weht ein Banner mit der Aufschrift „Frauenzimmer“. Steckt hier ein Modegeschäft, Schmuckladen oder Café dahinter? Vielleicht von allem ein bisschen. Seit fast einem Jahr bietet der Raum in der Florinspfaffengasse 2 unterschiedlichen Gruppen eine Heimat. Einen Überblick hat Pastoralreferentin Jutta Lehnert. „Solch ein Raum ist in Koblenz sehr notwendig“, sagt sie. Es sei ein Platz, an dem sich Frauen unkommerziell treffen können.

Von Anfang an versammeln sich hier Frauen, die zusammen nähen. Daher stehen neben Schüsselchen voller Plätzchen viele Nähmaschinen auf den Tischen, aber noch mehr Stoffe, Knöpfe und Garne stapeln sich in den überquellenden Regalen. Das Projekt nennt sich „Die Welt zusammennähen“, da Frauen unterschiedlichster Nationen an Röcken, Babystramplern oder Taschen arbeiten. „Das Wichtige ist das Internationale und das gegenseitige Kennenlernen“. Geredet wird beim kreativen Miteinander ganz nebenbei über Partnerschaft, Kindererziehung, wie man in Deutschland lebt. Gezielte Diskussionen finden bei der regelmäßigen feministischen Bibel-Lektüre oder den Leseabenden statt.

Der Caritasverband nutzt den Raum wie auch der SkF (Sozialdienst katholischer Frauen). „Der Zugang über den Hof ist nicht so öffentlich, daher kommen Menschen gerne zu vertraulichen Gesprächen hierher“. Des Weiteren trifft sich die Organisation „Spinnen-Netz Koblenz“, die sich für frauenpolitische Themen in Koblenz stark macht und ein Stammtisch homosexueller Frauen hier, seit kurzem kommt eine Gruppe von Maria 2.0 zur Mahlfeier zusammen. „Wir erreichen Frauen, die sonst aus unseren Blick fallen“, erklärt Jutta Lehnert. „Jede Frau und jede Frauengruppe ist willkommen!“, betont sie.

Bis zu 80 Menschen kommen über die Woche verteilt ins „Frauenzimmer“ – darunter auch Männer. „Einige haben uns beim Aufbauen von Möbeln geholfen, sind Zuhörer bei der Bibellektüre oder nehmen an der Mahlfeier teil. Zur Eröffnung sind sie natürlich auch eingeladen“, erklärt die Pastoralreferentin. „Wir sind nicht männerfeindlich“. Doch es gebe einige Angebote, die nur für Frauen sind, wie beispielsweise das Nähen.

Bei so vielen Aktivitäten ist es nicht verwunderlich, dass das „Frauenzimmer“ jetzt erst seine Eröffnung feiert. „Wir haben noch keine Zeit gefunden“, sagt Jutta Lehnert lachend, ohne dabei von ihrer Nähmaschine aufzublicken; die Wimpel-Girlande aus Stoffresten muss bis zur Party fertig werden.

Die Miete finanziert das Dekanat Koblenz. Und was hat das Projekt darüber hinaus mit Kirche zu tun? Sie sehe es wie Paulus: „Kirche ist, wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft sich an einen Tisch setzen, um die Welt gerechter zu gestalten“. Diese Offenheit müsse die Kirche der Gesellschaft vorleben.

Was es noch braucht, wäre „vielleicht eine Ehrenamtliche, die eine Website aufbaut und pflegt oder Flyer gestaltet“. Dazu findet Jutta Lehnert einfach keine Zeit.

Am Samstag, 31. August, feiert das Frauenzimmer ab 15 Uhr seine Eröffnung.

Die Angebote im „Frauenzimmer“ sind grundsätzlich kostenlos.

Weitere Informationen gibt es bei Jutta Lehnert unter Tel.: 0261-20439009 oder per E-Mail an jutta.ksj(at)gmail.com.

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