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Bistum Trier
Freitag, 20. August 2021

Eine Perspektive für junge Menschen schaffen

Mit einem besonderen Angebot hilft die Caritas auf dem Weg ins Berufsleben

Betzdorf – Wenn der familiäre Rückhalt fehlt, ein geregelter Tagesablauf nicht richtig erlernt wurde, es in der Schule hapert oder es psychische Probleme gibt, ist der Weg ins Berufsleben für manche Jugendliche und junge Erwachsene ein sehr steiniger. Eben diese „Steine“ aus dem Weg zu räumen, eine Perspektive zu schaffen – das ist Aufgabe der „Perspektivenbüros“ des Caritasverbands Rhein-Wied-Sieg in Betzdorf und Altenkirchen. Ob Arbeitslosigkeit, Schulden, Wohnungslosigkeit oder Suchterkrankungen: Die Mitarbeitenden begleiten und unterstützen junge Menschen in schwierigsten Lebenssituationen. Gefördert wird das Perspektivenbüro nicht nur vom Jobcenter und dem Kreis Altenkirchen, sondern auch mit insgesamt 13.670 Euro von der Aktion Arbeit des Bistums Trier. „Die Arbeit des Perspektivenbüros passt genau zu unserem Schwerpunktthema mit dem Titel ‚TAFF – Talente flexibel fördern‘“, erklärt Andrea Steyven, Geschäftsführerin der Aktion Arbeit. Denn hier gehe es um Jugendliche, „die ohne persönliche Zuwendung und ohne zusätzliche niedrigschwellige Unterstützung den Weg ins Berufsleben nicht finden würden“. Genau die habe „TAFF“ im Blick.

Brückenfunktion

Im Fokus stehen junge Leute wie Luisa. Die 23-Jährige ist wegen familiärer und privater Probleme psychisch sehr belastet und wird 2018 vom Jobcenter ans Perspektivenbüro verwiesen. Dort wird ihr ganz konkret geholfen: Bei der Suche nach einer Wohnung, dem Antrag auf Erstausstattung, bei der Ummeldung ihres Autos. Die Fachkräfte begleiten Luisa zu Terminen bei der Institutsambulanz in Kirchen und helfen ihr bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zur Medizinischen Fachangestellten – Luisas Wunschberuf. Sie erhält Hilfe beim Verfassen ihrer Bewerbungen, erzählt von ihrer ersten Probearbeit und wird immer wieder ermutigt, ihren Weg zu gehen. Schließlich beginnt sie ein Jahrespraktikum, in dem sie sich Vorkenntnisse für die spätere Ausbildung aneignet. Luisa fühlt sich dort wohl, der Kontakt zum Perspektivenbüro verringert sich – genau so, wie es sein soll, versichert Irina Ulbricht, Verantwortliche im Perspektivenbüro Betzdorf. „Wir nehmen eine Brückenfunktion ein und knüpfen Netzwerke – zu Familien, zur Jugendhilfe, zu Arbeitgebern. Dabei spielen wir die Rolle von Lotsen, Mittlern, Schlichtern und vor allem von Zuhörern.“

Insgesamt 60 Betreuungsplätze für junge Leute unter 25 bietet das Büro, wobei die Teilnehmenden vom Jobcenter jeweils für fünf Monate mit der Option auf Verlängerung überwiesen werden. In den vergangenen beiden Jahren betreuten die drei Fachkräfte insgesamt 231 junge Klienten. Am Anfang steht die Aufarbeitung persönlicher Problemlagen, dann der Versuch der Integration in Arbeit oder Ausbildung. Die Fachkräfte versuchen, zeitnah und unbürokratisch zu helfen, berichtet auch Monika Lautwein vom Caritasverband Rhein-Wied-Sieg. Die Palette der Unterstützungsmaßnahmen reiche dabei von einem „Weckdienst“ am Morgen über Taxi- und Kurierfahrten, Begleitung zu Gerichten, Ämtern, Banken und Beratungsstellen. Darüber hinaus beraten Irina Ulbricht und ihre Teamkolleginnen auch bei Partnerschaftsfragen, intervenieren bei Konflikten, machen Hausbesuche und helfen bei der Sichtung und Ordnung von Unterlagen. Sabine Schneider arbeitet erst seit Kurzem beim Perspektivenbüro. Ihr erster Eindruck: Hier wird kein Druck ausgeübt, sondern die Jugendlichen werden mit ihren Stärken und Schwächen angenommen. Erfolg ist hier anders definiert und es ist unglaublich wertvoll, Verbesserungen bei unseren Klienten zu sehen.“  

Stärken und Ressourcen ausbauen

Vor allem die oft schon seit Jahren verfestigte Hoffnungslosigkeit der Teilnehmenden zu durchbrechen sei eines der Hauptziele des Perspektivenbüros. Ob es das Nachholen eines Schulabschlusses, Weiterbildungen oder die Vermittlung in eine therapeutische Maßnahme seien – all das verbessere die Chancen der jungen Leute auf Integration im Arbeitsmarkt und damit auf gesellschaftliche Teilhabe. „Das Team versucht, die Stärken und Ressourcen, die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mitbringen, auszubauen – immer individuell zugeschnitten und mit niedrigschwelligen Angeboten“, bestätigt auch Eberhard Köhler, Caritasdirektor im Caritasverband Rhein-Wied-Sieg. Und Andrea Steyven von der Aktion Arbeit unterstreicht bei der Förderungszusage: „Es ist gut, dass es solche Maßnahmen noch gibt und Jugendliche dadurch nicht verloren gehen. Und die beständige Auslastung der vorgehaltenen Plätze zeigt, wie nötig sie sind.“

Mehr Informationen gibt es bei Irina Ulbricht, E-Mail: irina.ulbricht(at)caritas-betzdorf.de oder bei Monika Lautwein, E-Mail: monika.lautwein(at)caritas-betzdorf.de oder unter Tel.: 02741-1823706.
(sb)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                        

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