Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Zur Reichweitenmessung der Seiten nutzen wir eine anonymisierte Statistik, die keine personenbezogenen Rückschlüsse auf Sie zulässt. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Datenschutzerklärung

Bistum Trier
Montag, 4. Juli 2022

Endgültige Entscheidung

Papst entlässt Ruhestandsgeistlichen aus dem Klerikerstand

Trier – Papst Franziskus hat einen Ruhestandsgeistlichen aus dem Bistum Trier aus dem Klerikerstand entlassen. Der Mann ist des sexuellen Missbrauchs an mehreren Minderjährigen schuldig. Nach staatlichem Recht konnte der Mann nicht verurteilt werden. Die Entscheidung des Papstes ist zum 11. April 2022 rechtskräftig geworden und endgültig.

Gegen den Priester waren zwei kirchenrechtliche Voruntersuchungen geführt worden. Die erste Voruntersuchung bezog sich auf Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in den 1980ern und Anfang der 1990er Jahre; zu dem Zeitpunkt war der Mann als Pfarrer tätig. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe untersucht und die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Die Voruntersuchung endete 2013 mit der Feststellung der Schuld und mündete, angeordnet von der römischen Glaubenskongregation, daher in ein außergerichtliches kirchliches Strafverfahren. Bevollmächtigt durch die Glaubenskongregation verfügte Bischof Dr. Stephan Ackermann zum Abschluss des Strafverfahrens 2015 die Entlassung aus dem Klerikerstand. Dagegen hat der Priester zweimal bei der Glaubenskongregation Berufung eingelegt, woraufhin am Ende das höchste Gericht innerhalb der Kongregation diese Entscheidung 2017 in ein dauerhaftes Verbot der öffentlichen Ausübung des priesterlichen Dienstes umwandelte.

Nachdem im Sommer 2019 weitere Vorwürfe gegen den Priester bekannt wurden, leitete der Bischof erneut eine kirchenrechtliche Voruntersuchung ein. Wiederum wurde die Staatsanwaltschaft informiert. Diese stellte die Ermittlungen aber wegen des Verfahrenshindernisses der Verjährung ein. Die neuen Vorwürfe bezogen sich auf die frühen 1980er Jahre. Auch die zweite kirchenrechtliche Voruntersuchung stellte die Schuld des Priesters fest. Das Ergebnis leitete Bischof Ackermann Ende 2020 an die römische Glaubenskongregation weiter und erneuerte sein Votum, den Mann aus dem Klerikerstand zu entlassen. Nach Prüfung durch die Glaubenskongregation und auf deren Vorschlag hin hat Papst Franziskus nun den Priester per Strafdekret aus dem Klerikerstand entlassen.

Die Betroffenen sowie die Pfarreien, in denen der Mann tätig war, sind über die Entscheidung des Papstes informiert worden. Die Betroffenen haben finanzielle Leistungen in Anerkennung des Leids erhalten.

Papst Franziskus hatte ebenfalls im April einen weiteren Ruhestandspriester des Bistums auf dessen eigenen Antrag wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen. Damit sind seit 2010 fünf Priester des Bistums Trier wegen Vergehen des sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen worden.

(JR)

 

  

Newsletter - immer aktuell informiert

Über unser Newsletterangebot - mit (fast) täglichen Pressemeldungen oder auch zu speziellen Themengebieten wie Klimaschutz, Weltkirche, Arbeitswelt, Religionsunterricht, Büchereiarbeit, Exerzitien, Fürbitten und mehr können Sie sich hier informieren und die Newsletter direkt abonnieren

Weiteres:

News Details