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Bistum Trier
Donnerstag, 11. Oktober 2018

Engagement ist ungebrochen

Ehrenamtliche setzen sich im ganzen Bistum für geflüchtete Menschen ein

Trier/Koblenz/Saarbrücken – Der ehrenamtliche Einsatz für Flüchtlinge im Bistum Trier ist ungebrochen: Mehr als 2.200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer setzen sich beinahe täglich für die Bedürfnisse von geflüchteten Familien, jungen Erwachsenen und Kindern ein. Alleine im Jahr 2017 fragten rund zwei Drittel dieser Ehrenamtlichen die Beratungsdienste des „Willkommens.netz“ an, um durch individuelle Gespräche Schwierigkeiten in ihrem Dienst zu lösen und zu verbessern. Das hat das vom Bistum Trier und dem Diözesan-Caritasverband getragene „Willkommens.netz“ jetzt in seinem Jahresbericht veröffentlicht.  

Das ehrenamtliche Engagement bestehe vielfach seit langer Zeit und zeichne sich durch hohe Kompetenz und Erfahrung im Umgang mit Geflüchteten und den Notwendigkeiten vor Ort aus. Seit 2016 hat sich die Unterstützung der Ehrenamtsarbeit durch professionelle Strukturen der Ehrenamtskoordinatoren verfestigt. So sei den meisten Ehrenamtlichen bewusst, dass sie sich bei Schwierigkeiten an Ansprechpartner vor Ort wenden könnten, die ihnen helfen, mit emotionalen Herausforderungen umzugehen. Die Ehrenamtlichen erlebten in ihrer Arbeit die täglichen Probleme der Geflüchteten mit – ob es um die Wohnungssuche, Krankheiten wie Depressionen, die Angst vor der Rückführung oder um Fragen der Familienzusammenführung gehe. Zudem seien sie oft Anfeindungen oder Unverständnis gegenüber ihrem ehrenamtlichen Dienst ausgesetzt. Diese Entwicklung habe sich in den vergangenen Monaten verstärkt.

Das „Willkommens.netz“ organisiert den regelmäßigen Austausch mit Beratungsdiensten und bietet Schulungen zum Umgang mit Geflüchteten aus unterschiedlichen Kulturen. Diese Angebote werden durch die Ehrenamtlichen gut angenommen, was die Kooperation zwischen den Beratungsdiensten der Caritas, den Ehrenamtskoordinatoren und den Ehrenamtlichen vor Ort stark verbessert hat. Erfreulich sei, dass sich inzwischen Geflüchtete selbst ehrenamtlich engagieren, um ihre guten Erfahrungen weiterzugeben. Im Jahr 2017 schulten die eingesetzten Ehrenamtskoordinatoren 250 Hauptamtliche, so etwa Mitarbeiter aus Jobcentern, Schulen, KiTas, Hebammen und Ärzte. Außerdem unterstützten die Ehrenamtskoordinatoren und das „Willkommens.netz“ 60 Informationsveranstaltungen und 40 Schulungen. Dabei ging es vor allem um die Bereiche Wohnen, Arbeit, Sprache, Familienzusammenführung, Führerschein und Ausbildung im Handwerk. Besonders die Arbeits- und Ausbildungszugänge bildeten einen neuen Schwerpunkt. Daran sei zu erkennen, dass sich die Aufgaben im „Willkommens.netz“ wandeln: Von der Erstversorgung (Wohnen, Kleidung) hin zu konkreten Hilfestellungen für eine dauerhafte Integration (Arbeit, Sprache, Alltagsorganisation in Schulen und Kindergärten). Stark im Fokus stehen 2018 die Themen „Abschied und Loslassen“ sowie die deutliche Positionierung gegen rechten Populismus.

Neben der vernetzenden Arbeit für die Ehrenamtlichen finanziert das Willkommensnetz auch elf Vollzeitstellen in der Flüchtlings- und Verfahrensberatung selbst. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berieten 3.900 Geflüchtete, davon rund zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen. Die meisten von ihnen kamen aus Syrien (45 Prozent), gefolgt von Afghanistan und Eritrea (jeweils 10 Prozent). Insgesamt sei aber die Zahl der Geflüchteten aus Syrien im Vergleich zu 2016 um 74 Prozent gesunken. Der Großteil der beratenen Männer und Frauen war im erwerbsfähigen Alter, nur knapp ein Prozent war 65 Jahre und älter. Inhalt der Beratungen waren vor allem die Themen Asylverfahren, Familienzusammenführung und Gesundheit. Weiterhin bestehe ein hoher Beratungsbedarf, wobei die Themen immer komplexer werden und die individuellen Fragen eine zeitlich aufwendigere Beratung erfordern, wie der Jahresbericht erläutert. 

Das „Willkommens.netz“ lädt Hauptamtliche und Ehrenamtliche aus Kirche, Zivilgesellschaft und Politik sowie alle Interessierten am 17. November 2018 von 9.30 bis 16 Uhr zur sechsten Flüchtlingskonferenz in Trier ein. Im Mittelpunkt steht das Thema „Integration durch soziale Teilhabe“ und wie diese praktisch umgesetzt werden kann. Dazu wird es unter anderem eine Gesprächsrunde mit Miguel Vicente, dem Beauftragten für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz, Klaus Kunz, Stabstelle für Integration im Saarland, Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg sowie Anja Peters, Leitung der Abteilung Soziale Sicherung und Teilhabe im Caritasverband geben. Weitere Informationen finden sich unter: www.willkommensnetz.de.

(sb)

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