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Bistum Trier
Mittwoch, 29. Januar 2020

Expertenkommission für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus

Katholische Kirche vertreten durch Katholisches Büro Saarland

Saarbrücken – Am Dienstag, 28. Januar, ist zum ersten Mal die Expertenkommission für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus im Saarländischen Landtag zusammengekommen. Die Kommission, die aus acht Mitgliedern besteht, wurde vom Beauftragten für jüdisches Leben im Saarland und gegen Antisemitismus, Prof. Dr. Roland Rixecker einberufen.

Ordinariatsdirektorin und Leiterin des Katholischen Büros im Saarland, Katja Göbel, ist als Vertreterin der beiden Bistümer Trier und Speyer in der Kommission. „In einer Zeit, in der sich die Gesellschaft auf rasante Weise verändert, in der Fake News und Hassreden immer mehr den Alltag bestimmen, trägt jeder von uns die Verantwortung, dazu beizutragen, dass sich die furchtbaren Ereignisse der Vergangenheit nicht wiederholen“, sagte Göbel. „Es ist unsere Aufgabe, gerade als Christen, gegen das Vergessen anzukämpfen. Vergessen gibt Antisemitismus neuen Raum. Deshalb finde ich es gut, dass es im Saarland einen Beauftragten für Jüdisches Leben und gegen Antisemitismus gibt und ich die Möglichkeit habe, in der Expertenkommission mit Verantwortung zu übernehmen.“

Aufgabe der Kommission ist es, den Beauftragten für jüdisches Leben im Saarland und gegen Antisemitismus zu beraten und seine Arbeit zu begleiten. Die Kommission werde ihn „bei der Bekämpfung antisemitischer Haltungen und Äußerungen jeglicher Form, der Eindämmung antisemitischer Vorfälle und Straftaten sowie der Sensibilisierung der Gesellschaft für jegliche Formen des Antisemitismus, unterstützen“, sagte Landtagspräsident Stephan Toscani bei der offiziellen Begrüßung der Kommission im saarländischen Landtag.

"Erinnert euch, damit sich Geschichte nicht wiederholt!"

Prof. Rixecker dankte den Mitgliedern, die „ehrenamtlich dazu beitragen, die Brücken zwischen jüdischen und nichtjüdischen Menschen im Saarland zu festigen und auszubauen und so mitbewirken, dass unsere Gesellschaft friedfertig bleibt und Hass ächtet.“  Wie wichtig das Engagement für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus sei, betonte auch Ordinariatsdirektorin Göbel. Auf der Gedenkveranstaltung „Klangstelen“ zum Tag der Befreiung des KZ in Auschwitz in der Johanneskirche in Saarbrücken sei ihr dies noch einmal besonders bewusst geworden. Dort habe sie unter anderem Namen der Todesopfer von Auschwitz vorgelesen. „Diese eine Stunde des Eintauchens in die Geschichte hat mich tief berührt und die Schrecken und Grausamkeiten des Holocaust erahnen lassen. Erinnert euch, damit sich Geschichte nicht wiederholt“, forderte sie.

„Wir nehmen nicht hin, dass der Hitlergruß wieder auf deutschen Straßen gezeigt wird“, sagte Landtagspräsident Toscani.. Auch die Verrohung der Sprache mit deutlichen Hinweisen auf den Sprachgebrauch im Dritten Reich nehmen wir nicht hin. Wir nehmen nicht hin, wenn Menschen wegen anderer politischer Vorstellungen, anderem Aussehen, anderer Religion, anderer sexueller Orientierung, einer Krankheit oder Behinderung, ausgegrenzt werden. Denn, wenn wir das zulassen, verlieren wir das Mitgefühl, den Sinn für Gerechtigkeit und den Respekt vor der Würde unseres Gegenübers. Wir setzen uns vielmehr ein für einen wehrhaften Rechtsstaat, der unsere Grundwerte und unsere Demokratie schützt.“

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