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Bistum Trier
Donnerstag, 6. September 2018

Festrede vor der Ärztekammer des Saarlandes

Bischof Ackermann wirbt für begleitende Beziehungsmedizin

Saarbrücken – In den Niederlanden lassen sich jedes Jahr rund 6.000 Menschen durch aktive Sterbehilfe töten, das sind vier Prozent aller Sterbefälle. Was eigentlich unter der Idee eines selbstbestimmten Lebens, und damit eines selbstbestimmten Todes, begonnen habe, sei inzwischen fast „zur normalen Präferenz“ geworden, stellte Bischof Stephan Ackermann in einem Festvortrag vor der Ärztekammer des Saarlandes fest. Die hatte das Thema Palliativmedizin und Hospizarbeit angesichts der Entwicklung der Sterbehilfe in den Nachbarländern in den Mittelpunkt der Eröffnung des Fortbildungsjahres für Ärzte gestellt, aus „Sorge um eine menschenwürdige Sterbebegleitung“, wie Kammerpräsident Dr. Josef Mischo betonte. Für Bischof Ackermann geht es in der Diskussion um nicht weniger als „Grundfragen des Menschseins“. In Abwandlung eines Satzes des Theologen Paul Tillich formulierte er: „Die Grenze des Todes ist der Ort der Erkenntnis des Lebens“.

Ackermann verwies darauf, dass der Bezug auf Menschenwürde in dieser Frage nicht unumstritten ist. Unter Juristen werde die Frage nach der Tauglichkeit des Begriffs Menschenwürde aufgeworfen. Zudem stelle sich die Frage, wer bestimme, was ‚würdig‘ ist und was nicht. „Insofern ist es wichtig, nach dem Menschenbild zu fragen, das dem Würdebegriff zugrunde liegt“.

Mit Hinweis auf den Medizinethiker Giovanni Maio warnte der Bischof vor einer latenten Ideologie der Unabhängigkeit, die den Menschen als Kunden und den Arzt als Dienstleister betrachte. „Sterben wollen ist nicht deshalb eine gute Lösung, nur weil sie auf einer autonomen Entscheidung beruht“. In einer Überbetonung der Machbarkeit gerate die Erkenntnis aus dem Blick, „dass nicht alles in unserer Verfügung steht“. Deshalb sei die Herausforderung eine „begleitende Beziehungsmedizin“ im Sinne einer Forderung des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler: „Nicht von der Hand eines anderen, sondern an der Hand eines anderen soll der Mensch sterben“. Diese Grenze in den Blick zu nehmen sei „hoch anspruchsvoll“.

Ackermann begrüßte die Ankündigung der saarländischen Ärzteschaft zu einer ambulanten Ethikberatung als „guten Beitrag, Menschen Orientierung zu geben“. In diesem Zusammenhang verwies der Bischof auf ein von ihm angestoßenes Projekt hinsichtlich der Standards in den kirchlichen Einrichtungen der Palliativ- und Hospizversorgung, in denen „Kirchen einen wichtigen Beitragen leisten kann und muss“.

(red)

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