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Bistum Trier
Donnerstag, 6. September 2018

Frauenarbeit hat viele Gesichter

Katholischer Deutscher Katholischer Frauenbund zeigt Ausstellung in der Trierer Jesuitenkirche

Trier – „Die Arbeit an der Ausstellung hat mich politischer gemacht“, sagt Stefanie Peters, Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft Hillesheim und Vorstandsmitglied des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) im Diözesanverband Trier, zur Ausstellung „Frauenarbeit hat viele Gesichter“. Die Ausstellung in der Jesuitenkirche in Trier steht im Kontext der Veranstaltungen zum 200. Geburtstag von Karl Marx.

„Der Philosoph und Sozialkritiker war ganz ein Mann seiner Zeit und sah Frauen eher in ihrer klassischen Rolle. Zu der arbeitenden Bevölkerung hielt er Distanz“, erläutert Margret Faß-Kunath, Mitinitiatorin der Ausstellung und Mitglied im Diözesanvorstand des KDFB. Gerade zu dieser Zeit aber seien Frauen aus wirtschaftlicher Notwendigkeit verstärkt in die Erwerbsarbeit eingestiegen. „Aus diesem Grund entstand die Idee, den arbeitenden Frauen eine Ausstellung zu widmen.“ So dokumentiert die Ausstellung in 13 Stationen Frauenarbeit von der Zeit der Industrialisierung, Tätigkeiten von Frauen während des Krieges über unbezahlte Arbeit bis hin zur Frauenarbeit im Zeichen der Digitalisierung, der sogenannten Arbeitswelt 4.0.

„Bei der Auseinandersetzung mit dieser Thematik wurde uns sehr deutlich, dass man bei allen Fortschritten, die es in der Arbeitswelt bezogen auf Frauen in den zurückliegenden Jahrzehnten gegeben hat, doch noch nicht am Ziel ist“, stellen die Initiatorinnen fest. Die Forderungen nach gleicher Arbeit, gleichen Chancen und gleichem Lohn hätten nichts an Aktualität eingebüßt. „Wenn ich also sage, dass die Ausstellung mich politischer gemacht hat, dann sicher in dem Wissen, dass wir auch heute noch Dinge verändern können oder müssen“, resümiert Peters.

Ein wenig überrascht waren beide Initiatorinnen, dass ihrem Aufruf, für die Ausstellung Fotos von Frauen an ihrem Arbeitsplatz zuzusenden, vor allem Frauen in ungewöhnlichen Berufen folgten. So ergibt sich in der Ausstellung eine Spannung aus den Zahlen, Fakten und Hintergründen, nach denen Frauen noch immer oft in Berufen zu finden sind, die ohne größere Karrierechancen sind und die man klischeehaft als „Frauenberufe“ bezeichnen würde, und Bildern von Frauen, die „Karriere gemacht“ haben: in Kliniken, im Bildungswesen oder in der Politik. Wenn aus dieser Spannung heraus beim Betrachter der Impuls entstünde, dass „noch nicht alles gut ist und dass wir selbst aufgefordert sind, Dinge zu ändern und dies gemeinsam zu tun“, dann hätte die Ausstellung ihr Ziel erreicht, betont Faß-Kunath - ein Anliegen, das auch aus ihrer Tätigkeit als Religions- und Geschichtslehrerin erwachsen ist.

Die Ausstellung des KDFB ist vom 8. bis zum 15. September täglich von 9 bis 17 Uhr in der Jesuitenkirche in Trier zu sehen. Wer die Ausstellung schon am Freitag, 7. September sehen möchte, kann nach dem Vortrag von Professorin Ingrid Kurz-Scherf zu „Gender und Digitalisierung“ (Beginn 19 Uhr) an einer Vorab-Führung Die offizielle Eröffnung ist am Samstag, 8. September um 14 Uhr. Zwei Impulsvorträge sind für Donnerstag, 13. September geplant: Um 14 Uhr geht es um „Berufsalternative MINT – es muss nicht immer Büro oder Verkauf für uns Frauen sein“ und um 15.30 Uhr spricht Hanna Theresa Kunze, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit in Trier, über „Minijob – Chance oder Sackgasse“. Weitere Infos gibt es beim KDFB Trier, Tel.: 0651-47494, E-Mail: buero(at)frauenbund-trier.de, oder unter www.frauenbund-trier.de im Internet.

(tef)

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