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Bistum Trier
Donnerstag, 24. Dezember 2020

Freude über Geschenketüten zu Weihnachten

Statt Weihnachtsfeier gab es Lebensmitteltüten bei Heiligabendaktion in Saarbrücken

Saarbrücken – Die Heiligabendaktion in Saarbrücken ist eine große Veranstaltung für Menschen mit kleinem Geldbeutel. Bis zu 800 Menschen kommen jedes Jahr im Saarbrücker E-Werk zusammen, um bei Kaffee und Kuchen, einem warmen Essen sowie Geschenken und einem Bühnenprogramm an Heiligabend in Gesellschaft zu sein. Eine Feier dieser Größenordnung ist im Coronajahr 2020 undenkbar. Aber die Heiligabendaktion für Arme und Einsame im 51. Jahr ganz ausfallen lassen kam für die beiden großen Kirchen, die die Veranstaltung organisieren, nicht in Frage. Gemeinsam mit Ordnungsamt der Landeshauptstadt, der Unteren Bauaufsicht der Stadt Saarbrücken sowie der GIU als Verwalterin des E-Werks wurde organisiert, wie statt der gemeinsamen Feier coronagerecht Geschenketaschen verteilt werden können. Damit sich der Besucherandrang verteilt, wurden die Gäste dem Alter gestaffelt empfangen. Ein professioneller Sicherheitsdienst unterstützte die Ehrenamtlichen beim Schlangenmanagement. „Wir haben bereits um 11 Uhr statt wie geplant um 12 Uhr die Türen geöffnet, als draußen bereits zahlreiche Menschen standen und wir drinnen mit den Vorbereitungen fertig waren“, sagte Heiner Buchen, der vom Dekanat Saarbrücken an der Organisation beteiligt ist.

Bereits am Vortag haben rund 60 Helferinnen und Helfer 1000 Taschen mit Lebensmitteln im Wert von rund 25 Euro gepackt. Für Tierhalter gab es auf Wunsch Tierfutter, Kinder erhielten eine Extra-Geschenketüte mit einem Buch, Süßigkeiten und Spielsachen.

Für Menschen mit Gehbehinderung, Rollstuhl oder Rollator gab es einen Extra-Eingang. Die anderen wurden durch das weihnachtlich geschmückte E-Werk gelotst, vorbei an einer geschnitzten Weihnachtskrippe. „Das war nicht ganz einfach, zu Weihnachten eine Krippe aufzutreiben“, so Buchen. Fündig wurden die Organisatoren in der Kirche St. Marien in Saarbrücken-Rußhütte, die derzeit geschlossen ist. Nach der Krippe kamen die Gabentische mit den Geschenketüten, die sich die Gäste kontaktlos nehmen können. „Da sind Sachen drin, die auch Obdachlose, die keine Möglichkeit zum Kochen haben, gut verzehren können, also etwa fertiger Kartoffelsalat, geschnittenes Brot und Aufschnitt“, erklärte Diakon Horst-Peter Rauguth. Die Heiligabendaktion der evangelischen und katholischen Kirche in Saarbrücken wird nicht über die Kirchensteuer, sondern ausschließlich über Spenden finanziert. Kosten auch in diesem Jahr – ohne warmem Essen und Bühnenprogramm – rund 30.000 Euro. Rauguth ist mit dem diesjährigen Spendenaufkommen zufrieden: „Sobald die Leute das Signal hatten, dass die Aktion stattfindet, kamen die Spenden“, sagte der Diakon. Das E-Werk wurde wie in den Vorjahren von der Gesellschaft für Innoation und Unternehmensförderung (GIU) mietfrei zur Verfügung gestellt.

In der Halle als Helferin dabei war auch die 39 Jahre alte Bedur Mardenli. Vor fünf Jahren floh sie mit ihrem Mann und den vier Kindern vor dem Bürgerkrieg in Syrien nach Saarbrücken. „Die letzten zwei Jahre waren wir als Gäste hier, um gemeinsam zu feiern. Die Christen in Deutschland sind jetzt unsere Geschwister“, so die Muslima, „Jetzt möchte ich helfen.“ Sowohl das Helferteam als auch die Besucher sind international und überkonfessionell.

„Danke, dass Sie das trotz Corona machen“ war nach „Frohe Weihnachten“ wohl der meist gehörte Satz an dem Nachmittag. „Hoffentlich können wir im nächsten Jahr wieder hier nebeneinander am Tisch sitzen und Kaffee trinken“, rief eine ältere Besucherin, die für ihre Siam-Katze Futter einpackt, den Helferinnen zu. „Wie ist denn die Stimmung bei den Besuchern?“, wollten Saar-Ministerpräsident Tobias Hans und der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (beide CDU) bei ihrem Besuch von den Ehrenamtlichen wissen – auch sie sind dankbar, dass die Kirchen mit ihrem Helferteam die Heiligabendaktion in kleinerem Rahmen trotz Pandemie möglich machen. „Corona verschärft die Einsamkeit der alten Menschen weiter. Gegen die Vereinsamung müsste die Politik mehr tun. Die Menschen kommen hierher wegen der Gesellschaft, nicht nur wegen einem Brot“, gab ihnen eine Helferin mit auf dem Weg.

(uk)

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