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Bistum Trier
Freitag, 26. August 2022

Gedenken an die Opfer der Bartholomäusnacht vor 450 Jahren

100 Gläubige feiern deutsch-französischen ökumenischen Gottesdienst

Ludweiler Anlässlich der „Bartholomäusnacht“ vor 450 Jahren feierten rund 100 Gläubige aus dem Saarland und der französischen Nachbarschaft in der Hugenottenkirche Ludweiler einen deutsch-französischen ökumenischen Gedenkgottesdienst.

Bedingt durch die Hochzeit des Calvinisten Heinrich von Navarra mit der katholischen Prinzessin Margarethe von Valois wurde das spannungsreiche Verhältnis der Konfessionen in Paris zum Überlaufen gebracht. Als wenige Tage später auch noch ein Attentat auf den prominenten protestantischen Admiral de Coligny verübt wurde, folgte darauf in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1572 ein Pogrom der Katholiken, dem mehrere tausend Pariser Hugenotten zum Opfer fielen. Die „Bartholomäusnacht“, benannt nach dem Namenspatron des 23. August, wurde zur Initialzündung des vierten Hugenottenkriegs in Frankreich. Viele Hugenotten, französische Protestanten, flohen daraufhin in die Grenzregionen und ließen sich dort nieder, unter anderem im Warndt, wo zwölf hugenottische Familien um die Wende zum 17. Jahrhundert den Ort Ludweiler gründeten.

„Die französischen Protestanten sind bedrängt, aber nie vernichtet worden“, betonte Christiane Puzenat, Pastorin aus der Evangelischen Kirche im Elsaß und in Lothringen (UEPAL), in ihrem Teil der Predigt. Wurden sie vertrieben, hätten sie ihre Tempel immer an anderen Orten wiederaufgebaut. Der „Hugenottenweg“, der bis heute Courcelles-Chaussy bei Metz mit Ludweiler im Warndt verbindet, sei daher „ein Weg der Freiheit und der Hoffnung“. Puzenat warb dafür, in diesem Gedenkjahr den Weg einmal zu beschreiten. Die Erinnerungen an Verfolgungen seien dort bis heute zu spüren.

Einen schwierigen Part hatte Patrik Altmeyer, Pfarrer der katholischen Pfarrei Heilig Kreuz im Warndt. Angesichts der klaren Täterrolle der Katholiken in der Bartholomäusnacht oblag es ihm, nach Gründen zu forschen. „Ich denke, dass viele Menschen vor 450 Jahren keine ausgeprägte Beziehung zu Jesus Christus hatten“, bedauerte Altmeyer. Vor allem bei adligen Politikern hätten nicht der Glaube, sondern Machtstreben und Kalkül die Handlungen bestimmt. Dadurch sei es zur Katastrophe gekommen. Gott habe nicht konkret eingegriffen, sondern „den Freiraum gelassen, dass sein Wort mit der Zeit in den Menschen wirken konnte“. Nach vielen Jahrhunderten seien die Kirchen heute glücklicherweise auf einem gemeinsamen ökumenischen Weg.

Diakonin Annette Vollmer von der gastgebenden Evangelischen Kirchengemeinde Völklingen-Warndt legte den Blick ihrer Ansprache auf Gegenwart und Zukunft. „Vergeben heißt nicht vergessen, sondern Frieden finden“, betonte Vollmer. Ziel müsse es sein, dass sich Geschehnisse wie in der Bartholomäusnacht niemals wiederholten. Wie alle Redebeiträge waren die Predigten zweisprachig, die Mitwirkenden redeten in ihrer Muttersprache, die jeweilige Übersetzung wurde als Text eingeblendet. Im Anschluss waren die Gäste aufgerufen, ihre Wünsche auf Gebetsfahnen zu schreiben, die an der Treppe der Hugenottenkirche aufgehängt wurden.

Der Gottesdienst war gleichzeitig der Startschuss eines einmonatigen Veranstaltungsprogramms, das die Evangelische Kirchengemeinde Völklingen-Warndt anlässlich des Gedenkjahrs mit zahlreichen Kooperationspartnern veranstaltet. Geplant sind unter anderem ein „Hugenottendinner“, eine Rallye über den Hugenottenweg sowie verschiedene Führungen und Vorträge.

Die Termine sind im Kalender auf der Website https://warndt.evks.de/ zu finden.

(red)

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