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Bistum Trier
Dienstag, 24. September 2019

Gedenken an die Opfer der Nazis im ehemaligen KZ Hinzert

Politik, Gesellschaft und Kirche sind in der Gedenkstätte zusammengekommen

Hinzert – Hochrangige Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Staat, Kirche und Gesellschaft haben am 21. September der Opfer des ehemaligen SS-Sonderlagers/KZ Hinzert gedacht. Im Mittelpunkt des Erinnerns, an dem unter anderem der luxemburgische Großherzog Henri und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer teilnahmen, standen insgesamt 82 ermordete oder zu Tode gekommene luxemburgische Häftlinge. 23 von ihnen wurden vor 75 Jahren, am 23. Februar 1944, erschossen. Bischof Dr. Stephan Ackermann und Präses Manfred Rekowski sprachen gemeinsam ein Friedensgebet.

An der feierlichen Veranstaltung in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers nahmen zahlreiche politische Vertreter, Diplomaten und geladene Gäste aus Luxemburg, Rheinland-Pfalz, Frankreich, Polen und Russland teil. Unter ihnen waren auch einige Angehörige ehemalig Inhaftierter, darunter der Sohn eines im Februar 1944 erschossenen luxemburgischen Widerstandskämpfers. Weitere 20 Generalstreik-Teilnehmer des vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Nachbarlandes waren bereits 1942 ermordet worden. Insgesamt wurden von 1939 bis 1945 etwa 10.000 Männer, darunter etwa 1.600 Luxemburger, in das Arbeits-, Durchgangs- und Konzentrationslager interniert, von denen mindestens 321 ermordet wurden oder qualvoll zu Tode kamen.

Der luxemburgische Erzbischof Jean-Claude Hollerich leitete einen Gottesdienst, in dessen Anschluss die Namen der 82 Opfer des Nachbarlandes verlesen wurden. Der Trierer Bischof Ackermann sprach gemeinsam mit Manfred Rekowski, dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, ein ökumenisches Segens- und Friedensgebet. Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel erinnerte an das Leiden seiner Landsleute und sprach vom KZ Hinzert als einem „furchtbaren Ort“, der den Luxemburgern ein Begriff sei und „jahrzehntelang nicht ausgesprochen wurde“. Er ermahnte dazu, das „europäische Friedensprojekt hochzuhalten“ und den aufflammenden Nationalismen entgegenzutreten – vor deren Gefahren auch Ministerpräsidentin Dreyer nachdrücklich warnte. Außerdem sei „ein Schlussstrich für uns als Deutsche nicht möglich“, sagte sie in ihrer Ansprache, und mahnte, aus der dauerhaften Verantwortung und Erinnerung „die Lehren zu ziehen“. Großherzog Henri gedachte in seinem Grußwort aller Opfer von Gewalt und Unrecht und verwies auf die deutsch-luxemburgische Versöhnung, die sich über eine Partnerschaft hin zu einer langen Freundschaft entwickelt habe.

Schüler und Schülerinnen der Integrierten Gesamtschule Hermeskeil und des Lycée de Garçons Esch-sur-Alzette berichteten von ihrer deutsch-luxemburgischen Jugendbegegnung und den persönlichen Eindrücken, die beim gemeinsamen Besuch der Gedenkstätte vor Ort und dem ehemaligen Frauen-KZ im brandenburgischen Ravensbrück entstanden sind. Zum Abschluss wurden am Denkmal des Bildhauers und Hinzert-Deportierten Lucien Wercollier Kränze niedergelegt. Das Denkmal bildet zusammen mit dem Ehrenfriedhof, einer Sühnekapelle und dem 2005 eröffneten Dokumentations- und Begegnungshaus das Zentrum der Gedenk- und Mahnstätte. Im naheliegenden Wald befinden sich mehrere „Stätten der Unmenschlichkeit“, die an das grausame Geschehen in dem ehemaligen Lager erinnern, das nach dem Krieg weitestgehend zurückgebaut wurde.

Weitere Information zur Gedenkstätte gibt es auf www.gedenkstaette-hinzert-rlp.de.

(red)

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