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Bistum Trier
Montag, 12. April 2021

Gedenkstätte für Corona-Opfer im Saarland

Mit einer ökumenischen Andacht ist ein Gedenkort für die Toten der Pandemie gestartet

Saarbrücken – Vier große Kunstrasenflächen sind auf dem Platz vor der Saarbrücker Ludwigskirche zu einer gut einhundert Quadratmeter großen Raute ausgelegt, umsäumt von brennenden Kerzen. Kleine, schwarze Schiefertäfelchen heben sich vom dunklen Grün ab. Etliche davon tragen von Hand geschrieben Namen und Daten wie „Inge, 30.04.20“. Daneben legt Amelie ein weiteres Täfelchen, das sie beschriftet hat. „Erich, 09.04.20“. Die 16-Jährige war schon bei den Vorbereitungen für die Gedenkstätte für Corona-Opfer im Saarland dabei und hat die Beschriftung übernommen. Was sie dabei empfunden hat? „Ich habe die Vornamen geschrieben und dabei gedacht, dass es auch Namen von meinen Freunden sein könnten“, sagt sie.

Es war eine private Initiative, die den Anstoß zu der Gedenkstätte gegeben und die Umsetzung in die Hand genommen hat. Für Ute Kunsmann war der Tod des besten Freundes ganz früh in der ersten Pandemiewelle Auslöser der Initiative, der sich die Katholische Pfarreiengemeinschaft St. Jakob und die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken angeschlossen haben. Gemeinsam haben sie am Freitag, 9. April, zu einer Ökumenischen Andacht eingeladen. 947 Menschen waren bis zu diesem Zeitpunkt im Saarland seit dem Auftreten des Virus an oder mit Corona verstorben. „Hinter jeder Zahl verbirgt sich ein Gesicht“, mahnt Dechant Benedikt Welter bei der kurzen Andacht. Ute Kunsmann ergänzt später, es könne nicht sein, dass die Hauptopfer der Pandemie, die Toten, nur als Zahl auftauchten.

In der kurzen Andacht wurde auch daran erinnert, dass insbesondere in der ersten Phase der Pandemie Menschen alleine sterben mussten, Angehörige keine Möglichkeit hatten, Abschied zu nehmen. Selbst Beerdigungen waren nur im allerengsten Kreis möglich. Freunde, Nachbarn, Kollegen hätten keine Möglichkeit zu einem würdigen Abschied. Diese Gedenkstätte soll zumindest auf Zeit auch an diese Schicksale erinnern.

Dass der Ort der Gedenkstätte vor der Ludwigskirche direkt in Sichtweite der Staatskanzlei liegt, habe keine politischen Hintergedanken. Der Ort biete einerseits die nötige Ruhe und Atmosphäre, liege andererseits aber auch zentral und sei gut erreichbar, betont Kunsmann. So war auch die kurze Andacht zum Auftakt ganz im Zeichen des Gedenkens und Erinnerns daran, dass hinter den täglichen Zahlen zur Entwicklung der Pandemie immer menschliche Schicksale stehen.

Bis zum Auftakt trugen gut hundert der Täfelchen eine kurze Inschrift. Für Angehörige gibt es die Möglichkeit, sich unter kontakt(at)corona-opfer-saar.de zu melden oder auch selbst direkt vorbeizugehen, und eine Tafel zu beschriften, eine Kerze anzuzünden oder Blumen abzustellen.

(red)

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