Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Bistum Trier
Freitag, 12. Juni 2020

Grabsteine aus ausbeuterischer Herstellung verbieten

DWK und BUND fordern Maßnahmen gegen Kinderarbeit

Trier/Koblenz – Anlässlich des Internationalen Tags gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordern die Diözesanstelle Weltkirche (DWK) des Bistums Trier und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Koblenz Kommunen und Kirchengemeinden auf, auf ihren Friedhöfen Grabsteine aus Kinderarbeit zu verbieten.

Nach Schätzungen gebe es weltweit über 150 Millionen Kinderarbeiter, berichtet Achim Trautmann vom BUND. Kinder graben im Kongo nach Coltan (Roherz, das zur Herstellung von Mobiltelefonen gebraucht wird) für Handys, schuften auf Kakaoplantagen in Westafrika und knüpfen Teppiche in Afghanistan und Pakistan. Vor allem in Indien und China müssen Kinder auch gefährliche und gesundheitsschädliche Arbeit in Steinbrüchen leisten, so Ludwig Kuhn, Leiter der Diözesanstelle Weltkirche. Ursache sei, dass ihre Familien „in eine Art Schuldknechtschaft“ geraten, weil sie für Unterkunft und Lebensmittel an den Steinbruchbesitzer zahlen müssen. Die ganze Familie sei dann zur Arbeit gezwungen. Natursteine aus solchen Steinbrüchen würden auch in Deutschland als Grabsteine angeboten. Für Ludwig Kuhn ist es ein Widerspruch, „dass wir der Verstorbenen gedenken und dabei in Kauf nehmen, dass Grabsteine unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wurden“.

Faire Steine aus der Region sind ideal

Wer beim Steinmetz einen Grabstein in Auftrag gibt, kann nach der Herkunft fragen. „Ideal sind natürlich Steine aus der Region“, sagt Ludwig Kuhn; allerdings sind sie in der Regel auch teurer. Bei außereuropäischen Steinen bestätigen die Siegel „XertifiX“ und „Fair Stone“, dass sie ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Kommunen und Kirchengemeinden, die Träger von Friedhöfen sind, können über die Friedhofsatzung Steine aus ausbeuterischer Kinderarbeit ausschließen; im Saarland wurde das Bestattungssetz 2010 entsprechend geändert, im Dezember vergangenen Jahres auch in Rheinland-Pfalz. Steinmetzbetriebe müssen dann die Herkunft der Steine nachweisen. Bei außereuropäischen Steinen sei ein entsprechendes Siegel Voraussetzung, dass der Stein auf dem Friedhof gesetzt werden dürfe.

Zum Tag gegen Kinderarbeit fordern die Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Trier und der BUND Koblenz Kommunen und Kirchengemeinden auf, ihre Friedhofssatzungen entsprechend zu ändern. "Eine-Welt-Gruppen und Umweltgruppen wollen wir motivieren, auf ihre kommunalen Vertreter zuzugehen und eine Änderung der Friedhofssatzung anzustoßen“, so Ludwig Kuhn. Diözesanstelle Weltkirche und BUND haben die Arbeitsgemeinschaft „Faire Steine - keine Steine aus ausbeuterischer Kinderarbeit“ gegründet, die dabei beraten kann. Für die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen gibt es die Medienkiste „Faire Steine“. Weiterführende Informationen gibt es auf https://www.weltkirche.bistum-trier.de/mitmachen/faire-steine.

(StW)

 

Weiteres:

News Details