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Bistum Trier
Donnerstag, 7. Mai 2020

Hilfe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Lebensberatungsstelle Ahrweiler legt Jahresbericht 2019 vor

Bad Neuenahr-Ahrweiler – 779 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im vergangenen Jahr Rat und Hilfe bei der Lebensberatung des Bistums Trier in Ahrweiler gesucht. Weitere 121 Personen nahmen an zusätzlichen Angeboten wie offenen Sprechstunden, Elternabenden und Weiterbildungen teil. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2019 hervor.

Die Gründe für die Kontaktaufnahme mit der Lebensberatung sind vielfältig: Bei Kindern und Jugendlichen sind es laut Jahresstatistik zumeist Probleme bei Trennung und Umgangs- oder Sorgerechtsstreitigkeiten der Eltern oder psychischer Erkrankung eines Elternteils sowie Ängste, Zwänge, Erschöpfung und Überlastung der jungen Hilfesuchenden. 22 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen leben nicht in ihren Ursprungsfamilien mit beiden Eltern oder Adoptiveltern. Bei Erwachsenen waren die wichtigsten Themen Kommunikationsprobleme, Selbstwertproblematik, depressive Verstimmungen, kritische Lebensereignisse, Belastung durch Verluste und traumatische Erlebnisse sowie Auseinanderleben und Mangel an Kontakt.

Der Jahresbericht 2019 befasst sich auch mit dem Thema Glück und Resilienz. Resiliente Menschen versuchen demnach, in einem „Dreieck des Wohlbefindens“ zu leben, das aus den Faktoren Haben, Lieben und Sein – in individuell verschiedenen Gewichtungen – besteht. Der Glücksforscher Stefan Klein leitet aus Erkenntnissen der modernen Hirnforschung Strategien ab, die helfen sollen mehr zufriedene und glückliche Menschen zu erleben. Demnach haben die meisten Glücksfaktoren drei Eigenschaften gemeinsam: Ohne Überwindung keine guten Gefühle, das heißt die Belohnung mit Wohlgefühl gibt es zum Beispiel erst nach einem intensiven Sport-Training. Gewohnheit statt Aktionismus bedeutet täglich ein einfaches Essen aus frischen Zutaten statt alle zwei Monate ein Festmahl für 20 Personen. Die Feststellung, dass Glück eine Frage der Dosis ist: Neben den großen Glücksmomenten wie Hochzeit oder Geburt des Kindes sind es die kleinen Dinge des Alltags, die uns jeden Tag verschönern. Allerdings kann jeder der genannten Glücksfaktoren auch zum Stressfaktor werden, wenn man es übertreibt und nicht das richtige Maß findet.

Der Jahresbericht zitiert den bekannten Arzt und Kabarettisten Eckart von Hirschhaussen mit der Frage: „Stellen Sie sich vor, Sie selbst wären das Glück. Würden Sie gern bei sich vorbeikommen?“

Regelmäßige Sprechstunden für Schüler und Eltern bietet die Beratungsstelle in Ahrweiler an der Philipp-von-Boeselager-Realschule, am Peter-Joerres-Gymnasium und – nach Bedarf – an der Ahrtalschule Realschule plus in Altenahr an. Zum Angebot an Kindergärten gehört die Möglichkeit, nach Absprache mit den Eltern Verhaltensbeobachtungen auffälliger Kinder in den Kitas durchzuführen. Seit 2017 wird für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren zweimal jährlich ein Selbstbehauptungs- und Selbstsicherheits-Training mit dem Titel „Ich kann auch anders“ angeboten.

Zum Team der Lebensberatung Ahrweiler um Leiter Christof Ewertz gehören acht Hauptamtliche, darunter Pädagogen, Sozialarbeiter und Psychologen. Finanziert wurden die Kosten im vergangenen Jahr zu 44,8 Prozent durch den Träger, das Bistum Trier, zu 35 Prozent durch kommunale Mittel und zu 20,2 Prozent durch das Land Rheinland-Pfalz. Für die Ratsuchenden ist die Beratung kostenlos.

Die Lebensberatung Ahrweiler hat ihren Sitz in der Altenbaustraße 2 in Bad Neuenahr-Ahrweiler und ist telefonisch erreichbar unter

Tel.: 02641-3222 oder per E-Mail unter sekretariat.lb.ahrweiler(at)bistum-trier.de (red)

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