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Bistum Trier
Freitag, 24. Mai 2019

Hinhören, wahrnehmen und weitergeben

KEB und Citykirche widmen sich dem Thema „Missbrauch“

Koblenz – Das Thema „Missbrauch in der katholischen Kirche“ bewegt die Menschen auch vor Ort. Für Koblenz und die Region möchten das Team der Citykirche und die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Fachstelle Koblenz einen Beitrag liefern zu einer offenen Auseinandersetzung. In der Zeit vom 3. bis zum 8. Juni findet unter der Überschrift „Die Wahrheit wird frei machen“ eine Themenwoche in der Citykirche am Jesuitenplatz statt.

Durch die sogenannte MHG-Studie wurde der sexuelle Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz untersucht. Die Ergebnisse waren für das Team der Citykirche und der KEB Anlass, eine Themenwoche in Koblenz zu initiieren.

Die Organisatoren wollen sich dem Thema auf unterschiedliche Weise stellen. In einer interaktiven Ausstellung geht es vornehmlich darum, die Meinungen der Besucherinnen und Besucher zu hören, wahrzunehmen und an die Bistumsleitung weiterzugeben. Zeitgleich eröffnen Pinnwände eine Plattform für einen Austausch und Dialog. Informationen zur MHG-Studie erhalten die Gäste ebenfalls. Während des Veranstaltungszeitraums werden geschulte Frauen und Männer für persönliche und vertrauliche Gespräche bereitstehen, erklärt Daniel Steiger, Leiter der KEB Koblenz. Dies ist auch ein Element der Citypastoral. Maria Dües ist ehrenamtliches Mitglied des Gesprächsangebots „Offene Tür“ in der Citykirche. „Betroffene leiden oftmals unter einem großen Schamgefühl“, berichtet sie von ihren Erfahrungen. Die Perspektive der Betroffenen ist dem Team wichtig. „Zudem möchten wir für die Machtfragen sensibilisieren – denn darum geht es vor allem beim Thema Missbrauch“, betont Steiger.

Damit knüpfen die Verantwortlichen an eine Aussage des Trierer Bischofs Dr. Stephan Ackermann an. Er hatte bereits im März erklärt: „Ich bin überzeugt davon, dass die Themen Kinderschutz und Prävention, die Sensibilisierung für Machtfragen – denn darum geht es vor allem beim Thema Missbrauch – sowie ein achtsamer und respektvoller Umgang miteinander sich nur gemeinsam einüben lassen, indem wir immer wieder darüber reden, diese Fragen miteinander reflektieren und uns so weiterentwickeln.“ (vgl. https://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/aufarbeitung-und-praevention-als-langfristige-aufgaben/?L=0&cHash=496a3740f0d4acd43332b363fc23fdae). „Wir brauchen eine durchgängige Haltung und Kultur, die zuallererst den Betroffenen Gehör schenkt und keine Vertuschung duldet“, betont der Bischof. „Um sexuelle Gewalt wirksam zu bekämpfen, müssen Fälle aufgedeckt und aufgearbeitet werden; genauso wichtig ist die Prävention.“

Die Präventionsarbeit im Bistum Trier zeigt sich darin, dass die engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen in der täglichen Arbeit und in der Entwicklung ihrer Konzepte in den vergangenen Jahren weiter daran gearbeitet haben, in ihrem Bereich für ein sicheres Umfeld und Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen bzw. von Schutzbefohlenen zu sorgen. „Hier ist vieles erreicht, aber das Thema Prävention ist ein Dauerthema, weil sich immer wieder neue Herausforderungen stellen“, erläutert der Präventionsbeauftragte des Bistums Dr. Andreas Zimmer in diesem Zusammenhang. „Und es braucht das Engagement aller.“

Eine Filmvorführung ist am 3. Juni als Begleitprogramm der Themenwoche in Koblenz geplant ebenso wie eine Veranstaltung im Rahmen des Katholischen Forums am 17. Juni zum Thema Kirche und der Missbrauch.

Weitere Informationen zur Themenwoche gibt es bei Daniel Steiger per E-Mail an keb.koblenz(at)bistum-trier.de oder Tel.: 0261-963559-0.

Die unabhängigen Ansprechpersonen im Bistum sind Psychologe Peter Rütten, E-Mail: peter.ruetten(at)bistum-trier.de und Anwältin Ursula Trappe, E-Mail: ursula.trappe(at)bistum-trier.de

(jf)

 

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