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Bistum Trier
Dienstag, 20. November 2018

In aller Munde: Charisma

Jahrestagung der Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten zum zweiten Perspektivwechsel der Synode

„Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen“: Das hat die Bistums-Synode der Kirche im Bistum Trier als zweiten Perspektiv-Wechsel mitgegeben – und damit manche Fragen offengelassen. Auch deswegen wollten die Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten bei ihrer Jahrestagung 2018 an diesem Thema weiterarbeiten und damit auch ihre eigene Position in der Seelsorge im Bistum Trier weiterdenken.

Mit diesem Perspektivwechsel habe die Synode viel Mut gezeigt: Wer die Gaben des Heiligen Geistes zuerst in den Blick nimmt, muss damit rechnen, dass der Gottes-Geist weht, wo er will. Und das kann gelegentlich an unerwarteten Stellen geschehen; zudem wehe der Heilige Geist gelegentlich auch in erst einmal fremde Richtungen. So kommentierte Prof. Hans-Georg Gradl, Professor für Neues Testament an der Trierer Theologischen Fakultät, den Synoden-Beschluss.

Zugleich lud Gradl in seinem Referat dazu ein, die Charismen im Volk Gottes zu entdecken und in den Aufbau der Kirche vor Ort zu investieren. Charisma sei keine Extravaganz, mit der einzelne sich schmücken könnten: Gott schenkt seine Begabung immer, damit der oder die Einzelne sie für andere einsetzt. Damit können und sollen die Kirche und die Christenmenschen ihren Beitrag dazu leisten, dass Gottes Reich weiter wächst und Leben ermöglicht. „Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen“ wäre also zu ergänzen um die Einsicht, dass auch das Charisma selbst schon Gabe und Aufgabe zugleich ist.

Offenes und kritisch-konstruktives Gespräch mit dem Bischof

Im Gespräch der Berufsgruppe mit Bischof Stephan Ackermann kam die Frage, ob der Bischof auch der Formulierung „Aufbrüche vor (traditionellen) Aufgaben“ zustimmen könne. Ja, meinte Ackermann – allerdings wolle er möglichst "Neues und Bewährtes" miteinander sehen. Die Kirche dürfe gerade heute die Menschen und ihre traditionellen Erwartungen nicht allein lassen.

Einverstanden zeigte sich der Bischof mit einem Papier zur Selbstvergewisserung und Beschreibung der Berufsgruppe, die der Berufsverband im Sommer vorgelegt hatte: Das Bistum brauche auch weiterhin ausgebildete Theologinnen und Theologen, fähig zu Reflexion und konzeptioneller Arbeit. Er erwarte gerade auch von dieser pastoralen Berufsgruppe die Bereitschaft, Neues zu entdecken und auszuprobieren, manchmal auch neben dem "basalen" kirchlichen Leben – und sehe ihre Aufgaben mit noch mehr Blick auf die „Welt“. Auch in vielen Leitungsteams in den Pfarreien der Zukunft im Bistum sollten, so Bischof Stephan, Mitglieder der Berufsgruppe zu finden sein. Die Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten gaben dem Bischof und dem Bistum die Zusage, weiterhin und verstärkt die Kirche von Trier auch in neuen Feldern und an neuen Orten lebendig zu machen.

„Vielfältige Leitung“ – Kirche gegen Rechts –
Neue Sprecher des Berufsverbandes

In der anschließenden Mitgliederversammlung des Berufsverbandes der Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten (bvpr) ging es unter anderem darum, wie die Mitglieder mit verschiedenen Formen von Leitungsaufgaben in der Pfarrei der Zukunft umgehen wollen. Der bvpr hat zudem beschlossen, als erste kirchliche Gruppe im Bistum Trier der Bundesarbeitsgemeinschaft „Kirche und Rechtsextremismus“ beizutreten und damit ein Zeichen gegen alle Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) zu setzen. Ein neuer Arbeitskreis des bvpr wird sich mit dem Thema „Sexualisierte Gewalt in der Kirche“ befassen; er soll unter anderem einen Gesprächsraum für Menschen anbieten, die direkt oder indirekt von solchen Verbrechen betroffen sind.

Da die Amtszeit von Thomas Ascher (Dillingen) und Roland Hinzmann (Schweich) in der Sprecherinnen- und Sprechergruppe (Vorstand) des bvpr abgelaufen war, wählte die Mitgliederversammlung Altfried G. Rempe (Redakteur von www.bistum-trier.de) und Rainer Stuhlträger (Dekanatsreferent in Losheim-Wadern), die mit den weiterhin amtierenden Benedikt Achtermann (Wadgassen) und Sandra Jungbluth (Merzig) zusammenarbeiten werden.

Der Berufsverband der Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten im Bistum Trier ist seit gut vierzig Jahren der freiwillige Zusammenschluss dieser Gruppe von Seelsorgerinnen und Seelsorgern; er hat zur Zeit 222 Mitglieder (von 234 PR im Bistums-Dienst); alle Informationen auf www.bvpr-trier.de   

(ih)

Live-Tweets aus dem Gespräch mit Bischof Stephan

Während des Gesprächs von Bischof Stephan Ackermann mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jahrestagung konnten Interessierte auch die Live-Twitter-Berichterstattung mitlesen - zusammengestellt finden Sie sie hier.

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