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Bistum Trier
Sonntag, 4. November 2018

Integrationsförderung von Frauen geht weiter

Spendengelder aus dem Koblenzer „Wohnzimmerprojekt“ werden weitergeleitet

Koblenz – Im Mai endete das zweijährige Integrationsprojekt „Wohnzimmer der Nationen“, mit dem die Evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf die sprachliche und soziale Integration von Frauen mit Migrationshintergrund gefördert hatte. Das Projekt wurde vollständig aus Spendenmitteln finanziert, die jedoch am Ende nicht gänzlich verbraucht waren. Die restlichen Finanzmittel – jeweils 1210 Euro – hat das Presbyterium der Kirchengemeinde nun drei Projekten zur Verfügung gestellt, die schwerpunktmäßig mit Frauen und Familien mit Migrationserfahrung arbeiten.

Die Katholische Familienbildungsstätte gibt Frauen und Familien, die durch ihre Fluchterfahrung geprägt sind, Gelegenheit, auch ein Stück Normalität in ihrer neuen Lebensumwelt zu erfahren. Unter der Überschrift „Familie aktiv im Nahraum“ werden Ausflüge in die Region angeboten, die ihnen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung oder Kooperationspartner näherbringen, die sie dann in Eigeninitiative nutzen oder bei Unterstützungsbedarf besuchen können. Zweimal im Monat gibt es eine „Kochgruppe“, in der der Umgang mit einheimischem Gemüse oder Hygienehinweise vermittelt werden. Für Kinder gibt es ein Betreuungsangebot in den Schulferien, damit ihre Eltern auch in dieser Zeit einen Sprachkurs besuchen können. Und die Kursgebührenübernahme von Teilnehmenden, denen Finanzmittel fehlen, werden durch die Spende finanziert.

Im Portfolio der Arbeit, die der Sozialdienst Katholischer Frauen leistet, haben auch Gewalt- und Opferschutz sowie Schwangerschaftsberatung ihren Platz. Damit auch mit Migrantinnen zeitnah, gezielt und professionell gearbeitet werden kann, ist man seit 2015 auf die Unterstützung durch Kultur- und Sprachmittlerinnen angewiesen. Sie übernehmen beispielweise Übersetzungstätigkeiten, begleiten bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Rechtsberatungen und vermitteln allgemeine Informationen rund um Geburt, Schwangerschaft und Verhütung. Häufig entstehen den ehrenamtlich tätigen Kultur- und Sprachmittlerinnen Kosten wie durch (Auto-)Fahrten, die sie angesichts der Häufigkeit, mit der ihre Dienste in Anspruch genommen werden, selbst nicht tragen können. Aus Spendenmitteln wird zur Kostendeckung eine Aufwandspauschale finanziert.

Das Projekt „SALAM – von Frauen für Frauen“ des Diakonischen Werkes Koblenz unterstützt die Selbstständigkeit von Frauen mit Migrationserfahrung. Damit reagieren die Verantwortlichen auf den wachsenden Bedarf nach Kontakt, Austausch und „Verstehen“ der Welt, in der die Frauen angekommen sind. Zum Konzept gehört die selbstverantwortliche Beteiligung („Empowerment“) der angesprochenen Frauen an Planung und Leitung der offenen Gruppentreffen.

Über diese drei Projekte hinaus konnten weitere 900 Euro an das Dekanat Koblenz überwiesen werden, mit der die Anschaffung einer Overlock-Nähmaschine für das integrative Frauenprojekt „Die Welt zusammennähen“ unter Leitung von Pastoralreferentin Jutta Lehnert finanziert wurde.

Das Projekt „Wohnzimmerprojekt“ war im Netzwerk „Willkommenskultur Rechte Rheinseite“ (WiRR) verankert und wurde von vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen unermüdlich mitgetragen.

(red)

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