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Bistum Trier
Mittwoch, 16. Dezember 2020

Interreligiöses Friedensgebet in Corona-Zeiten: Gemeinsamer Film statt Gebetstag

Interreligiöse Dialog Saarbrücken stellt seinen ersten Film „Am seidenen Faden“ vor

Saarbrücken – Um ein Zeichen der Hoffnung in Zeiten der Corona-Pandemie zu senden, haben die Mitglieder des Interreligiösen Dialogs in Saarbrücken erstmals einen gemeinsamen Kurzfilm gedreht. „Da wir in diesem Jahr leider nicht wie gewohnt zu unserem ,Friedensgebet der Religionen‘ einladen konnten, haben wir nach einem neuen Format gesucht, unser Anliegen – nämlich gegenseitigen Respekt, Wertschätzung, Frieden und Zusammenhalt – auszudrücken“, sagt Pastoralreferent Heiner Buchen vom Dekanat Saarbrücken. „Am seidenen Faden“ heißt der Film, den junge Kreative von „fugeefilms“ produziert haben.

Aus unterschiedlichen Perspektiven thematisiert der Film die bedrängenden Situationen, in die die Pandemie die Menschen und das gesamte öffentliche Leben hineingezogen hat. „Was hängt für mich zur Zeit am seidenen Faden?“ Diese Frage beantworten die Vertreter der Religionen zu Beginn des Films aus ihrer jeweiligen Perspektive unterlegt von Geigenmusik – gespielt von der Saarbrücker Musikstudentin Irem Atalay. „Am seidenen Faden hängt das Leben von vielen Menschen zum Beispiel von vielen Muslimen, die versuchen, irgendwohin von Krieg zu fliehen. Sie stoßen auf geographische, politische Grenzen, die von Politikern oft hergestellt wurden“, sagt Riad Katta von der Islamischen Gemeinde Saarland. Ferah Aksoy-Burkert von der Bahá’í Gemeinde Saarbrücken sorgt sich um den Zustand der Erde und der Menschheit: „Corona, Flüchtlingskrise, Wirtschaftskrise, Rassismus, Klimawandel und vieles mehr: Die Welt ist aus den Fugen geraten. Mich beschäftigt das. Und ich frage mich, wie wir gemeinsam diese Themen lösen können. Ist es nicht notwendig, wieder zum Wesentlichsten zurückzukehren?“ Optimistischere Töne kommen vom Saarbrücker Dechanten Benedikt Welter: „Leben am seidenen Faden? Für mich eher: Leben auf einem tragenden Grund. Denn was verletzlich und gefährdet ist im Leben, das hat für mich etwas zu tun mit dem Kreuz, von Gott ist es getragen. Auch wenn es wackelt auf der Erde und es eng wird: Da Gibt es eine Weite, die mich durchatmen lässt.“

Den Gedanken folgen Ausschnitte aus den heiligen Schriften sowie ein Wunsch. So bittet etwa Elif Yarar von der türkisch-islamischen Ditib Saarbrücken: „Oh Barmherziger! Heile uns und die Menschen von Krankheit, Schütze die Schwachen und Kranken. Gib uns Kraft, diese schwierige Zeit zu überwinden.“ Rudolf Alexander vom evangelischen Kirchenkreis Saar-West bittet: „Gütiger Gott, wir gehen durch eine Welt voll Zwielicht und Schatten. Lass dein Licht in unseren Herzen auferstrahlen und führe uns durch das Dunkel dieses Lebens in deine unvergängliche Klarheit.“

Zum Abschluss des Films tragen die Studierenden Julie Makumbi Pontes Zola aus Brasilien und Johannes Müller gemeinsam das Gebet der Vereinten Nationen vor, in dem es heißt: „Unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden. Nicht von Hunger und Furcht gequält. Nicht zerrissen in Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns Mut und die Voraussicht schon heute mit diesem Werk zu beginnen. Damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen ,Mensch‘ tragen.“

Hintergrund:

Der Film wurde gefördert von der Partnerschaft für Demokratie im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sowie der Landeshauptstadt Saarbrücken und Saartoto. Dem Interreligiösen Dialog gehören an: Synagogengemeinde Saar, Katholisches Dekanat Saarbrücken, Evangelischer Kirchenkreis Saar-West, Islamische Gemeinde Saarland, Türkisch-Islamische Gemeinde DITIB Saarbrücken, Alevitische Gemeinde Saarland, Bahá’í Gemeinde Saarbrücken, Islamisches Kulturzentrum Saarbrücken, AISA (Association Internationale Sufi Alawiya) Saar-Lor-Lux, Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft, das Forum für interkulturelle Begegnungen Ramesch sowie das Zuwanderungs- und Integrationsbüro Saarbrücken. 

Eine Kurzversion des Films „Am seidenen Faden“ steht online unter:

https://youtu.be/tFTwOHJyTnA

(uk)

 

 

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