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Bistum Trier
Freitag, 1. April 2022

Jüdisches Leben in Deutschland: Wanderausstellung und Begleitprogramm

Kostenlose Tickets für Auftakt mit der Klezmer-Band „Freilich” erhältlich

Schweich – Mit einem Dekret Kaiser Konstantins aus dem Jahr 321 wurde es Juden erlaubt, auf dem Gebiet des Römischen Reichs in den Kölner Stadtrat berufen zu werden. Es ist die älteste noch erhaltene Urkunde, die die Existenz von Jüdinnen und Juden nördlich der Alpen belegt. Zugleich ist das Schriftstück Orientierungspunkt für das bundesweit begangene Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, das aufgrund der Corona-Pandemie bis zum Juli 2022 verlängert wurde. Die gleichnamige, vom 11. bis 28. April in Schweich gastierende Ausstellung setzt einen regionalen Schwerpunkt im Untertitel: „Tradition und Identität der Juden in Rheinland-Pfalz.”

Wie vielfältig jüdisches Leben im Laufe der Geschichte war, und heute wieder ist, zeigt die vom Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Uni Mainz e.V. (IGL) konzipierte Wanderausstellung „1700 Jahre jüdisches Leben. Tradition und Identität der Juden in Rheinland-Pfalz“. Auf 17 Thementafeln werden Schlaglichter auf einzelne Persönlichkeiten, Bräuche und Bauten präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung durch Filmdokumentationen sowie durch Zeitzeugeninterviews und eine virtuelle Rekonstruktion der 1938 zerstörten Synagoge in Simmern. Als besonders facettenreich erweisen sich Belege jüdischen Lebens im Hochmittelalter auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz: Im vergangenen Jahr erkannte die UNESCO die sogenannten SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz als Weltkulturerbe an.

Die Wanderausstellung in Kooperation mit dem Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit sowie dem Beauftragten für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen der Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz, Dieter Burgard, wird an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz gezeigt. Vom 11. bis 28. April wird sie in der ehemaligen Synagoge in Schweich zu sehen sein. Durch den Einbezug der dortigen Dauerausstellung „Jüdisches Leben in und um Schweich“ gibt es Einblicke in die Vielfalt jüdischen Lebens eigens in der Mosel-Region. Die Ausstellungseröffnung findet am Montag, 11. April, um 18 Uhr in der ehemaligen Synagoge Schweich statt; die Klezmer-Band „Freilich“ der jüdischen Kultusgemeinde Trier wird den Abend musikalisch gestalten. Kostenfreie Tickets zur Veranstaltung sind über ticket regional buchbar: https://www.ticket-regional.de/events_info.php?eventID=184968. Die Ausstellung ist bis zum 28. April täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, für den Besuch der Ausstellung gilt die 3G-Regel.

Die Ausstellung endet am 28. April mit einem Vortrag von René Richtscheid vom Emil-Frank-Institut Wittlich (19.30 Uhr) zum Thema „1.700 Jahre Juden in der Moselregion“ in der Synagoge Schweich. Anmeldungen zum Vortrag nimmt die VHS Schweich entgegen (Tel.: 06502-2332 oder E-Mail: schweich(at)kvhs.trier-saarburg.de).

Ein umfassendes Begleitprogramm ist auch über den Ausstellungszeitraum hinaus geplant: Verschiedene Exkursionen zu Orten jüdischen Lebens in der Region werden dabei angeboten: Am 22. Mai kann man die Trierer Synagoge und den jüdischen Friedhof in der Weidegasse zu besichtigen; eine Exkursion am 24. Juni führt Interessierte zu den Stätten jüdischen Lebens nach Wittlich. Informationen und Anmeldung ebenfalls über die VHS Schweich.

Die Ausstellung ist ein Projekt der AG Gedenken in Trägerschaft des Pastoralen Raums Schweich und wird über "Demokratie leben!" der Partnerschaft für Demokratie der Verbandsgemeinde Schweich unterstützt. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es beim Pastoralen Raum Schweich, Pastoralreferentin Judith Schwickerath, Tel.: 0151-11124413, E-Mail: judith.schwickerath(at)bistum-trier.de.

Hintergrund AG Gedenken

Seit 2010 gibt es in der heutigen Verbandsgemeinde Schweich das Programm „Jüdisches Leben in und um Schweich“ in Trägerschaft des Pastoralen Raums Schweich. In der AG Gedenken haben sich Vertreterinnen und Vertreter des Pastoralen Raums Schweich, der jüdischen Kultusgemeinde Trier, des Emil-Frank-Instituts (Wittlich), der Stadt Schweich, der VHS Schweich, des Vereins Kultur in Schweich e.V., der KEB Trier sowie interessierte Einzelpersonen zusammengeschlossen. Ihre Arbeit verfolgt zwei Zielrichtungen: Zum einen will sie den Opfern des Nationalsozialismus, insbesondere den jüdischen Opfern, ein Gesicht geben und einen Raum im Bewusstsein der Menschen schaffen, die heute in der Verbandsgemeinde Schweich leben. Zum anderen will sie einen Beitrag leisten zu einer menschengerechten und menschenwürdigen Gestaltung des Zusammenlebens der verschiedenen Gruppen unserer Gesellschaft jenseits von Diskriminierung und allen Formen der Menschenverachtung.

(red)

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