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Bistum Trier
Donnerstag, 31. Dezember 2020

Jugendliche Häftlinge restaurieren Wegekreuz

Das 90 Jahre alte Holzkreuz in Wadern-Morscholz drohte zu kippen – Neuer Standort gesucht

Ottweiler/Wadern – Jugendliche Häftlinge der Justizvollzugsanstalt (JVA) Ottweiler haben unter Anleitung des Schreinermeisters Uli Kuhn in der Gefängnis-Werkstatt ein Holzkreuz aus dem Jahre 1930 saniert, das vor der Kapelle „Schmerzhafte Gottesmutter vom Bildchen“ (auch bekannt als „Bildchen Kapelle“) in Wadern-Morscholz stand. Das 90 Jahre alte Kreuz war teilweise verfault und drohte zu kippen. Auch die Halterung war verrostet. Wie der Gefängnisseelsorger, Pastoralreferent Hans-Jürgen Schneider, berichtet, hatte die Idee zur Restaurierung in der JVA der Morscholzer Ortsvorsteher Markus Wollscheid, der auch Personalrat der JVA Ottweiler ist.

Mit Schutzanzügen und Masken haben zwei jugendliche Häftlinge das Kreuz zunächst mit einem Spezialmittel abgebeizt. „Anschließend wurde das Kreuz geschliffen, Fugen von Dreck, Silikon und Mörtelresten befreit und anschließend komplett eingeölt“, erzählt Schneider. Ein kleines Stück des Fußes des 2,80 Meter großen Holzkreuzes musste wegen Verwitterung abgeschnitten werden, damit das Kreuz gerade stehen kann. Insgesamt 60 Arbeitsstunden steckten der Schreinermeister und die beiden Insassen im November und Dezember in das Projekt.

Zurück an die 1844 erbaute Kapelle, die seit 1894 dem Ort Morscholz gehört, wird das Kreuz jedoch nicht kehren können. „Das renovierte Holzkreuz eignet sich leider nicht mehr zur Aufstellung im Freien und muss nun in einem geschlossenen Raum aufgestellt werden“, bedauert Gefängnisseelsorger Hans-Jürgen Schneider, „in Absprache mit Vertretern der Kirchengemeinde wird es in Zukunft einen geeigneten Platz in Morscholz zur Ehre Gottes erhalten.“ Der 80 Zentimeter hohe Christuskorpus, der am Kreuz hing, wird nach Auskunft des Ortsvorstehers derzeit ebenfalls generalüberholt und soll an einem neuen Kreuz an der Kapelle angebracht werden.

(uk)

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