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Bistum Trier
Montag, 23. September 2019

„Junge aufstrebende Orte von Kirche“

Gesellschafterversammlung der Kita gGmbH Saar zieht positive Bilanz

Schwalbach – „Die Kitas werden junge, aufstrebende Orte von Kirche in den neuen Pfarreien der Zukunft sein. Wir können viel von ihnen lernen“: Das hat Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg bei der 20. Gesellschafterversammlung der Katholischen Kita gGmbH Saar am 19. September in Schwalbach betont. Im Saalbau hatten sich rund 90 Frauen und Männer aus den Kirchengemeinden im Saarland versammelt, die als Mitgesellschafter fungieren. Mehrheitsgesellschafter ist das Bistum.
 

Familien auch in besonderen Situationen unterstützen

In seinem Impulsvortrag zu den Pfarreien der Zukunft und der Rolle der Kitas sagte Plettenberg weiter, die Einrichtungen seien für junge Familien mit ihren Bedarfen mit einer großen Offenheit da. „Jedes Kind hat dort seinen Platz und wird so angenommen, wie es ist. Wir wünschen uns natürlich, dass die Kitas sich eng vernetzen werden mit anderen Orten von Kirche – in die Pfarreien hinein. Eine wichtige Aufgabe von Kirche ist es, Familien auch in besonderen Situationen zu unterstützen. Das leisten die Einrichtungen bereits heute in großartiger Art und Weise.“ Von Plettenberg lobte auch das bereits seit Jahren implementierte Qualitätsmanagement in den Kitas: „Hier können wir von den Kita gGmbHs lernen, denn auch für die Pfarreien soll es künftig überprüfbare und verbindliche Qualitätsstandards der Arbeit geben.“ Auch bei der Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, wie es sie auch in den neuen Leitungsteams der Pfarreien geben wird, könnten die Kita gGmbHs beispielhaft stehen: Der Aufsichtsrat der Gesellschaften besteht aus drei Hauptamtlichen, die der Generalvikar benennt, und drei Ehrenamtlichen, die die Gesellschafter aus ihren Reihen wählen – so auch an diesem Abend.

"Frau der ersten Stunde"

Eine der drei wieder gewählten Ehrenamtlichen ist Silke Barth aus Nonnweiler-Kastell. Die 55-jährige Diplom-Wirtschaftsmathematikerin ist „Frau der ersten Stunde“: Seit Gründung der Kita gGmbH Saar vor rund 20 Jahren arbeitet sie imt Aufsichtsrat, immer wieder wurde sie von ihren Mitgesellschaftern in dieses Amt gewählt. Damals wie heute motivieren Silke Barth ähnliche Gründe für ihr Engagement: Als langjähriges Mitglied im Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat ihrer Pfarrei interessierte es sie besonders, als der Kindergarten ihrer Kirchengemeinde als einer der ersten in die neue gGmbH überführt werden sollte. „Ich war erst etwas skeptisch, aber auch neugierig auf das Konzept. Ich wollte dabei sein, mitwirken. Und ich muss sagen, über die 20 Jahre ist es spannend geblieben. Ich bin wirklich begeistert davon, wie sich die Kitas sukzessive weiterentwickelt haben, dass sie immer professioneller geworden sind. Und wenn ich an Themen denke wie das Qualitätsmanagement, die professionelle Mitarbeiterqualifizierung – das ist schon sehr positiv.“ Jetzt stehe mit der Frage, wie die Kitas in die neuen Pfarreien integriert werden, wieder ein großer Schritt in die Zukunft an, den sie gerne begleiten wolle. „Es macht einfach Spaß, im Aufsichtsrat zu arbeiten, weil jeder seine unterschiedlichen Talente mitbringt und diese hier berücksichtigt werden.“ Dieses positive Miteinander und die Wertschätzung betonte auch Aufsichtsratsvorsitzende Mechthild Schabo, Direktorin des Zentralbereich Pastoral und Gesellschaft im Bistum Trier. Ihr mache die vorbildliche Zusammenarbeit im Aufsichtsrat und die geteilte Verantwortung „Mut für die Leitungsteams“ der Pfarreien der Zukunft.
 

Größter Träger von Kindertageseinrichtungen im Saarland

Bei der Gesellschafterversammlung wurden nicht nur Georg Binninger, Angela Thelen und Mechthild Schabo als hauptamtliche Aufsichtsratsmitglieder bestätigt, und Silke Barth, sowie Heribert Schmitt und Pfarrer Franz-Josef Werle als ehrenamtliche Mitglieder für vier Jahre wiedergewählt, sondern auch der Geschäftsbericht für 2018 vorgestellt.

Die Geschäftsführer Rainer Borens und Thomas Schmitz gaben Einblicke in Zahlen, ausgewählte Entwicklungen und Projekte. Mit 13.118 Plätzen in 157 Einrichtungen ist die Kita gGmbH Saar der größte Träger von Kindertageseinrichtungen im Saarland. Davon sind 51 Prozent Ganztagsplätze, 32 Prozent Regelplätze und 15 Prozent Krippenplätze. Wegen veränderter Bedarfe der Eltern wurde die Zahl der „Regelplätze“ mit einer maximalen Betreuungszeit von sechs Stunden teils in Ganztagesplätze umgewandelt (Steigerung von 3,3 Prozent). Auch die Anzahl der Krippenplätze für die Kleinsten erhöhte sich 2018 um 5,2 Prozent. In den Einrichtungen der Kita gGmbH Saar arbeiten 2.996 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unausgeglichen ist nach wie vor das Verhältnis zwischen Männern und Frauen: 92,4 Prozent des Personals ist weiblich, nur 7,6 Prozent sind männlich (von 225 männlichen Mitarbeitern arbeiten 116 im pädagogischen Bereich). Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt bei rund 42 Jahren. Die Einrichtungsgröße variiert von zwei bis 13 Gruppen mit Teamgrößen von fünf bis 56 Mitarbeiterinnen. Ein großes Problem sehen die Geschäftsführer im anhaltenden Fachkräftemangel. Junge und gut ausgebildete Menschen wanderten aus dem Saarland verstärkt in andere Bundesländer ab, zudem müsse der Erzieherberuf attraktiver werden. Als Maßnahmen verdoppelt die Kita gGmbH Saar ihre sieben so genannten Springerkräfte um sieben weitere.

Angela Thelen vom Diözesan-Caritasverband Trier und Georg Binninger vom Bischöflichen Generalvikariat, die das Steuerungsbüro der drei Katholischen KiTa gGmbHs koordinieren, berichteten von der Umsetzung des Rahmenschutzgesetzes zur Prävention von Gewalt an Kindern in katholischen Kitas, das Bischof Dr. Stephan Ackermann 2019 erlassen hat. In einem ersten Schritt haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Konzept erhalten und werden von 2019 bis 2022 durch den Diözesancaritasverband im Bereich Prävention geschult.
 

Bisheriges Rahmenleitbild wird überarbeitet

Für 2019 und 2020 nennt der Geschäftsbericht mehrere Schwerpunkte: Das bisherige Rahmenleitbild für die Kitas soll überarbeitet werden, das Projekt „Gesundheitsförderung“ und die Einführung einer ständigen stellvertretenden Leitung für fünf- bis sechsgruppige Einrichtungen umgesetzt werden. Viele der Kitas nehmen an unterschiedlichen Bundesförderprogrammen und weiteren Fortbildungsprogrammen teil, etwa den „Sprachkitas“, oder dem „Haus der kleinen Forscher“. Außerdem stehen rund ein Drittel der Einrichtungen mit örtlichen Sportvereinen in Kooperation beim Programm „Kids in Bewegung“. In den nächsten Jahren steht zudem die Weiterentwicklung ausgewählter Kitas zu inklusiven Einrichtungen an.

Mehr Informationen gibt es unter: www.kita-saar.de

(sb)

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