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Bistum Trier
Donnerstag, 13. Januar 2022

Junge Katholiken stellen sich zur Wahl

Sechs junge Menschen wollen das kirchliche Leben in Wadgassen aktiv mitgestalten

Wadgassen – Seit dem vergangenen Wochenende läuft in Wadgassen die Wahl zum ersten Pfarrgemeinderat der zum 1. Januar fusionierten Pfarrei St. Wolfram. Bis zum 30. Januar, 18 Uhr, sind 9930 Katholikinnen und Katholiken aufgerufen, per Briefwahl Kandidaten für ihren Pfarrbezirk zu bestimmen. 25 Personen kandidieren für neun Plätze im neuen Gremium – darunter sechs junge Menschen im Alter von 16 bis 31 Jahren.

Unter ihnen sind auch die Schüler Jakob Sturm und Noah Färber – mit 16 Jahren die Jüngsten in der Runde. Beide sind als Messdiener und Lektoren aktiv. „Wir wollen uns für junge Leute in der Gemeinde einsetzen“, sagt Noah Färber aus Friedrichweiler. Jakob Sturm, der für den Pfarrbezirk Schaffhausen kandidiert, ergänzt: „Mit meiner Mutter habe ich schon Gottesdienste mit DJ organisiert. Das könnte es in Zukunft öfters geben, um die Messen moderner zu gestalten.“ Mit den Sternsingern zusammen haben sie die Wahlunterlagen in allen Haushalten verteilt.

Die Pfarrei St. Wolfram ist zum 1. Januar entstanden aus der Fusion der bis dahin eigenständigen Pfarreien Maria Heimsuchung Wadgassen, St. Gangolf Differten, Herz Jesu Hostenbach, Heilige Schutzengel Schaffhausen und St. Antonius von Padua Werbeln. Die pastoralen Gremien wählten als Patron für die neue Pfarrei den heiligen Wolfram, den ersten Abt der Prämonstratenser-Abtei in Wadgassen. Die Fusion hat Auswirkungen auf die Struktur der pastoralen Gremien: Gab es in der ehemaligen Pfarreiengemeinschaft Wadgassen bislang fünf Pfarrgemeinderäte, fünf Verwaltungsräte sowie den Pfarreienrat aus Delegierten der Pfarrgemeinderäte und die Verbandsvertretung aus Vertretern der Verwaltungsräte, gibt es in der neuen Pfarrei nur noch zwei Gremien: einen Pfarrgemeinderat, der den Verwaltungsrat wählt. Die Pfarrbezirke Wadgassen, Differten, Hostenbach und Schaffhausen entsenden zwei Mitglieder in den neuen Pfarrgemeinderat, Werbeln als kleinster Pfarrbezirk nur einen.

Die Kirche attraktiv für Jüngere machen, ist ein erklärtes Ziel der sechs jungen Kandidaten. Dass dies gelingen kann, davon ist Erik Martin (26), Mitglied des Pfarrgemeinderats Hostenbach, überzeugt: „Wir haben im Hostenbacher Pfarrgemeinderat viele junge Leute und können so auch mitreden und unsere Vorstellungen einbringen.“ Die Jüngeren ansprechen, aber insgesamt allen Generationen Angebote machen, sei eine anspruchsvolle Aufgabe. „Viele in der Generation der 25- bis 40-Jährigen sehen in der Kirche hauptsächlich einen Dienstleister etwa für Hochzeiten oder Taufen. Wir wollen ihnen das Gemeinschaftserlebnis, das wir in der Kirche haben, näher bringen“, sagt Anke Martin. Die 31-Jährige wurde vor 16 Jahren als Vertreterin der katholischen Jugend in den Pfarrgemeinderat von Hostenbach berufen und ist seitdem dabei geblieben. „Es gibt hier viele Aufgaben und man kann wirklich etwas gestalten“, sagt Martin. So hilft sie mit den anderen bei allen Aktionen im kirchlichen Jahreskreis: Neben der Sternsinger-Aktion ist sie im Karneval mit der Jugendgruppe bei drei Umzügen dabei, organisiert mit anderen die Rappel-Aktion, die Osterfeier und eine Ferienfreizeit. Vor Weihnachten stellen sie die Krippe und die Weihnachtsbäume auf.

„Wir wollen die Fusion der fünf ehemaligen Pfarreien gut über die Bühne bringen. Wir sind jetzt alle eine Pfarrei, das Zusammenwachsen ist unser Ziel“, sagt der 27-jährige Christian Grünnagel, zweiter Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Hostenbach. „Haben sich die bisherigen Pfarrgemeinderäte sehr um die Belange ihrer Pfarrei gekümmert, muss der neue gemeinsame Rat das große Ganze im Blick behalten“, sagt die 26-jährige Stephanie Bay, die im Pfarrgemeinderat von Schaffhausen sitzt. Um das Geschehen vor Ort, etwa um die Organisation von Festen und Aktionen, kümmern sich in Zukunft sogenannte lokale Teams von Engagierten. Das können alle Menschen sein, die sich einbringen wollen – auch ohne offiziell gewählt worden zu sein.

Auch wenn sie nicht gewählt werden sollten, wollen sie sich weiter für die Kirche engagieren, sind sich die sechs einig. Neben den neun gewählten Mitgliedern werden dem neuen Pfarrgemeinderat noch fünf weitere Personen angehören, die dazu berufen werden – etwa Vertreter der Messdiener, der Frauengemeinschaft, des Kirchenchores oder der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). „Wir brauchen alle Leute“, sagt auch Pastor Peter Leick. Daher sei er froh, dass ihm alle Kandidaten bestätigt hätten, in jedem Fall in den lokalen Teams mitarbeiten zu wollen. Aus der Gemeinde höre er auch die ein oder andere Sorge mit Blick auf die Fusion: „Heißen jetzt alle Kirchen St. Wolfram? Finden nur noch in einer Kirche Gottesdienst statt?“ seien Fragen, mit denen die Gläubigen zu ihm kämen. „Nein“, versichert Leick dann, „jede Kirche behält ihren Namen, auch an der Organisation der Gottesdienste ändert sich nichts. Das kirchliche Leben wird nicht an einem Ort zentralisiert.“ Im Großen und Ganzen laufe die Fusion unkompliziert: „Die Entscheidung zur Fusion fiel im letzten März in allen Gremien einstimmig bei einer Enthaltung“, sagt Leick.

„Wir hoffen auf eine hohe Wahlbeteiligung“, sagt die Wahlbeauftragte Ruth Beck vom Pfarrgemeinderat Schaffhausen. „Die Umschläge können per Post an die Kirchengemeinde geschickt, in den Pfarrbüros vorbeigebracht oder in Wahlurnen eingeworfen werden, die in vielen Wadgasser Geschäften stehen, etwa beim Bäcker, Floristen, in Apotheken“, sagt Beck.

Info:

Durch die Fusion ist aus den fünf Pfarreien der ehemaligen Pfarreiengemeinschaft Wadgassen eine neue Pfarrei geworden, die vermögensrechtlich und juristisch eine Person ist. Arbeiteten sie bislang nur auf pastoraler Ebene zusammen, bilden sie nun auch finanz- und verwaltungstechnisch eine Einheit: Bewegliches und unbewegliches Vermögen, Rechte, Pflichten, Verbindlichkeiten und Forderungen gehen vollständig auf die neue Pfarrei über. Zweckgebundenes Vermögen und Stifterwillen bleiben jedoch weiterhin für ihre Bestimmung erhalten. Das bedeutet, dass zum Beispiel Geld, das für die Renovierung einer Kirche angespart wurde, nicht für ein anderes Gotteshaus verwendet werden darf. Beim Personal – also Pfarrer, Pastoral- und Gemeindereferenten, Küster, Organisten – ändert sich im Stellenumfang nichts.

Weitere Informationen zu den Wahlen unter: www.bistum-trier.de/wahlen

(uk)

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