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Bistum Trier
Donnerstag, 16. April 2020

Junge Leute auch in der Corona-Krise erreichen

Einrichtungen der Jugendhilfe im Bistum Trier entwickeln neue Angebote

Sinzig/Saarburg – Wie Jugendarbeit machen, ohne Jugendliche zu treffen? Vor diese Frage sehen sich die verschiedenen Einrichtungen der Jugendhilfe des Bistums Trier in den vergangenen Wochen gestellt. Die Fachstellen für Kinder- und Jugendpastoral, die Kirchen der Jugend und Jugendkirchen sowie die offenen Einrichtungen in Bistumsträgerschaft suchen darauf unterschiedliche Antworten.

„Schon sehr früh war uns klar, was da auf uns zukommen wird, denn wir sind auch in der internationalen Jugendarbeit gut vernetzt“, berichtet Petra Klein, die Leiterin des Hauses der offenen Tür (HoT) in Sinzig. Als ein Kollege aus Bergamo ihr am Telefon unter Tränen von den Zuständen in Italien erzählte, hätten für sie und ihre Kollegen die Vorbereitungen begonnen. „Als es dann zur Schließung der Schulen und der Einrichtungen kam, hatten wir schon eine Struktur unseres Angebotes.“ Dazu gehört etwa die Aktion „Wir schenken ein Lächeln“, um ein Zeichen gegen einsame Ostern in Corona-Zeiten zu setzen. Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene basteln eine schöne Karte, schreiben eine Geschichte oder lassen sich sonst etwas Kreatives einfallen. Das Ergebnis werfen sie beim HoT in den Briefkasten und das „Jugend hilft“-Team sorgt dafür, dass es bei Seniorinnen und Senioren im Raum Sinzig ankommt. Andere Aktionen sind eine Workshop-Plattform oder auch ein Zeichen-Wettbewerb im Internet.

Saarburger Jugendzentrum setzt auf Beratung rund um home schooling und Vernetzung

Einen anderen Weg ging man im Jugendzentrum in Saarburg. „Was brauchen Jugendliche jetzt?“, so lautete dort die Ausgangsfrage, erzählt Leiterin Jacqueline Maron. Das Team habe verschiedene Ideen entwickelt, etwa das Angebot, Arbeitsaufträge der Schule für die Schüler auszudrucken. Inzwischen bieten neun weitere Einrichtungen des Bistums diesen Service. Das Jugendzentrum ergänzt das noch um Beratungsangebote für Jugendliche rund um die Schularbeit zu Hause aber auch zu den neuen und oft nicht konfliktfreien Zeiten zu Hause. Sorgen bereitet Maron, dass einige Jugendliche in dieser Zeit nicht erreicht werden. „Ein Schwerpunkt ist bei uns die niedrigschwellige Kinder- und Jugendarbeit im offenen Treff – da werden keine Kontaktdaten erfasst.“ Jetzt zu diesen Jugendlichen den Kontakt zu halten, sei nicht einfach. „Wir ermutigen dazu, dass sich die Jugendlichen auch selbst miteinander vernetzen, etwa bei einem ‚Corona-Adventskalender‘, der die Tage bis zum Ende der Schließung nutzt und für jeden Tag eine ‚Online-Challenge‘ bietet, die von Jugendlichen mitgestaltet wird.

Krise ist auch eine Chance

„Ich sehe – bei aller Dramatik – für uns in Sinzig in allem auch eine Chance“, ergänzt Petra Klein vom HoT Sinzig. „Wir erleben, dass gerade benachteiligte junge Menschen aktiv werden.“ So gebe es zur Zeit etwa 50 Jugendliche, die in den verschiedenen Projekten eingebunden sind, etwa beim Versenden der Postkarten, der Unterstützung der ‚Tafel‘ oder anderen Initiativen. „Ich habe das Gefühl, dass wir durch diese Projekte Jugendliche ansprechen, mit denen wir bisher noch keinen Kontakt hatten“. Nun überlegt das Team, was das für die Zeit nach der Corona-Pandemie bedeuten kann: Welche Projekte sollen fortgeführt werden; wie bindet man neu dazu gekommene Jugendliche dauerhaft mit ein? Auf solche Fragen werden die Jugendeinrichtungen im Bistum auch nach der Corona-Krise vielfältige Antworten finden.

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