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Bistum Trier
Donnerstag, 19. April 2018

„Katholisch ehrlich bleiben" und Verlässlichkeit schaffen

Heilig-Rock-Tage: Bischof trifft sich mit konfessionsverbindenden Ehepaaren

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Trier – Neues Veranstaltungsformat bei den Heilig-Rock-Tagen: Der Bischof trifft sich mit konfessionsverbindenden Ehepaaren, hört ihre Lebensgeschichten und Erfahrungen und bezieht Stellung zur aktuellen Diskussion um die geplante Handreichung der Bischofskonferenz zum gemeinsamen Kommunionempfang. Das Fazit: positiv - Bischof Stephan Ackermann, die Moderatoren sowie die acht teilnehmenden Ehepaare bezeichnen das Erzählcafé am 18. April in ihren Resümees als sehr wertvoll und bereichernd.

„Diese Diskussion ist eine unselige Geschichte, da sie das Zeichen der Wertschätzung, das wir Bischöfe mit der geplanten Handreichung geben wollen, kaputt macht und das wichtige Thema der konfessionsverbindenden Ehe negativ in die Schlagzeilen bringt.“ Bischof Ackermann macht an dem Nachmittag im Kolpinghaus Warsberger Hof kein Hehl aus seinem Standpunkt. Es sei ein „negatives Zeichen“, das durch das Schreiben der sieben Amtsbrüder nach Rom gegeben werde. Und es mache ihn traurig, dass sich ausgerechnet im Land der Reformation die Bischöfe nicht einig seien. Stattdessen müssten die leiden, die katholisch-evangelische Gemeinschaft leben und für die Differenzen nichts können. Dabei sei vielmehr die Frage drängend: „Wie stellen wir uns konkret Einheit vor? Was erwarten wir vom Anderen?“, so der Bischof.

„Die Offenheit und der positive Weg, den Bischof Ackermann geht, geben uns Hoffnung“, erklären Constanze und Bernhard Buss nach der zweistündigen Veranstaltung. Das Ehepaar aus Osburg ist gerne der Einladung von Anna Werle (Abteilung Pastorale Grundaufgaben, Verkündigung und Ökumene im Bischöflichen Generalvikariat) gefolgt. Zusammen mit Co-Moderator Thomas Borchers, Delegierter der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Region Südwest und Pfarrer in der evangelischen Kirche der Pfalz, ging es ihr um den offenen Austausch zwischen Betroffenen und dem Bischof zu dem wichtigen Thema der Ökumene, das – so die Aussage aller Teilnehmer – den Lebensalltag vieler Menschen prägt.

„Seit 40 Jahren begleitet uns dieses Thema, und wir sind dankbar, dass sich endlich jemand dafür interessiert und uns zuhört“, berichten Birgit und Gerhard Wagner aus Buch bei Kastellaun. Mit dem Heranwachsen der Kinder sei für sie die Frage nach der eigenen Kirchenzugehörigkeit stärker in den Blick gerückt. „Spätestens seit der Erstkommunion unserer beiden Söhne war dann immer einer draußen: Der evangelische Papa durfte nicht mit zur Kommunionbank.“ An drastische Reaktionen erinnert sich Hermann-Josef Schneider, als er seiner Familie die evangelische und außerdem noch geschiedene Freundin vorstellte und von Heirat sprach. Die eigene Familie drohte mit Enterbung, der Pfarrer sprach gegenüber dem Messdiener und Lektor von „Das geht gar nicht!“ Gegen diese anfänglichen Widerstände leben Karin und Hermann-Josef Schneider nun aber die Ökumene, haben sie in ihren Lebensalltag integriert und sind dankbar für die gesellschaftlichen Veränderungen. Umso weniger haben sie Verständnis für den Brief der Bischöfe an den Papst. „Jesus würde darüber sicher den Kopf schütteln“, sagt Hermann-Josef Schneider.

Allen Lebensberichten und daraus folgenden Wünschen der Teilnehmenden gemeinsam ist das dringende Bedürfnis nach Akzeptanz, nach Willkommen-sein bei der anderen Konfession. „Ein Sortieren an der Kommunionbank ist auf jeden Fall falsch. Wir weisen niemanden ab“, betont Bischof Stephan Ackermann nach Berichten von „gezieltem Übersehen-Werden bei der Kommunion“. Trotzdem sei es ihm aber wichtig, „katholisch ehrlich zu bleiben“. Die von der Bischofskonferenz mehrheitlich angenommene Handreichung sollte gerade dringend notwendige Sicherheit und Verlässlichkeit schaffen, ohne Gleichmacherei und Vereinheitlichung anzustreben.

Edeltraud und Hermann Bonert haben die unterschiedlichen Konfessionen in ihrem Alltag kaum bemerkt. „Wir durften grundsätzlich positive Erfahrungen machen. Meine Frau war in unserer Gemeinde auch immer zur Kommunion eingeladen“, berichtet der Osburger dankbar. Dennoch hoffe auch er, dass sieben Bischöfe, die sich nach Rom gewandt haben, zur Zustimmung zur Handreichung bewegt werden können. Die sei als verbindliche, rechtlich gesicherte und die Wertschätzung betonende Grundlage für den Umgang mit konfessionsverbindenden Paaren längst überfällig.

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