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Bistum Trier
Dienstag, 2. Juni 2020

Kein Steuergeld ohne Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit

Verbände appellieren an das Land Rheinland-Pfalz

Trier/Koblenz/Mainz – In einem gemeinsamen Appell fordern mehr als 40 Verbände und Organisationen von der rheinland-pfälzischen Landesregierung tiefgreifende ökosoziale Maßnahmen – insbesondere bei staatlichen Stützungs- und Konjunkturprogrammen im Zuge der Corona-Krise. Den „Mainzer Appell“ haben auch zahlreiche kirchliche Gruppen unterzeichnet. Aus dem Bistum Trier sind das Vertreter des Katholikenrates, der Diözesanstelle „Weltkirche“ und der Schöpfungsinitiative Koblenz. Die Diözesankommission für Umweltfragen und die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) begrüßen den Appell ebenfalls.

„Corona hat uns zu einem Stopp gezwungen. Wir sollten das als Chance nutzen, zukunftsfähiger und aufmerksamer gegenüber Ungerechtigkeiten zu werden“, betont Manfred Thesing als Vorsitzender des Katholikenrates im Bistum Trier. Der Mainzer Appell zeichne für existentielle Bereiche – Ökologie, Arbeitswelt, Wirtschaft und weltweites Miteinander – notwendige Strukturen auf, begründet Thesing seine Unterzeichnung.

Auf die globalen Auswirkungen von Krisen macht Ludwig Kuhn, Leiter der Diözesanstelle „Weltkirche“ im Bistum, aufmerksam. Er betont die globale Mitverantwortung für faire und gerechte Arbeit sowie die Bedeutung von Partnerschaften und Zusammenarbeit mit Ländern des Südens. „Darum muss die Sorge um den Planeten Erde, die Sorge um das gemeinsame Haus, wie es Papst Franziskus sagt, ein roter Faden in den Anstrengungen nach der Corona-Krise sein“.

In dem Schreiben heißt es: „Im Bewusstsein, dass unsere Erde begrenzt und verletzlich ist, müssen wir unsere Wirtschaftsweise grundlegend überdenken. Der Wandel muss die biologische Vielfalt schützen und damit die Lebensgrundlagen des Menschen“. Das unterstreicht auch Günter Leisch von der Schöpfungsgruppe Koblenz: „Wirtschaftliches und soziales Handeln hängen miteinander zusammen und können nicht unabhängig voneinander gedacht werden“. Neue Konjunkturprogramme sollten diese Punkte beachten und der ökologischen sowie sozialen Zukunftssicherung höchste Priorität einräumen. „Ein ‚weiter so‘ nach der Corona-Krise, die eine gewisse Pause im wirtschaftlichen Treiben gebracht hat, kann es nicht geben“, so Leisch.

Die Verbände fordern deshalb, dass die Entscheidungen die Klimaziele des Paris-Abkommens beachten. Dies soll unter anderem durch den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs geschehen. Der Schutz der Biodiversität könne durch die Stärkung des Ökolandbaus gewährleistet werden. Zusätzlich soll eine zukunftssichere, soziale und globale Arbeitswelt und Wirtschaftsweise insbesondere durch Tarifverträge, transparente Lieferketten und Partnerschaftsprojekten aufgebaut werden.  

Zu den Erstunterzeichnern zählen Verbände und Gruppen aus dem ökologischen, Eine-Welt-, landwirtschaftlichen, sozialen und gewerkschaftlichen Bereich sowie Einzelpersonen.

Weitere Informationen gibt es auf www.bund-rlp.de/wirtschaft/mainzer-appell

(jf/red)

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