Unsere WebSeite verwendet Cookies (kleine Textdateien, die sie auf Ihrem Rechner ablegt); dadurch bleibt bistum-trier.de für Sie möglichst leicht zugänglich und komfortabel. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung . Sie können in den Einstellungen Ihres Browsers bestimmen, ob er Cookies akzeptiert oder nicht. Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Bistum Trier
Mittwoch, 11. September 2019

Kirche lebt im Gegenüber

Bischof eröffnet Wallfahrtszeit in Barweiler

Barweiler – Die Protestbewegung Maria 2.0 katholischer Frauen, die sich gegen eine männerdominierte Kirche wendet, thematisierte jetzt der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann in seiner Predigt beim Pontifikalamt in der Marienwallfahrts-Kirche St. Gertrud von Barweiler. Er eröffnete die Wallfahrtszeit, die bis zum 6. Oktober Pilgerinnen und Pilger aus der nahen und ferneren Umgebung anlockt. Ackermann betonte, dass Kirche nur als Gemeinschaft funktioniere.

„Maria wird im Neuen Testament als eine Frau beschrieben, die dient, gehorsam ist, schweigt und sich zurück nimmt“, so der Bischof in seiner Predigt. Doch das sei nicht das ganze Bild der Mutter Gottes in der Heiligen Schrift, insofern hätten die Initiatorinnen der Protestbewegung Recht. Maria sei zwar die Magd des Herrn, aber eben nicht irgendeines Herrn. Sie sei eine mutige Frau, die Magd des Herren aller Herrn und des Schöpfers von Himmel und Erde. Die Autorität der Gottesmutter machte Bischof Ackermann an vier Situationen in der Bibel fest: Das Zusammenhalten von Maria und Josef nach der jungfräulichen Empfängnis, bei der Hochzeit zu Kana, die Ansprache Jesu am Kreuz an seine Mutter und die Versammlung der Apostel nach der Kreuzigung, bei der sie auch ohne, dass sie eine Apostelin gewesen war, als eine geistliche Autorität fungiert habe.

„Wir brauchen ein neues Verständnis des Miteinanders“, betonte Ackermann. Im gewissen Sinne relativiere dies das Amt der Bischöfe und Priester, von denen allein nicht das Heil zu erwarten wäre. Ackermann sagte, dass Kirche im Gegenüber, in den Herzen und Seelen der Menschen lebt. „Heute müssen wir leider sagen, dass Kirche aus verschiedenen Gründen in vielen Seelen stirbt“. Deshalb sei es so wichtig, dass ein neues Bewusstsein jedes Einzelnen der eigenen Würde entwickelt werden müsse, und darüber wozu er berufen ist. „Eine Gabe ist auch eine Aufgabe, was auch heißt, dass man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen soll“, erklärte der Bischof. Was den Protest der Frauen angeht, so sei kontroverses Ringen angesagt, aber nicht um auseinanderzufallen und zu streiten.

Das Pontifikalamt gestalteten auch Pfarrer Dr. Rainer Justen, Pater Mathew Kureekattil und die Gemeindereferenten Anita Nohner sowie Matthias Beer von der Pfarreiengemeinschaft Adenau Land mit.

Die Kirche in Barweiler ist der Heiligen Gertrud geweiht. Hier wird die Mutter Gottes verehrt, die sich als Skulptur mit dem Namen „Unserer Lieben Frau mit der Lilie – Königin des Friedens“ befindet. Zu ihr pilgern seit dem 18. Jahrhundert Gläubige. Die Ursprünge der Wallfahrt gehen auf ein vermeintliches Wunder zurück, das sich im Jahr 1726 in Barweiler ereignet haben soll. Wie in kirchlichen, aber auch weltlichen Aufzeichnungen festgehalten wurde, hatte man damals im Frühjahr beim Schmücken der Muttergottesfigur eine Lilie in die Hand gesteckt. Nachdem diese völlig vertrocknet gewesen war, soll sie im Oktober wieder 15 Knospen gehabt haben. Dieses unerklärliche Wunder soll sich laut Pfarrei-Archiv ein paar Jahre lang wiederholt haben.

(red)

Weiteres:

News Details