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Bistum Trier
Donnerstag, 2. September 2021

Kirche mittendrin

Pfarrei ist Anlaufstelle für Betroffene, Helfer und Einsatzkräfte

Altenahr – Wer im Dreieck zwischen Kirche, Pfarrheim und Pfarrhaus in Altenahr steht, entdeckt sofort die „Feldpost“, ein Raum für psychologische Hilfe, die Kaffeebud’ und eine provisorische Apotheke – die Kirchengemeinde ist mittendrin bei den Menschen und eine wichtige Anlaufstelle für die Betroffenen der Flut.

In der Pfarrkirche stapeln sich auch sieben Wochen nach der Hochwasserkatastrophe gespendete Anziehsachen, Hygieneartikel und Spielsachen. Die vordersten Bänke vor dem Altar und die Fatimakapelle sind freigeräumt und werden für den sonntäglichen Gottesdienst und das persönliche Gebet genutzt. Beides kommt hier zusammen: praktische Unterstützung und Hilfe für die Seele. Diese Verzahnung wurde auch unmittelbar in der Flutnacht gelebt: Etwa 60 Urlauberinnen und Urlauber aus einigen Hotels mussten evakuiert werden und verbrachten die Nacht in der Pfarrkirche, wo sie durch das örtliche Seelsorgeteam betreut wurden. 

Ein Mitglied des Teams ist Gemeindereferentin Manuela Kremer-Breuer. Die ausgebildete Notfallseelsorgerin und Trauerbegleiterin wohnt in Altenahr. Ihre Vorkenntnisse und Erfahrungen haben ihr beim Umgang mit der Katastrophe und bei den Begegnungen mit den Menschen geholfen; insbesondere in den ersten Stunden. „Wir hatten kein Wasser, kein Strom, kein Netz – das heißt, man konnte nicht einmal seine nächsten Angehörigen kontaktieren und es konnte sich auch niemand hierher auf den Weg machen.“

Es geht nicht allein

Zeitnah nach der Flut wurde eine ehrenamtliche Betreuung in der Kita eingerichtet, nach den Ferien übernahmen Mitarbeitende der Kita gGmbH Koblenz.

Ein Begegnungspunkt ist die „Kaffeebud`“ im Pfarrheim, die von ehrenamtlichen Frauen organisiert wird. „Teilweise sind die von Anfang an im Einsatz“, weiß Manuela Kremer-Breuer, die hier oft ihren Arbeitstag startet. „Es ist ein Ort der Begegnung für Einsatzkräfte, Helferinnen und Helfer, Bewohnerinnen und Bewohner.“ Selbstredend gibt es hier immer eine gute Tasse Kaffee, aber auch selbstgebackene Kuchen und ein offenes Ohr. Weiterhin blieben Begegnungsmöglichkeiten wichtig, sagt Kremer-Breuer, und es gehe „nur mit vielen zusammen“.

Konfessionen, aber auch der soziale Status seien total in den Hintergrund gerückt. „Jeder hilft irgendwie – das ist das gemeinsame Ziel, dem sich ehrenamtliche und hauptamtliche Hilfskräfte, Mitarbeitende und Netzwerke verschrieben haben.“ Unterstützung erhält das örtliche Seelsorgeteam weiterhin von Kolleginnen und Kollegen aus dem Bistum Trier. Kremer-Breuer war in den letzten Wochen neben vielen seelsorglichen Gesprächen auch in die Koordination solcher Angebote eingebunden. Da sie und Pfarrer Alex Spiller beide seit mehr als 20 Jahren in der Pfarrei leben, sind sie fester Teil der Dorfgemeinschaft, kennen die Menschen und ihre Bedürfnisse und Sorgen. Gerade weil die Gesprächsthemen so individuell sind, sei es wichtig, genau hinzuhören, was Betroffene benötigen. Nach fast zwei Monaten seien viele Bürgerinnen und Bürger immer noch in eine Art Warteposition gefangen. „Es ist ganz unterschiedlich, ob die Leute nach vorne schauen, oder nicht. Viele warten noch, ob sie wieder aufbauen dürfen. Manche haben sich aber auch schon verabschiedet, da sie sich entschieden haben, woanders hinzuziehen“. Für andere, auch ältere Menschen, sei der Wiederaufbau ganz selbstverständlich. 

Am nächsten Wochenende bezieht eine medizinische Fußpflege für ein paar Tage das Pfarrheim – und auch hier gelte wieder: Kirche mittendrin, als vernetzte Partnerin, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren soll, so Kremer-Breuer. „Man lebt es einfach, das ‘Da-Sein’”.
Weitere Informationen zur Hochwasserhilfe von Bistum Trier und Caritas und die Spendenkonten zur Unterstützung Betroffener der Hochwasserkatastrophe sind zu finden unter https://t1p.de/hochwasser-hilfe.

(jf)

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