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Bistum Trier
Donnerstag, 5. November 2020

„Kleine Heimat“ für viele Polen im Bistum Trier

Polnische Seelsorge feiert fünf Jahre in enger Gemeinschaft mit deutschen Pfarreien

Trier – Sie ist erste Anlaufstelle für viele Polen, die ins Bistum Trier kommen und hilft bei der Orientierung: Die polnische Mission im Visitationsbezirk Trier. 2015 eingerichtet, hat die muttersprachliche Gemeinde in diesem Herbst ihr fünfjähriges Bestehen gemeinsam mit ihrem neuen Pfarrer Damian Widera gefeiert. Insgesamt gehören ihr rund 8.500 Mitglieder an, die regelmäßig Gottesdienste in Trier, Bitburg, Bernkastel-Kues, Wittlich und Daun besuchen. Besonders die Pfarrkirche Sankt Antonius in der Trierer Innenstadt ist dabei für rund 3.000 in Trier und dem Umland lebende Polen zu einer „kleinen Heimat“ geworden. Durch ihre enge Verflechtung mit den deutschen Pfarreien ist sie ein Ort der Begegnung für Polen und Deutsche.

Die polnisch-sprachige Seelsorge sei ein fester Bestandteil der Kirche in Trier und der ganzen Gegend, betonte Pfarrer Matthias Schmitz, Referent für muttersprachliche Seelsorge im Bistum Trier, in seinem Grußwort an die Gemeinde. Die katholische Kirche sei immer dann besonders stark, wenn Menschen verschiedener Sprache und Herkunft zusammenwirkten und damit zeigten, dass die Kirche wirklich „katholisch“, also „weltumspannend“ ist. So sei die Arbeit der Mission nicht vorstellbar ohne die guten Verbindungen zur Innenstadtpfarrei Liebfrauen. Das bekräftigte auch Ferdinand Häckmanns, Mitglied des dortigen Verwaltungsrats. „Vor fünf Jahren wurde das Pflänzchen ‚polnische Mission‘ gesetzt und es trägt jetzt schon Früchte“. Nun sei es Aufgabe der Gemeinde, dieses Pflänzchen zu pflegen und zu bewahren. Etwa durch gemeinsame Gottesdienst-Formate wie die Herz-Jesu-Freitage, an denen ein polnisch-deutscher Gottesdienst und ein anschließendes Gebet in beiden Sprachen stattfinden. Auch die Beichtgelegenheit bestehe auf Deutsch und Polnisch.

Dabei entdecken deutsche Gläubige auch die Besonderheiten und Gebräuche polnischer Gottesdienste: So hat Häckmanns beispielsweise kürzlich als ‚neuer alter‘ Messdiener unter weiteren erwachsenen Messdienern am Gottesdienst teilgenommen. Es sei eines der Charakteristika der polnischen Pfarrei, dass hier Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters und beider Nationalitäten am Altar dienen, berichtet Pfarrer Widera. Für Häckmanns ein besonderes Erlebnis: „Die spürbare Frömmigkeit und der Zusammenhalt der Gläubigen haben mich stark berührt. Die Vielfältigkeit, wie der katholische Glaube belebt werden kann, war beeindruckend“.

Die Pfarrei entwickle sich dynamisch, so Widera. Das Angebot der Sozialpastoral erfreue sich bereits seit den ersten Wochen großen Interesses, ähnlich der Eheberatung, die seit einiger Zeit von zwei dazu ausgebildeten Familien geleitet wird. Nicht nur die polnische Pfarrei an sich ist mit fünf Jahren jung, sondern auch der Altersstruktur ihrer Mitglieder nach – viele junge Familien sind hier aktiv. Bischof Wiesław Lechowicz, der Delegierte der Polnischen Bischofskonferenz für Polnische Migranten, betonte in seinem Gratulationsschreiben an die Gemeinde, wie viel es bedeute, dass Landsleute sich untereinander unterstützten. Jeder Pole, der dauerhaft oder vorübergehend in Trier weile, könne ein warmes Willkommen erwarten, betont Pfarrer Widera. „Man kann den Glauben in seiner Sprache ausleben, in einer Gemeinschaft mit der deutschen Kirche. Das ist besonders wertvoll, weil es das Heimweh nach dem Heimatland mildert und dazu beiträgt, sich in der neuen Umgebung heimisch zu fühlen“.
(sb)
 

Zur Internetseite der Katholischen Polnischen Mission Trier

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