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Bistum Trier
Mittwoch, 12. Mai 2021

Klimaschutz muss der Maßstab des Handelns sein

Kirchliche Organisationen fordern von Politik mehr Einsatz

Trier/Saarbrücken/Koblenz – Das Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit, dem bundesweit 85 kirchliche Organisationen angehören, ruft die Politik auf Bundes- und Landesebene zu größeren Anstrengungen für den Klimaschutz auf. Für das Bistum Trier gehört die Diözesanstelle Weltkirche dem Ökumenischen Netzwerk an. Anlass des Appells ist der dritte Ökumenische Kirchentag in Frankfurt, der vom 13.bis 16. Mai unter dem Motto „Schaut hin“ stattfindet. Der Klimaschutz müsse der Maßstab allen Handelns von Politikerinnen und Politikern sein, fordern die Unterzeichner. Der Aufruf unterstreiche zugleich die Unterstützung der Kirchen für mehr globale Klimagerechtigkeit sowie die Entschlossenheit, selbst einen wichtigen Beitrag zu leisten.

Um das im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 vereinbarte Ziel zur Begrenzung des Temperaturanstiegs um 1,5 Grad Celsius bzw. auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu erreichen, müsse Deutschland seine Treibhausgase stärker als bisher vorgesehen reduzieren. Bislang plant Deutschland, die Treibhausgase bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Notwendig seien jedoch 70 Prozent, sagt der Leiter der Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt in der Erzdiözese Freiburg, Dr. Reinhold John.

In Solidarität mit den Ländern des Globalen Südens rufen die beteiligten Landeskirchen, Bistümer, Verbände, Orden, Werke und Gemeinden auf, den Einsatz für eine klimagerechte Zukunft auch an den Bedürfnissen der ärmsten Bevölkerungsgruppen zu orientieren. Im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens habe Deutschland finanzielle Mittel für am stärksten betroffene Staaten zur Anpassung an den Klimawandel und zur Bewältigung von Klimaschäden zugesagt. „Der Aufwuchs der Klimafinanzierung über die letzten Jahre verlief deutlich zu niedrig. Um die Länder vor den schlimmsten Folgen zu bewahren, erfordern Deutschlands Zusagen eine lineare Steigerung der jährlichen Haushaltsmittel auf acht Milliarden Euro ab 2025“, sagt Sabine Minninger, klimapolitische Referentin beim Hilfswerk „Brot für die Welt“.

„Die kleinen Fortschritte bei den Nachhaltigkeitszielen sind durch die Covid-19 Pandemie massiv gefährdet“, warnt Kathrin Schroeder, Referentin für Energiepolitik des katholischen Werks für Entwicklungszusammenarbeit Misereor. Kooperationen Deutschlands mit anderen Staaten oder Regionen sollten stärker als bisher dem Klimaschutz, der sozial-ökologischen Transformation, den Menschenrechten und der globalen Gerechtigkeit dienen.

Den kompletten Aufruf samt der Liste aller unterstützenden Organisationen gibt es online unter https://t1p.de/gsio

(uk)


Hintergrund:
Das Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit ist ein Bündnis von rund 80 kirchlichen Institutionen (Landeskirchen, Bistümer, Verbände, kirchliche Einrichtungen, Orden, Werke, Kirchenkreise) aus den Bereichen Umwelt und Entwicklung, das seit 2018 das kirchliche Engagement für Klimagerechtigkeit in Kirche, Politik und Gesellschaft stärken will.

 

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