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Bistum Trier
Mittwoch, 5. Mai 2021

Knapp 20.000 Menschen mit Rat und Hilfe unterstützt

Lebensberatungen im Bistum haben im Pandemie-Jahr digitale Beratungen verstärkt

Trier/Koblenz/Saarbrücken – Sie bieten Rat und Unterstützung bei familiären Problemen, traumatischen Erfahrungen, in Lebenskrisen und bei allen Fragen rund um die Erziehung vom Säuglings- bis zum Jugendalter: die zwanzig Lebensberatungsstellen des Bistums Trier in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mit ihren 8.867 Beratungsleistungen erreichten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahr 2020 knapp 20.000 Menschen aller Altersstufen, wie die Abteilung Beratung und Prävention des Bistums Trier jetzt in einem Jahresbericht bekannt gab. Zusätzlich nahmen etwa 4.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an weiteren offenen Angeboten wie Elternkursen, Sprechstunden oder Weiterbildungen teil.

Trennung, Überlastung, depressive Verstimmungen, Stress: Während die Anliegen der Hilfesuchenden sich nicht groß von denen vergangener Jahre unterschieden, habe das Pandemie-Jahr 2020 die Lebensberatungsstellen auch vor einige neue Herausforderungen gestellt, wie die Leitenden der Abteilung Beratung und Prävention im Bischöflichen Generalvikariat Angela Dieterich und Dr. Andreas Zimmer berichten. Während der gesamten Zeit blieben die Beratungsstellen als systemrelevante Einrichtungen geöffnet. „Da geht ein ganz großer Dank und ein Lob an unsere Mitarbeitenden, die sich trotz der Ansteckungsgefahr für sich selbst weiter auf die Arbeit begeben haben und den Leuten mit Rat und Hilfe zur Seite standen. Dem gilt mein höchster Respekt“, unterstreicht Dieterich. Bei der Zahl der Hilfesuchenden habe es deutliche Schwankungen gegeben: Im ersten Lockdown im Frühjahr hätten viele die Beratungsstellen zunächst nicht mehr aufgesucht – dann seien ab dem Sommer umso mehr Anfragen gekommen. „Es herrschte Unsicherheit darüber, ob die Lebensberatungsstellen überhaupt noch geöffnet haben und man persönlich vorbeikommen kann. Darauf haben wir reagiert und digitale Angebote wie Telefon-und Videoberatung stark ausgeweitet“, erläutert Zimmer.

Dazu wurden unter anderem alle Beratenden mit Mobiltelefonen ausgestattet und verschiedene Videoprogramme implementiert. Zudem bot eine Sonderseite der Lebensberatung auf den Internetseiten des Bistums Trier Tipps für das Leben im Corona-Alltag. „Einige waren direkt froh um diese Form der Beratung, viele andere wollten später kommen, da sie das persönliche Gespräch bevorzugen. Als klar wurde, dass das ‚Später‘ vielleicht noch einige Monate dauern würde, fanden die digitalen Angebote immer mehr Zuspruch“, ergänzt Dieterich.

Individuelle häusliche Situation ist maßgeblich

„Es zeigte sich, dass einige Problemlagen und Themen immer bestehen, Pandemie hin oder her. Aber natürlich gab es zusätzliche Konflikte und Belastung, etwa Dauerstress, Überforderung, Unsicherheit über die Zukunft“, gibt Zimmer zu bedenken. Pauschalisieren könne man die Situation der Ratsuchenden aber nicht: „Vereinzelt bekamen wir auch Rückmeldungen, dass es sich auf die Probleme mancher Paare sogar positiv auswirkte, zwangsläufig mehr Zeit miteinander verbringen zu müssen und sich nicht aus dem Weg gehen zu können. Hier gewannen einige die Erkenntnis, sich aufeinander verlassen zu können, oder sie besannen sich auf Gemeinsamkeiten“, teilt Zimmer eine der Beobachtungen der Mitarbeitenden. Jeder Mensch gehe anders mit der Pandemie um und es komme auch auf die äußeren Umstände an – etwa, ob eine Familie in einem Haus mit Garten oder in einer kleinen Etagenwohnung lebe. So stelle sich auch die Situation der Kinder sehr unterschiedlich dar: Auf der einen Seite gebe es vermehrt Konflikte durch verschiedene Faktoren wie das Home-Schooling oder die fehlenden Sozialkontakte. „Auf der anderen Seite verbringen viele Kinder seit Monaten wesentlich mehr Zeit mit ihren Eltern und finden das auch schön. Es kommt immer auf die individuelle Situation zuhause an.“                        

Allgemein können Zimmer und Dieterich für die Lebensberatungsstellen nicht von einer extremen Zunahme an Gewalt in Familien oder Paarbeziehungen sprechen – die sei aber in der täglichen Arbeit der Kolleginnen und Kollegen sowieso viel mehr  präsent, als darüber in der Öffentlichkeit diskutiert werde. Laut Zimmer hätten in der zweiten Jahreshälfte 2020 Anfragen wegen Belastungssymptomen zugenommen, die auf Langzeitstress und Dauerbelastung hindeuteten, etwa Angstzustände oder depressive Verstimmungen – auch von jüngeren Menschen. Dieterich und Zimmer prognostizieren, dass sich diese Entwicklung im nächsten Jahresbericht für 2021 noch deutlicher zeigen wird.

Im Jahr 2020 hat das Bistum Trier für seine 20 Lebensberatungsstellen in Rheinland-Pfalz und im Saarland 3,37 Millionen Euro aufgewendet. Hinzu kamen Landes- und Kommunalzuschüsse von insgesamt 3,68 Millionen Euro.

Weitere Informationen zu den Lebensberatungsstellen im Bistum Trier gibt es auf www.lebensberatung.info.

(sb)

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