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Bistum Trier
Montag, 14. Dezember 2020

Kochmarathon im Pfarrhaus: Saar-Pastor kocht bei „Das perfekte Dinner“

Pfarrer Lars Meiser aus Saarbrücken ist ab 14. Dezember bei TV-Show auf VOX zu sehen

Saarbrücken – Wasser zu Wein machen kann Pastor Lars Meiser aus Saarbrücken-Altenkessel freilich nicht, dafür aber seine Kochkünste bei der Fernseh-Show „Das perfekte Dinner“ unter Beweis stellen. Ob der 37-Jährige seine vier Konkurrenten mit seinem Menü überzeugen konnte, können Fernsehzuschauer von Montag, 14. Dezember, bis Freitag, 18. Dezember, um 19 Uhr auf VOX verfolgen. Am Mittwoch ist Meiser der Gastgeber und lädt unter dem Motto „Himmlische Genüsse im goldenen Herbst“ ins Pfarrhaus ein.

Ein Freund habe ihn ohne sein Wissen bei der TV-Show angemeldet, erzählt Lars Meiser. „Als ich Ende Juli eine Mail von der Produktionsfirma im Postfach hatte, dachte ich noch: Nee, die machen doch nur Kuppelshows, was wollen die von mir?“, erinnert sich der Pastor – und klickte auf „löschen“. Doch dann nahm die Bewerbung ihren Lauf: Fragebögen, Telefonate, Bewerbungsvideo. „Da habe ich wohl auch mit meinem Gitarrenspiel in unserer Kirche Johannes Baptista punkten können“, meint Meiser. Wohl aber auch mit seinen Kochkünsten, die ihm seine Uroma in die Wiege gelegt hat. „Alles wurde bei ihr selbst gemacht und ich durfte ihr bei allem helfen“, sagt der 37-Jährige. Als Jugendlicher habe er bereits eigene Menüs entworfen. Hauptberuflich Koch zu werden, habe jedoch nie zur Debatte gestanden, meint Meiser, der aus Freisen stammt und 2011 zum Priester geweiht wurde: „Bereits mit fünf Jahren stand für mich fest, dass ich Priester werden will.“ Seine Kochkünste kommen ihm dabei gut zupass: „Ich lebe alleine, da muss ich mich selbst versorgen können.“ Beim Kochen könne er Stress abbauen und zur Ruhe kommen. Essen ist für den passionierten Hobbykoch weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme: „Essen hält Leib und Seele zusammen. Essen ist auch in der Bibel ein Ereignis, bei dem viel passiert: Jesus setzt sich zu Leuten– etwa Zachäus –  an den Tisch und spricht mit ihnen, da kommt es auch zu Streitgesprächen. Ganz zentral ist natürlich das letzte Abendmahl“, sagt der Theologe. In der Gemeinschaft nehme man sich beim Essen Zeit füreinander und höre zu.

In der letzten Oktoberwoche fanden die Dreharbeiten statt – parallel zum prall gefüllten Terminkalender. „Das war auch anstrengend“, räumt Lars Meiser ein. Um 14 Uhr mussten die Teilnehmer zum Vorab-Interview, wo sie das Menü des Abends kommentieren mussten, um 18.30 Uhr ging es in den Wohnungen der Gastgeber los. „Es war kein Abend, an dem ich vor 2 Uhr zu Hause war“, erinnert sich Meiser. Die Hobbyköche bewerten sich am Ende jedes Abends mit einer Punktzahl zwischen 0 und 10 – in die Wertung fließen die Qualität der Lebensmittel, das Kochkönnen, die Gastgeberqualitäten und die Stimmung allgemein ein. Lars Meiser hofft, mit seinem Menü den Geschmacksnerv seiner Gäste getroffen zu haben. „Die Teller waren auf jeden Fall leer“, meint er. Zur Vorspeise servierte er Feldsalat mit Himbeerdressing, karamellisierten Macadamianüssen, pochierten Äpfel und Birnen sowie Picandou-Frischkäse – einmal gratiniert mit Altenkesseler Honig und einmal im Speckmantel. Den Hirschrücken mit Pumpernickel-Kruste auf Portweinjus zur Hauptspeise richtete Meiser mit Nusspätzle und Apfelrotkraut an. Den Hirsch hatte kurz zuvor ein Freund im Saarland erlegt. Zum Dessert gab es eine Apfeltarte mit Marzipaneis.

Als Priester, der sich auch durch seine Kleidung als solcher zu erkennen gibt, habe er sich in der Gruppe nicht als „Exot“, sondern als ein Teil der Gemeinschaft empfunden. Doch habe er eine gewisse Ehrfurcht bei seinen Gästen – die zum Teil keine Verbindung zur Kirche haben – gespürt, als diese das Pfarrhaus und seine Wohnung – ausgestattet mit Kruzifixen, Papstfotos und einer Marienstatue – betreten hätten. Beim Essen selbst sei Glaube und Religion kein Gesprächsthema gewesen. „Fragen zum Thema Kirche und Moderne und Veränderungsprozessen kamen eher in den Nebengesprächen, wenn die Kamera nicht auf einen gerichtet war“, erinnert sich Meiser. Er selbst habe vor jedem Essen still gebetet, an seinem Gastgebertag auch das Tischgebet gesprochen. Zwischen Vorspeise und Hauptgang führte er die Gäste durch seine Kirche, wo er auf der Gitarre ein Marienlied spielte.

Damit die Hobbyköche sich auch angesichts der Corona-Pandemie frei bewegen konnten und nicht mit Masken am Tisch sitzen mussten, sei jeder von ihnen innerhalb von zehn Tagen viermal auf das Virus getestet worden. Das 14-köpfige Produktionsteam im Hintergrund trug Masken, regelmäßig wurde der Dreh für Lüftungspausen unterbrochen.

Wer gewonnen hat und sich über 3000 Euro Preisgeld freuen darf, darf Pastor Lars Meiser noch nicht verraten. Nur so viel: „Wir waren eine coole Truppe mit der die Woche richtig Spaß gemacht hat. Bei den Punktwertungen lagen wir alle dicht beieinander.“

(uk)

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