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Bistum Trier
Montag, 27. Juni 2022

Leben im Glauben nicht auf die lange Bank schieben

Bischof Ackermann hat Dr. Veit Ulrich Leo Engst zum Ständigen Diakon geweiht

Bitburg/Trier - Nach zwei Jahren pandemiebedingt kleinem Rahmen für die Diakonenweihen hat sich am 25. Juni eine große Schar von Gläubigen zu einem „Fest des Glaubens“ im Trierer Dom versammelt. Wie in der Weiheliturgie an zwei Stellen vorgesehen, bezeugten die Gäste, dass Gott den Kandidaten Dr. Veit Ulrich Leo Engst aus Wißmannsdorf in der Eifel in seinen Dienst als Ständiger Diakon berufen hat. Dieses Handeln Gottes an dem Menschen stehe im Mittelpunkt der Feier zur Weihe, erklärte Bischof Dr. Stephan Ackermann zu Beginn des Gottesdienstes.

Der Neurochirurg Dr. Veit Engst hatte sich für seine Weihe die Texte vom Sonntag aus dem Buch der Könige und dem Lukasevangelium ausgesucht, in denen es um die Nachfolge Jesu geht. Bischof Ackermann stellte in seiner Predigt dar, dass es sich dabei weniger um bestärkende, einladende, sondern viel eher „in ihrer Radikalität abschreckende Texte“ handelt. Wer Jesus nachfolgen wolle, so heißt es im Evangelium, müsse bereit sein, ein Wanderleben zu führen, solle „die Toten Tote begraben lassen“ und dürfe nicht einmal Abschied von seiner Familie nehmen.

Alles Forderungen, so betonte Ackermann, deren Erfüllung vom Weihekandidaten nicht verlangt werde. Worum es wirklich gehe, erläuterte der Bischof am Blick auf das „anstößigste Beispiel“ des jungen Mannes, der seinen Vater beerdigen wollte, bevor er Jesus folge. Die Begräbnisregel in Israel zur damaligen Zeit sah vor, dass ein Sohn seinen Vater bis zum Tod pflegte und dann erst wichtige Entscheidungen treffen konnte. „Es geht also nicht um ein paar Stunden, sondern die Gefahr, das Leben im Glauben auf die lange Bank zu schieben“, erklärte der Bischof und nannte Gründe, warum Menschen auch heute definitive Entscheidungen verschieben. Die Gefahr, von der Jesus spreche, betreffe schließlich nicht nur große Entscheidungen wie eine Diakonenweihe, sondern auch kleine Alltagsdinge wie das Gebet oder den Besuch bei einem Menschen, der darauf warte.

Hier bin ich – ich bin bereit

Vom Besitzergreifen Gottes durch das Überwerfen des Mantels spreche die Berufungsgeschichte des Elischa durch den Propheten Elija im Buch der Könige. Dieses Zeichen sei aber „mehr als das Zeichen, dass Gott in das Leben des Menschen eingetreten ist. Es ist Zeichen für Segen und Schutz“, sagte Bischof Ackermann. In der Geschichte sei der Mantel genau das gewesen: Haus und Schutz für den Menschen. Wie in der biblischen Geschichte stelle in der Weiheliturgie ebenfalls ein unscheinbares, leicht zu übersehendes Zeichen das „in Dienstnehmen durch Gott“ dar. Indem der Bischof dem Kandidaten die Hände auflegt, werde die Bitte ausgedrückt „dass Gott selber an dem Kandidaten handelt“. Damit leitete Ackermann über zur Weihe von Engst zum Diakon. Engst legte sein Versprechen ab, untermauert durch das Einverständnis von Ehefrau Jutta. Es folgten Handauflegung und Weihegebet, das Anlegen der Stola und der Dalmatik, des Gewandes des Diakons, sowie das Überreichen des Evangeliars, zu dessen Verkündigung Engst sich hat berufen lassen. Seine festen Zusagen „Hier bin ich“ und „Ich bin bereit“ unterstrich der Chor musikalisch mit dem „Here I am, Lord“.

Musikalisch gestalteten zusammen mit Domorganist Josef Still und Kantor Diakon Christian Dahlke der Chor „tonArt Bettingen“ unter Leitung von Karin Stockemer und Instrumentalisten den Gottesdienst. Vor dem Dom hielten Mitglieder des Vereins „Frauenwürde Neuwied“ mit der Aktion „Lila Stola“ der KirchenVolks-Bewegung „Wir sind Kirche“ eine Mahnwache. Damit machten sie auf die Forderung aufmerksam, Frauen zu Diakonen- und Priesteramt zuzulassen – in einer Zeit, in der wie im Dom ein einzelner Mann geweiht werde. Weitere Fotos von der Weihe finden Sie hier

Info

Näheres zum Ständigen Diakonat und der Ausbildung gibt es unter www.kurzelinks.de/staendige-diakone und bei Diakon Axel Berger, Bischöflicher Beauftragte für den Ständigen Diakonat, E-Mail: axel.berger(at)bistum-trier.de, Telefon 0651- 7105-130.

Video und Bildergalerie zum Weihegottesdienst finden Sie hier.

(red/Cüppers)

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