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Bistum Trier
Freitag, 23. November 2018

Leben ist mehr als Arbeit und Konsum

Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport haben im Saarländischen Staatstheater eine Adventsaktion der „Allianz für den freien Sonntag“ vorgestellt

Saarbrücken - Den Sonntag als Tag der Ruhe und der Erholung erhalten und vor allem die Adventssonntage nicht zu reiner Konsumzeit werden lassen – das ist das Hauptanliegen der von den Kirchen mitgetragenen Allianz, das bei einem Pressegespräch vorgestellt wurde. An jedem Sonntag im Advent wird ein Statement einer Persönlichkeit aus dem Saarland im Internet veröffentlicht, in dem sie erklärt, warum für sie der freie Sonntag wichtig ist. Mit dabei sind der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Rheinland-Pfalz / Saarland, Eugen Roth, Martin Schedler, Weltmeisterschaftsdritter im Ultratrail-Langstreckenlauf und Bodo Busse, Generalintendant des Saarländischen Staatstheaters.

Hans betonte in einer schriftlichen Stellungnahme, dass der  freie Sonntag Teil des christlichen Kulturerbes sei. Einen solchen Tag in der Woche benötige man zur Erholung. „Aber auch, um mit der Familie gemeinsam Zeit zu verbringen, sich mit Freunden oder Verwandten auszutauschen oder den Gottesdienst zu besuchen. Deshalb lehne ich eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen ab“, erklärte der Ministerpräsident.

Busse wies daneben auch auf die zunehmende Informationsflut und Hektik im Alltag hin. „Freie Tage können da zu Inseln der Reflexion werden, in deren Stillstand wir aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus auch unsere Zukunft besser in den Blick bekommen.“ So könne man körperlich und geistig gestärkt den Anforderungen des Alltags standhalten.

Für Schedler, der im vergangenen Jahr Vater wurde, war der familiäre Aspekt des Sonntags besonders wichtig. „Unter der Woche ist es mit Arbeit und Training sehr hektisch, da bleibt wenig Zeit für Frau und Kind. Da ist ein Sonntag natürlich ein wichtiger Tag.“

Roth verwies darauf, dass verkaufsoffene Sonntage keinen ökonomischen Nutzen hätten. „Unterm Strich wird kein Cent mehr verdient, es verlagert sich nur“, erklärte der Gewerkschafter. Weiter schade diese Art von extremen Kauftagen dem kleinen Einzelhandel.

Die Leiterin des Katholischen Büros Saarland, Katja Göbel, lobte die Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten. Es gelte, die Menschen dafür zu sensibilisieren, wofür der Sonntag stehe. Es sei ein Tag, der im Grundgesetz als Erholungstag verankert sei, und in der Bibel als Tag des Herrn für die Christen stehe.

Der größte Erfolg der Allianz ist bisher der Erhalt der Regelung des saarländischen Ladenöffnungsgesetzes, wonach vier verkaufsoffene Sonntage gewährt werden. Zum Vergleich: In Zweibrücken sind es 12 Sonntage. Der Allianz gehören rund 30 Organisationen an, getragen wird sie vom „ver.di“-Landesbezirk Saar, dem Landesbezirk Saar der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt Kaiserslautern, dem DGB Rheinland-Pfalz/Saarland, der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sowie dem Katholischen und Evangelischen Büro Saarland.

Weitere Informationen über die Allianz für den freien Sonntag gibt es im Internet unter www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de.

(red)

 

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