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Bistum Trier
Dienstag, 28. Mai 2019

Mehr als 40 Jahre im Dienst der Kunst und kirchlichen Denkmalpflege

Requiem für verstorbenen Domkapitular em. Prof. DDr. Franz Ronig am Mittwoch

Trier – Am kommenden Mittwoch, 29. Mai, wird der langjährige Trierer Diözesankonservator und Kustos des Domschatzes, Prälat Professor Dr. Dr. Franz Ronig, beerdigt. Der emeritierte Domkapitular war am 21. Mai im Alter von 91 Jahren in Trier verstorben. Das Requiem beginnt um 14.30 Uhr im Hohen Dom zu Trier. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof im Domkreuzgang. Ein Totengebet findet statt im Dom am Dienstag, 28. Mai um 18 Uhr. Vor und nach dem Totengebet besteht die Möglichkeit, persönlich Abschied zu nehmen in der Savigny-Kapelle im Domkreuzgang.
 


Die nachfolgende Würdigung stammt aus einem Porträt, das der 2013 verstorbene frühere langjährige Leiter des Trierer Bistumsarchivs, Dr. Martin Persch, vor einigen Jahren über Franz Ronig geschrieben hat.

Franz Josef Erich Ronig wurde am 11. September 1927 in Troisdorf geboren und drei Tage später in der dortigen Pfarrkirche getauft. Seine Eltern waren Maria (geb. Both) und Josef Ronig, der in Köln bei einem großen Industriekonzern als Dolmetscher und Übersetzer tätig war. Die Wurzeln der Familie reichen in die Gegend von Linz und Bad Hönningen, also ins Trierische, hinein, und so hat sich Franz Ronig auch stets als Sohn des Bistums Trier verstanden.

Nach der Reifeprüfung 1948 in Linz studierte Ronig in Trier Philosophie und Katholische Theologie und beschloss diese Studien 1954 mit der Theologischen Abschlussprüfung, bei der keine einzige Note schlechter als der Wert „gut“ war. Die so genannte Wissenschaftliche Arbeit (Diplomarbeit) schrieb er bei Alois Thomas; sie hatte den Titel „Untersuchungen zum Missale Metense (Ms. 407 des Trierer Bistumsarchivs)“ und wurde mit dem Prädikat „sehr gut“ bewertet.

Nach der Priesterweihe am 3. April 1954 war Franz Ronig neun Jahre in der praktischen Seelsorge tätig: als Kaplan in Saarbrücken-Christkönig, Pfarrhelfer in Wiesbach St. Augustinus, Religionslehrer an der Marschall-Ney-Schule in Saarbrücken, als Religionslehrer am Gymnasium der Franziskanerinnen auf der Insel Nonnenwerth und als Rektor am Mutterhaus eben dieser Franziskanerinnen auf der Insel Nonnenwerth. Am 1. April 1963 erfolgte seine Freistellung zum Studium der Kunstwissenschaften an der Universität Bonn. Später wechselte Ronig an die Universität Saarbrücken, wo er ab Mai 1965 als Assistent am kunsthistorischen Institut wirkte und am 7. Januar 1966 mit der Note „magna cum laude“ zum Dr. phil. promovierte. Seine Dissertation war der „Verduner Buchmalerei im zwölften Jahrhundert“ gewidmet.

Inmitten einer recht stürmischen Phase der großen Domrenovierung übernahm Franz Ronig 1966 von Alois Thomas das Amt des Diözesankonservators, das damals mit der arbeitsintensiven Leitung der Abteilung „Bau und Kunst“ im Bischöflichen Generalvikariat verbunden war. In den zahlreichen, oft mit harten Bandagen geführten Auseinandersetzungen ist es dem Trierer Diözesankonservator und Leiter des Amtes für kirchliche Dankmalpflege (er amtierte bis zum Jahr 1997) stets zu Gute gekommen, dass er sprachlich gesehen sowohl mit dem eleganten Florett als auch mit der Keule kämpfen konnte, wobei der gemütliche ripuarische Ton gelegentliche Schärfen milderte. Ebenfalls 1966 erhielt Franz Ronig seine Berufung als Dozent für die Geschichte der christlichen Kunst und kirchlichen Denkmalpflege an der Theologischen Fakultät Trier, wo er über 40 Jahre Generationen von Theologinnen und Theologen sein reiches Wissen vermittelte. Honorarprofessor der Universität Saarbrücken wurde er 1982, der Universität Trier im Jahre 1989.

Seit 1966 war Ronig Mitglied des Landesbeirats für Denkmalpflege von Rheinland-Pfalz (seit 1987 amtierte er als dessen Vorsitzender), vom Saarland seit 1978. Die Ehrenmitgliedschaft im Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz erfolgte folgerichtig aufgrund des Umsetzens des Denkmalpflegegedankens in praktische Politik: hier sei beispielhaft nur die Verhinderung der geplanten landschaftszerstörenden Bebauung des Stiftsbezirks in Kyllburg genannt.

Von 1971 an war Franz Ronig Kustos des Domschatzes, 1973 wurde er Domvikar, 1994 (bis 2002) residierender Domkapitular an der Hohen Domkirche in Trier. 1978 wurde er zum Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt, am 3.5.2005 zum Päpstlichen Ehrenprälaten. Im Oktober 1990 promovierte die Theologische Fakultät Trier Ronig zum Dr. theol. h.c., eine Ehrung, die den Jubilar – der sich im „Hauptberuf“ stets als Priester und Theologe gefühlt hat – besonders erfreute. Ronigs Bibliographie nennt weit über 200 Veröffentlichungen. Den Mann der (gewandten) Feder hatte deshalb besonders gefreut, dass Schüler, Kollegen und Freunde ihm zum 60. wie zum 70. Geburtstag umfangreiche Festschriften widmeten. Wichtigste Beiträge aus Ronigs Feder hat Michael Embach zum 80. Geburtstag im Jahr 2007 herausgegeben (Festschrift „Geist und Augen weiden“ mit Bibliographie). Zahlreiche sachkundige Vorträge und hochinteressante Führungen prägten bis ins hohe Alter das Leben von Franz Ronig, dessen (gar nicht verheimlichte und gelegentlich auch praktizierte) Liebe auch der Kirchenmusik galt.

(red)

 

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