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Bistum Trier
Dienstag, 2. April 2019

Mehr Wertschätzung für die Landwirtschaft

Katholische Landvolkbewegung sucht Dialog mit Landwirtschaft und Kirche

Gerolstein – Mit dem saarländischen Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost, und dem Trierer Weihbischof Franz Josef Gebert hat die Katholische Landvolkbewegung (KLB) im Bistum Trier je einen Gesprächspartner aus Politik und Kirche zu ihrer diesjährigen Agrartagung eingeladen. Gemeinsam mit vielen Landwirten erörterten sie am 31. März aktuelle Probleme des Berufsstandes und der Umwelt.

Marco Weber, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Daun und Kooperationspartner der Agrartagung, begrüßte es, dass die Landwirte in eine Problemdiskussion einbezogen würden. Als Erzeuger seien sie oft zu wenig gehört und stünden da als diejenigen, „die alles falsch machen“. Dabei sei das ganze Jahr über ein reichhaltiges Angebot von werthaltigen Lebensmitteln verfügbar. Umweltminister Jost ermutigte die anwesenden Landwirte, die mit ihrem Berufsstand einer der „Garanten für unseren Wohlstand“ seien, sich mit ihrem Fachwissen selbstbewusst an Agrar- und Umweltdiskussionen zu beteiligen. Ihr Grundauftrag als Landwirte umfasse sowohl die Landnutzung als auch den Naturschutz, sagte der Minister und forderte, dass die „Stellung der Landwirte in der Wertschöpfungskette“ verbessert werden müsse.

Mit Blick auf aktuell diskutierte Probleme wie die mangelnde Wertschätzung von Lebensmitteln, oft zu niedrige Erzeuger-Preise, Insektensterben und Artenvielfalt, Glyphosat-Einsatz, zu hohe Nitratbelastung von Böden oder Vorwürfen zur Tierhaltung kritisierte der Minister ein oft „verlogenes“ Verhalten von Verbrauchern. Einerseits wollten viele keine Massentierhaltung, weniger Gülle-Einsatz, ökologisch produzierte Lebensmittel und gerechte Preise, andererseits kauften sie viel und am liebsten billiges Fleisch. „Aber höchste Standards und gleichzeitig niedrige Preise – das geht nicht“, sagte Jost und empfahl den Landwirten, über diese Zusammenhänge immer wieder aufzuklären.

Auch Weihbischof Gebert, der aus einer Familie mit Mischbetrieb aus Landwirtschaft und Weinbau an der Mosel stammt, appellierte für ein „neues Bewusstsein für das, was wir haben“. Wenn Wohlstand als Normalzustand empfunden werde, könne eine „Kultur der Einschränkung“ eine Antwort sein. „Etwas neu entdecken können wir dadurch, dass wir auf etwas verzichten“, sagte Gebert und verwies auf die Fastenzeit und das Phänomen der Verhüllung im profanen und liturgischen Bereich. Auch könne er sich vorstellen, im Rahmen der Firmvorbereitung in ländlichen Regionen junge Menschen stärker für die Werte von Lebensmitteln, Umwelt und Landwirtschaft zu sensibilisieren.

An dem von Klaus Greichgauer moderierten Gespräch beteiligten sich viele der über 60 Zuhörerinnen und Zuhörer im Restaurant „Schwarzbrennerei“ mit Fragen zu Landwirtschaft und Umweltschutz an die Politik und die Kirche. Die Katholische Landvolkbewegung, die seit Februar 2019 ein eingetragener Verein ist, versteht sich als Verband engagierter katholischer Christen aus dem ländlichen Raum. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.klb-trier.de und bei Diözesanreferent Harald Klein, Telefon (06 51) 94 84-125.

(red)

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