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Bistum Trier
Montag, 25. April 2022

Menschliche Stimme gegen die Einsamkeit gewünscht

Evangelisch-katholische TelefonSeelsorge Saar stellt Jahresbericht für 2021 vor

Saarbrücken - Einsamkeit bleibt das bestimmende Thema der Anrufer:innen am Telefon bei der TelefonSeelsorge Saar. Die Corona-Jahre verstärkten diese Entwicklung. Waren es vor 20 Jahren vor allem Beziehungsthemen wie Familienprobleme oder Paarprobleme, so sind es in den letzten Jahren vor allem Einsamkeit, Ängste und depressive Stimmung die am häufigsten genannt werden.

Dazu passt, dass sich immer mehr Menschen, fast jede:r zehnte Anrufer:in, aus Einrichtungen wie Pflegeheimen, der Forensik oder Jugendwohngruppen melden. „Dort werden die körperlichen Bedürfnisse der Bewohner:innen versorgt, aber es scheint weniger Möglichkeiten zum zwischenmenschlichen Kontakt und Austausch zu geben“, so Diplom-Psychologin Friederike Walla. Sie vermutet, dass der Anteil dieser Ratsuchenden künftig weiter zunehmen wird.

Der Anteil der Anrufer:innen, die Probleme mit einer psychischen Erkrankung vorweisen, stieg auf 43 Prozent. Vor 20 Jahren lag er noch unter fünf Prozent. „Psychische Erkrankungen werden heute offener benannt, die Menschen suchen aktiv nach Hilfe“, erklärt Walla die gewachsenen Zahlen.

Mehr Männer haben in den letzten Jahren die Unterstützung der Evangelisch-Katholischen TelefonSeelsorge Saar gesucht. Inzwischen nähert sich das Geschlechterverhältnis am Telefon immer mehr an, während es vor 20 Jahren zu drei Viertel Frauen waren, die das Gespräch suchten. Das Rollenbild in unserer Gesellschaft hat sich verändert, dadurch sind auch für Männer Probleme eher ansprechbar“, vermutet Heidrun Mohren-Dörrenbächer, die katholische Leiterin der TelefonSeelsorge Saar, als Hintergrund. Aus ihrer Sicht eine erfreuliche Entwicklung, denn dadurch sei auch eine frühere Begleitung und Unterstützung möglich.

Deutliche Unterschiede gibt es bei den Kommunikationsformen: Wer einsam ist, greift eher zum Telefonhörer oder Handy. Das häufigste Thema bei den Mails sind depressive Verstimmungen. Beim Chat stehen Ängste an erster Stelle. Mail und Chat werden vor allem von den unter 30-jährigen genutzt (60 % der Ratsuchenden).

„Wer allein ist, wünscht sich von Zeit zu Zeit eine menschliche Stimme zu hören“, sagt Mohren-Dörrenbächer. Gerade die Corona-Pandemie mit Kontaktbeschränkungen scheint diesen Wunsch verstärkt zu haben.

Mit 13.200 Anrufen klingelte es bei der TelefonSeelsorge Saar nur geringfügig weniger als 2020. Unter diesen Anrufen ist der Anteil der Seelsorgegespräche erneut gestiegen.

Die Gespräche und die Online-Seelsorge führten vor allem die 73 ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen der Telefonseelsorge Saar. Sie sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr bereit, Menschen in Krisensituationen zuzuhören, sie zu unterstützen, zu trösten und neue Blickwinkel zu eröffnen.

Im vergangenen Jahr ließen sich zwölf Menschen zu ehrenamtlichen Berater:innen ausbilden, ein neuer Ausbildungskurs wird nach den Sommerferien starten. Menschen, die sich für die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Ev.-Kath. Telefonseelsorge Saar interessieren, können sich per Mail oder per Telefon an die Telefonseelsorge wenden: Mail: Bewerbung(at)telefonseelsorge-saar.de der Telefon 0681-9 68 69 -22 (AB)

 

Die Telefonseelsorge ist in Deutschland durch über 100 Stellen, bundesweit, 24 Stunden, gebührenfrei und anonym unter der Telefonnummer 0800 111 0 111 erreichbar.  
Bei der Evangelisch-katholischen TelefonSeelsorge Saar engagieren sich rund 80 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die 24 Stunden, rund um die Uhr seelsorgerliche Gespräche am Telefon anbieten. Für diese Aufgabe werden sie über ein Jahr lang sorgfältig ausgebildet. Vier hauptamtliche Kräfte (zwei Diplom-Psychologinnen, ein Diplom-Psychologe und ein evangelischer Pfarrer) begleiten die Beratungen am Telefon, die Mail- und Chat-Beratung, unterstützen die ehrenamtlich Mitarbeitenden und bieten persönliche Gespräche in der Beratungsstelle an.

www.telefonseelorge-saar.de

(red)

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