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Bistum Trier
Dienstag, 7. Juni 2022

Miteinander von Pastoralen Räumen und Verwaltung im Fokus

Bistumskonferenz der Dekanate und Pastoralen Räume kommt zusammen

Trier – Die Strukturen im Bistum Trier verändert sich – das zeigt sich auch bei den Konferenzen: Zum ersten Mal sind die Leitungsteams aus den zum 1. Januar 2022 errichteten Pastoralen Räume (PastR) mit der Bistumsleitung zum Austausch zusammengekommen. Auch die Leitungen der 18 Dekanate, die zum 1. Januar 2023 zugunsten der Errichtung von 20 weiteren Pastoralen Räumen aufgehoben werden, waren bei dem Treffen am 1. und 2. Juni im Trierer Robert-Schuman-Haus dabei.

Bischof Dr. Stephan Ackermann begrüßte die rund 100 Teilnehmenden. Es sei gut, wieder physisch beieinander sein zu können, gerade auch wegen der „Zwischenzeiten zum Netzwerken“. Christian Heckmann, Leiter des Umsetzungsprozesses der Synodenergebnisse, wies darauf hin, dass sich Bischöfliche Verwaltung und die Leitungen der Pastoralen Räume derzeit in einer „Situation der Stabilisierung, der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und einer intensiven Lernerfahrung“ befänden. Für die Errichtung der 20 weiteren Pastoralen Räume 2023 liefen derzeit die Anhörungen der Gremien. Er rechne damit, dass die Dekrete im August veröffentlicht werden. Ab dem Spätsommer erfolge die Qualifizierung der neuen Leitungsteams.

Miteinander zwischen Pastoralen Räumen und Verwaltung im Fokus

Auf der Konferenz wurden verschiedene Themen diskutiert, die das Miteinander und die Zusammenarbeit zwischen den Leitungsteams in den Pastoralen Räumen und der Bischöflichen Verwaltung thematisierten. Neben der Frage des Erscheinungsbildes der Pastoralen Räume und der gemeinsamen „Marke“ ging es etwa um die künftige Gestalt der bischöflichen Visitation. Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg beschrieb die vorgelegte Idee so: „Es geht um Verbindlichkeit und Wirksamkeit.“ Die Leitungen der PastR betonten unter anderem, neben der Verwaltungs-Visitation müsse es auch darum gehen, was die Gemeinden und die Ehrenamtlichen brauchten. Ein konstruktiv-kritisches Zu- und Hinhören und Wahrnehmen der Bedürfnisse sei wichtig. In diesem Zusammenhang kündigte der Generalvikar an, dass sich die Zuschnitt der Visitationsbezirke ändern: Ab 2023werden die PastR Hermeskeil und Idar-Oberstein zum Visitationsbezirk Saarbrücken gehören und der PastR Cochem-Zell zum Visitationsbezirk Trier. Auch die Zuständigkeiten ändern sich: Als Bischofsvikare für die Visitationsbezirke ist künftig Weihbischof Robert Brahm für Koblenz, Weihbischof Franz-Josef Gebert für das Saarland und Weihbischof Jörg Michael Peters für Trier zuständig.

Mechthild Schabo, Direktorin für den Bereich Pastoral und Gesellschaft im Bischöflichen Generalvikariat (BGV), sprach über die Engagement-Entwicklung. „Ehrenamt gehört zum Wesen der Kirche dazu“, betonte sie, und so wolle sich das Bistum im Sinne einer Engagement-freundlichen Organisation weiterentwickeln. Sogenannte Engagement-Entwicklerinnen und –Entwickler könnten „Motor und Anwaltschaft“ für das Thema sein. Michaela Tholl, Leiterin des Arbeitsbereichs Ehrenamtsentwicklung im BGV, berichtete, dass es bereits einen ersten Kurs für Interessierte gegeben habe und stellte das angedachte Profil vor. Denn „strategische Engagement-Entwicklung ist Kirchenentwicklung“, betonte Dr. Valentin Dessoy von der Beratungsfirma kairos, der das Themenfeld begleitet.                    

Mit Interesse hörten die Leitungsteams und Dekanatsleitungen den Entwurf für den „Orientierungsrahmen Pastorales Personal“, den Mechthild Schabo vorstellte und der die Verteilung des pastoralen Personals nicht nur in den Pfarreien und PastR, sondern auch in den sogenannten kategorialen Feldern der Seelsorge wie Alten- und Behindertenhilfe oder Krankenhaus- oder Gefängnisseelsorge in den Blick nimmt. In der anschließenden Diskussion wurde immer wieder auch die Frage thematisiert, wie künftig Menschen für den Dienst in Kirche begeistert werden können.

Weiterentwicklung der Firmpraxis und Lernpartnerschaften

Weihbischof Peters informierte darüber, dass nach den Erfahrungen mit Firmungen in der Pandemie – „Kommen wir nun zu einer ‚Normalität‘ zurück und wollen wir das?“ - der Kreis der ordentlichen Firmspender erweitert wird um die Jugendpfarrer Thomas Hufschmidt, Dominic Lück und Peter Zillgen sowie den Leiter des Arbeitsfelds Berufepastoral Pfarrer Tim Sturm. „Wir sind offen für neue Formen der Firmvorbereitung und -spendung, ob auf der Ebene des Pastoralen Raums oder in Verbänden“, sagte Peters und verwies auf den „Firm-Hike“, den Jugendpfarrer Zillgen jetzt im Rahmen der Lernpartnerschaften angeboten hatte. Entscheidend sei, „dass der Glaube von den jungen Menschen als lebensrelevant erfahren wird“. Mechthild Schabo und der Abteilungsleiter „Pastorale Grundaufgaben“ im BGV, Ulrich Stinner, gaben einen Einblick in die laufenden Lernpartnerschaften. Sie seien „der Versuch, die Ergebnisse der nachsynodalen Teilprozessgruppen exemplarisch auszuprobieren in einem neuen Miteinander zwischen Pastoral vor Ort und Verwaltung“ erläuterte Schabo. Am Ende stehe hoffentlich ein „Input für pastorale Rahmensetzungen“. Stinner betonte, dabei gehe es „ums gemeinsame Lernen“ nicht nur innerkirchlich, sondern darüber hinaus. Er nannte als Beispiele etwa Lernpartnerschaften mit dem Montessori-Haus in Völklingen oder die Kooperation mit einer staatlichen Koblenzer Schule. Die Konferenz begrüßte es, dass die inhaltlichen Impulse der Synode nach den Strukturdebatten wieder stärker in den Blick rückten. Regelhaft zu den Konferenzen gehört die Auseinandersetzung mit dem Themenfeld „Prävention – Intervention – Aufarbeitung“. Bischof und Generalvikar erinnerten an die sogenannten Hearings für alle Bistumsmitarbeitenden, die im März und April stattgefunden hatten. Damit habe die Bistumsleitung ein neues Format ausprobiert, das es nun zu reflektieren und weiterzuentwickeln gelte. Die Konferenzteilnehmenden unterstützten das Anliegen, das Themenfeld immer wieder in unterschiedlichen Formaten aufzugreifen. Das Querschnittsthema „Klimagerechtigkeit“ brachten die Klimaschutzmanagerin des Bistums Charlotte Kleinwächter und Günther Leisch als Mitglied der Diözesankonferenz für Umweltfragen ein. Generalvikar von Plettenberg hatte das Thema mit der Erinnerung eingeführt, dass „wir als Menschen, die sich der Schöpfung Gottes verdanken“ das Thema als „Kernaufgabe von Kirche“ begreifen müssten.

Blick auf die Kirche in Deutschland und in der Welt

Auch über die Bistumsgrenzen hinaus richtete die Konferenz den Blick: Dr. Daniela Mohr-Braun als Beauftragte der Diözese für den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland leitete eine Arbeitseinheit an, in der die Teilnehmenden Passagen aus den Grundtexten des Synodalen Wegs diskutierten. Bischof Ackermann ermutigte zur fortlaufenden Auseinandersetzung mit den Texten und dazu, „nicht nur die Schlagzeilen zu lesen“. Die Texte, die bisher von der Vollversammlung des Synodalen Wegs verabschiedet worden seien, nannte er „sehr verantwortbar“. Wichtig sei die Frage, wie die Ergebnisse weltkirchlich so eingebracht werden könnten, „dass sie Chancen haben“. Mit einer Information über die am 1. Advent (27. November 2022) anstehende bundesweite Eröffnung der Adveniat-Aktion im Bistum Trier unter dem Motto „Gesundsein fördern“ kam auch die Weltkirche in den Blick.

Verwaltungsbezogene Themen standen ebenfalls auf der Tagesordnung: So informierten Stefan Zimmer von der Finanzabteilung über die Umsatzsteuerreform, und der Leiter der Immobilienabteilung Hermann Condné über die Grundsteuerreform. Matthias Schneider, neuer Digitalisierungsbeauftragter für das Bistum, gab einen Einblick in den Stand der Dinge beim geplanten Cloudwechsel von Google zu Microsoft; Judith Rupp (Leiterin Bereich Kommunikation und Medien) wies auf die bevorstehende Veröffentlichung einer Empfehlung zur geschlechtersensiblen Sprache hin.

Am Ende der Tagung dankte Bischof Ackermann allen, die die Konferenz vorbereitet und unter der Moderation von Christian Heckmann und Frank Kilian (stellvertretender Leiter des Bereichs „Ziele und Entwicklung“ im BGV) durchgeführt haben. Er habe die „Multiprofessionalität und Perspektivenvielfalt“ der Konferenz als bereichernd empfunden. Jenseits aller „operativen Hausaufgaben“ gelte es, gemeinsam „motivierende Orientierungs- und Deutungshilfen zu finden für eine aus dem Glauben gespeiste, geerdete Hoffnung“.

(JR)

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