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Bistum Trier
Sonntag, 23. Mai 2021

Nach 21 Jahren: Katholische Kita gGmbH Saarland verabschiedet Geschäftsführer

Vertreter aus Bistum und Politik würdigten die Verdienste von Thomas Schmitz

Dillingen – Bei der Katholischen KiTa gGmbH Saarland geht eine Ära zu Ende: Nach fast 21 Jahren als pädagogisch-theologischer Geschäftsführer übergibt Thomas Schmitz zum 1. Juni die Leitung an seine Nachfolgerin Judith Kost. Der 64-Jährige tritt dann in die passive Phase seiner Altersteilzeit. Gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Rainer Borens stand Schmitz seit der Gründung der Katholischen KiTa gGmbH Saarland am 1. August 2000 an der Spitze des inzwischen größten saarländischen KiTa-Trägers. Vertreter des Bistums Trier, der Landes- und Kommunalpolitik und von Verbänden sowie KiTa-Leitungen haben den Diplom-Theologen aus Lebach am vergangenen Freitag (21. Mai) im Rahmen einer digitalen Feierstunde verabschiedet.

„Sie waren ein Pionier und haben großen Anteil am Aufbau einer neuen, jetzt großen Trägergesellschaft für Kindertagesstätten. Mit Ihrer Kontinuität und Ausdauer haben Sie das Feld der Kindertageseinrichtungen im saarländischen Teil unseres Bistums maßgeblich mitgeprägt“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende der Katholischen KiTa gGmbH, Mechthild Schabo, und dankte Schmitz stellvertretend für Bischof Stephan Ackermann und Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg für sein langjähriges erfolgreiches Wirken.

„Bei den vielfältigen gemeinsamen Terminen (…) habe ich Herrn Schmitz stets als engagierten und hoch kompetenten Gesprächspartner kennengelernt“, sagte der saarländische Bildungsstaatssekretär Jan Benedyczuk. Er schätze Schmitz als Verfechter der Rechte der Kinder. „Es ist nicht zuletzt ein Verdienst von Herrn Schmitz, dass die katholische KiTa gGmbH Saarland für das Ministerium für Bildung und Kultur einen verlässlichen Partner darstellt.“ Franz-Josef Berg, Bürgermeister der Stadt Dillingen, in der die Katholische KiTa gGmbH seit 17 Jahren ihren Sitz hat, dankte Schmitz für seine „hervorragende Arbeit für die Kinder im Saarland und natürlich insgesamt für die Kindertagesbetreuung und die Menschen im Saarland“.

Mitte der 1990er Jahre gab es auf Bistumsebene erste Überlegungen, eine neue Trägerstruktur für den Kitabereich zu entwickeln und die Betriebsträgerschaft von den örtlichen Kirchengemeinden in einer neuen Gesellschaft zu bündeln, in der die Kirchengemeinden Mitgesellschafter sind. Schmitz, der seit 1984 Pastoralreferent im Dekanat Sulzbach war, wechselte 1999 in das Projektbüro und wirkte so an der Konzeptionierung der neuen gGmbH mit, deren pädagogisch-theologischer Geschäftsführer er im Anschluss wurde. „Es war eine spannende Zeit. Wir hatten ein altes Nokia und zwei Aktenordner im Kofferraum und waren auf Werbetour vor Verwaltungsräten und Elternausschüssen“, blickt Schmitz zurück. Nicht überall stießen die Pläne des Bischofs auf Begeisterung, andernorts sei man froh gewesen, die Verantwortung für die Verwaltung und Personalgewinnung abgeben zu können. Gestartet mit 30 Einrichtungen, 97 Gruppen und 279 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, waren nach der Modellphase am 1. Januar 2003 66 Einrichtungen mit an Bord. 2017 wechselten die letzten Kitas in die Zuständigkeit der Katholischen KiTa gGmbH Saarland, der heute 156 Einrichtungen mit 646 Gruppen angehören. Rund 3100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl von etwa 14.000 Kindern. „Die Bereitschaft, den Schritt vom Seelsorger zum Geschäftsführer zu wagen, ist bemerkenswert“, sagte Aufsichtsratsvorsitzende Schabo, „die Gesellschaft ist gefestigt und der Tanker hat einen guten Kurs. Sie können zufrieden und stolz auf Ihre Tätigkeit zurückblicken.“

In den vergangenen zwei Jahrzehnten habe die Kita-Landschaft rasante Entwicklungen durchlaufen. Stand die Katholische KiTa gGmbH 2004 wie andere Träger angesichts sinkender Kinderzahlen vor der Frage, wie ein Abbau von Kita-Plätzen und der damit notwendige Stellenabbau sozialverträglich umgesetzt werden kann, führten der Ausbau von Ganztagesplätzen, die vermehrte Nachfrage nach U3-Betreuung und der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz nur ein Jahr später zu der entgegengesetzten Entwicklung. „Seitdem leiden wir und andere Träger massiv unter dem Fachkräftemangel“, sagte Schmitz. Auch im pädagogischen Bereich habe ein Wandel stattgefunden: „Mittlerweile verstehen wir unsere Einrichtungen schwerpunktmäßig als Bildungseinrichtungen. Bildung heißt dabei Selbstbildung. Erzieherinnen sind heute Bildungsbegleiterinnen. Sie geben den Kindern nicht mehr Schritt für Schritt etwas vor, sondern die Kinder lernen selbst an ihresgleichen.“ Er habe es stets begrüßt, dass der Fokus verstärkt auf die Kinderpartizipation und Kinderrechte gerückt sei. „In Kinderkonferenzen entscheiden die Kinder mit, welches Essen beim Caterer bestellt wird oder welche Pflanzen ins Hochbeet kommen“, nannte Schmitz Beispiele. In den fast 21 Jahren sei es gelungen, die Katholische KiTa gGmbH Saarland als „Marke“ zu etablieren. In der Zeit wurde unter anderem das Rahmenleitbild erarbeitet und ein werteorientiertes Qualitätsmanagementsystem eingeführt. Auch an der Präventionsordnung zum Schutz vor sexuellem Missbrauch Minderjähriger im kirchlichen Dienst wirkte Schmitz mit.

Die Corona-Pandemie sei eine „noch nie dagewesene Herausforderung“ gewesen, sagte Mechthild Schabo. Auch Thomas Schmitz gestand: „Die letzten 15 Monate haben mich am meisten Kraft und schlaflose Nächte gekostet.“ Immer wieder mussten sich seine Kollegen und er auf neue Situationen vor Ort einstellen, neue Notwendigkeiten erforderten eine schnelle Reaktion. Hinzu kamen zahlreiche Gespräche auf Landesebene.

Zu den schönsten Erlebnissen seiner Berufstätigkeit gehören für Thomas Schmitz die vielen Begegnungen mit Menschen: „Ich bin Seelsorger geworden, um möglichst nahe am Menschen zu sein, und ich habe in dieser Rolle die Möglichkeit gehabt“, sagte der scheidende Geschäftsführer. Immer, wenn er eine Einrichtung betreten habe, habe er gedacht: „Ja, wenn du für diese Kinder ein klein wenig bewegen und tun konntest, dann hast du mehr gemacht als an manch anderer Stelle.“

Seine Nachfolgerin Judith Kost (55), Diplom-Psychologin mit dem Schwerpunkt Pädagogische Psychologie und Organisationsentwicklung, wechselt vom Caritasverband für die Diözese Trier e.V. Als ausgebildete Evaluatorin für das Saarländische Bildungsprogramm ist Judith Kost mit den fachlichen Anforderungen an Kindertageseinrichtungen bereits vertraut. „Ohne die Mannschaft geht es nicht“, sagte Judith Kost. Es sei ihr eine Herzenssache, Kinder und Familien zu unterstützen. „Ich freue mich darauf, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die nächsten Schritte zu gehen, damit das Schiff weiter Fahrt aufnimmt. Wir wissen nie, was Neues kommt. Aber wir müssen jede Herausforderung annehmen, denn Kinder sind unsere Zukunft und Zuversicht.“

Jetzt freut sich Thomas Schmitz darauf, gemeinsam mit seiner Frau Ulli und Sohn Dominik den Sommer zu genießen – am liebsten auf der heimischen Terrasse mit einem Glas Rosé und einem guten Buch. Langeweile wird dabei nicht aufkommen: Der passionierte Leser und Kreuzworträtsel-Experte mit dem fotografischen Gedächtnis hat eine Sammlung von über 3000 Büchern.

(uk)

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