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Bistum Trier
Mittwoch, 29. Juni 2022

Nah dran an den Menschen

Projekte im Pastoralen Raum Betzdorf

Betzdorf – Menschen, die ein spirituelles Interesse aber die Verbindung zu einem traditionellen Sonntagsgottesdienst verloren haben, finden einmal im Monat bei „sonntags um sechs“ ein Zuhause nahe des Betzdorfer Bahnhofs. Menschen, die regelmäßig auf dem Markt in der Innenstadt unterwegs sind, treffen ebenfalls auf „Kirche“. Beide Angebote gehen von Hauptamtlichen des Pastoralen Raums Betzdorf aus.

Die Rückmeldungen in den vergangenen Jahren hatten gezeigt, dass das Format des morgendlichen Sonntagsgottesdienstes nicht für alle Gläubigen attraktiv sei. „Bei uns kommen Menschen zusammen, die noch eine Verbindung zum Glauben spüren und in ihrer Kindheit gute Erfahrung mit Kirche gemacht haben. Aber sie fühlen sich in der derzeitigen Kirche nicht mehr beheimatet“, erklärt Ulrike Ferdinand.

In den hellen Räumlichkeiten des „nahdran – an Himmel und Erde“ direkt neben dem Bahnhof in Betzdorf gibt es in entspannter Atmosphäre beim Projekt „sonntags um sechs“ Impulse für die neue Woche und im Anschluss Möglichkeit zum geselligen Austausch, berichtet die Initiatorin, Pastoralreferentin Ulrike Ferdinand.

Einen festen Ablauf gibt es nicht, doch jedes Mal Texte von christlichen oder nicht-christlichen Autorinnen und Autoren und Lieder, entweder aus dem Gotteslob oder aktuelle aus dem Radio. Die Themen werden zumeist durch den Jahreskreis gesetzt, wie zum Beispiel Erntedank im Herbst. „Aber wir interpretieren manche Themen moderner, ohne den Ursprung dabei raus- oder wegzunehmen“, betont sie. So sei die verwendete Sprache moderner. Es sei ihr wichtig, dass die Menschen etwas aus dieser halben Stunde bis Stunde mitnehmen könnten für ihr Leben.

 „Der Sonntag ist ein besonderer Tag in der Woche als Unterbrechung des Alltags. Wir wollen den Tag nutzen, um dem Leben eine geistliche Dimension zu geben“, erklärt Ulrike Ferdinand. Es gehe darum, das Wochenende gemeinsam ausklingen zu lassen, aufzutanken und mit Gottes Segen in die neue Woche zu starten, fasst Ulrike Ferdinand zusammen. „Es handelt sich um einen niedrigschwelligen Zugang zu einem spirituellen Angebot“, sagt die Pastoralreferentin. Niedrigschwellig ist der Zugang vielleicht auch, weil „sonntags um sechs“ nicht in einem Kirchraum stattfindet, das „nah dran“ barrierefrei und zentral gelegen ist.

Seit Herbst 2021 gibt es diese Treffen. Trotz Corona-Unterbrechung und kurzfristiger Verlagerung ins Digitale, habe sich eine kleine Gemeinschaft unter den Besucherinnen und Besuchern im Alter zwischen 40 und 75 Jahren entwickelt. „Wir sitzen in einem Stuhlkreis zusammen. Durch die Gruppengröße ist es ein sehr persönliches Treffen“. Zwischen drei bis zwölf Personen variiert die Anzahl pro „sonntags um sechs“.

Vorbereitet werden die Abende von Ulrike und ihrem Mann Christian Ferdinand, ebenfalls Pastoralreferent im Pastoralen Raum Betzdorf. „Wir würden uns aber auch darüber freuen, wenn sich weitere Frauen und Männer in die Planung oder Umsetzung einbringen.“

Die Räume im „nah dran“ werden von vielen unterschiedlichen Kooperationspartnern und Gruppen genutzt, u. a. Caritas, Mehrgenerationenhaus, Lebensberatung und für Eltern-Kind- oder Hospizkurse sowie Ausstellungen wie für spirituelle Angebote. Die Pastoralreferenten Ulrike und Christian Ferdinand haben hier auch ihre Büros.

Das nächste „sonntags um sechs“ im „nah dran“ (Bahnhofstraße 2 - 4) um 18 Uhr findet statt am 10. Juli, nach einer kleinen Sommerpause startet das Angebot wieder am 11. September.

Kirche zur Marktzeit

Nah bei den Menschen zu sein, geschieht nicht nur durch das Angebot von „sonntags um sechs“, sondern auch indem „Kirche“ zu den Menschen geht. So ist Pastoralreferent Christian Ferdinand mit einigen Ehrenamtlichen jeden ersten und zweiten Freitag im Monat während der Marktzeit (von 9 bis 12 Uhr) zwischen Käse-Wagen, Socken-Verkäufern und weiteren Anbietern in der Betzdorfer Innenstadt anzutreffen. „Wir sind einfach da und bieten offene Ohren für Gespräche, eine Tasse Kaffee und Begegnungen aller Art“, sagt er. Das Sortiment des Eine-Welt-Laden, ein langjähriger Kooperationspartner, diene oft als eine Art Eisbrecher. „Dann kommt man mit den Leuten ins Gespräch, erst über Fairen Handeln und dann über alle möglichen Lebensthemen.“ Natürlich sei darunter auch immer wieder Kritik an der Institution „Kirche“ zu hören. „Aber das ist in Ordnung. Die Menschen müssen mit ihrem Ärger ja irgendwohin, hier können sie ihn abladen“, so Ferdinand. Im Schnitt führt die Gruppe pro Marktbesuch 30 bis 40 Gespräche, auch mit den Marktbeschickern. „Wir stellen ein offenes Gesprächsangebot dar: von Smalltalk bis zu seelsorglichen Gesprächen.“ Die Schlagworte auf dem Kirchenzelt „gastfreundlich, lebendig, mittendrin präsent und kommunikativ“ werden gelebt. Unterstützung erfährt „Kirche zur Marktzeit“ auch von kommunaler Seite wie von der Marktleitung.

(jf)

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