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Bistum Trier
Freitag, 14. Oktober 2022

Neue Geschäftsführung für die Aktion Arbeit

Johannes Tittel folgt auf Andrea Steyven

Koblenz/Trier – Ziemlich aufregend seien die ersten Tage gewesen, sagt Johannes Tittel. Seit dem 4. Oktober leitet der 34-Jährige aus Saarburg die Initiative für Arbeitslose im Bistum Trier. Seine Vorgängerin Andrea Steyven wechselte nach acht Jahren im Bischöflichen Generalvikariat zur CarMen gGmbH Koblenz („Caritas für Menschen in Beschäftigung“). Seit dem 1. August ist sie dort für rund 100 Mitarbeitende unter anderem in den Bereichen Garten- und Landschaftsbau, Gebäudereinigung, StromsparCheck, Möbeltransporte, Catering und Fahrradreparatur sowie für Menschen in arbeitspolitische Maßnahmen zuständig.

Für das Bistum ist Johannes Tittel kein Fremder: 2007 hat er eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation im Bischöflichen Generalvikariat absolviert und danach zwei Jahre bei der Aktion Arbeit gearbeitet. „Deswegen ist das für mich nicht unbedingt Neuland, aber in den letzten Jahren hat sich viel verändert.“ Leider nicht nur zum Positiven, wie er sagt. „Es ist bei der verfestigten Sockelarbeitslosigkeit geblieben. Da geht es um Menschen, die schon über einen bestimmten Zeitraum hinweg arbeitslos sind, also sogenannte Langzeitarbeitslose“, erklärt er. Mitunter seien Erfolge gefeiert worden, weil die Wirtschaft ein Wachstum verzeichnen konnte. „Aber es ist so, dass ein gewisser Kreis, der in den normalen Arbeitsmarkt nicht zu integrieren ist, noch immer da ist, wo er zu dem Zeitpunkt war, als ich die Aktion Arbeit verlassen habe.“  

Andrea Steyven kennt dieses Problem nur zu gut. Langzeitarbeitslosigkeit sei ein Thema, das sie auch in Ihrer neuen Funktion als Leiterin der CarMen gGmbH Koblenz begleite. Sie bedaure, dass es dieser Tage im öffentlichen Diskurs und in der Politik zu wenig präsent sei. Daher habe sie sich rückblickend eine größere Wertschätzung für die Aktion Arbeit innerhalb der Gesellschaft und aus dem kirchlichen Milieu gewünscht. „Denn ein sicherer Arbeitsplatz und ein monatliches Einkommen sind keineswegs selbstverständlich“, habe sie immer wieder versucht, den Menschen, die ein gesichertes Arbeitsverhältnis haben, zu verdeutlichen. „Ich wünsche mir daher, dass die Aktion Arbeit mehr Aufmerksamkeit bekommt und ernsthaft unterstützt wird.“

Eine Herausforderung, der sich Johannes Tittel stellen möchte: „Das ist meiner Meinung nach eine der Kernaufgaben des Geschäftsführers, immer wieder den Finger in die Wunde zu legen, und zu zeigen, dass wir diese Leute nicht vergessen dürfen. Das bedeutet für mich natürlich auch, der Politik immer wieder zu zeigen, dass noch mehr passieren muss.“ Hinzu komme ein ganz wichtiger Punkt: Ohne Spenden könne sich die Aktion Arbeit nicht finanzieren. „Daher ist die Spendenakquise ein großes Thema, und dafür müssen wir auch immer wieder in die Fläche des Bistums hineinstoßen und alles mobilisieren, was irgendwie möglich ist“, sagt der ehemalige Kulturbeauftragte der Verbandsgemeinde Konz.

Was seine Vorgängerin sicherlich freuen dürfte: „Ich möchte das, was Frau Steyven in Sachen Jugendarbeitslosigkeit mit der Kampagne „TAFF – Talente flexibel fördern“ angestoßen hat, auf jeden Fall weiterführen.“ Auch das Konzept des „Integrierten Arbeitsmarktes“, das die Aktion Arbeit in der Rheinland-Pfälzischen Landesvertretung in Berlin vorgestellt hat, wolle der neue Geschäftsführer weiterentwickeln. „Der Anspruch der Aktion Arbeit war schon immer, auch politisch aktiv zu sein“, so Steyven.

Gerne schaut die 59-Jährige Lützerin (Kreis Cochem-Zell) auf gelungene Aktionen zurück wie den Info-Stand während der Heilig-Rock-Tage und in diesem Zusammenhang auf den „Pilgerweg der Arbeit“ nach St. Matthias mit vielen Frauen und Männern aus den Beschäftigungsträgern, die von der Aktion Arbeit regelmäßig unterstützt werden. „Ich hoffe sehr, dass auch das fortgeführt wird“, sagt sie. „Die Aktion Arbeit als Initiative der Kirche ist in Deutschland einzigartig, sie verbindet kirchliches Leben mit gesellschaftspolitischen Themen, und ist damit im besten Sinne das, was in der Trierer Diözesansynode als diakonische Kirche gefordert wurde”, erklärt Andrea Steyven. „In den deutschen Bistümern gibt es nichts Vergleichbares“, hebt sie hervor.

Die „Aktion Arbeit“ wurde 1983 vom damaligen Trierer Bischof Dr. Hermann Josef Spital gegründet, als die Arbeitslosenzahl in Westdeutschland zum ersten Mal die Zwei-Millionen-Grenze erreicht hatte. Sie hilft bei der Projektfinanzierung bestehender Initiativen, berät beim Aufbau neuer Projekte, vertritt die Interessen von Arbeitslosen nach außen und engagiert sich in der politischen Bildung.  Die „Aktion Arbeit“ finanziert sich durch Spendengelder. Personal- und Sachkosten trägt das Bistum Trier. Zur „Aktion Arbeit” zählen neben dem neuen Geschäftsführer Johannes Tittel und der Sachbearbeiterin Daniela Werlein, Domkapitular Dr. Hans Günther Ullrich als Bischöflicher Beauftragter.  Seit dem Start der Aktion wurden mehrere Millionen Euro gespendet, von denen mehr als 20.000 Menschen im Bistum Trier profitieren konnten. Weitere Informationen zur Aktion Arbeit gibt es im Internet unter: ww.aktion-arbeit.de

(ia/jf)

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