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Bistum Trier
Dienstag, 5. November 2019

„Nichts Besonderes“?

Das ZDF zu Gast in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Weihrauchduft liegt in der Luft, liturgische Gewänder hängen an den Wänden, Kelch und Hostienschale stehen bereit. Ein ganz normales Bild in der Sakristei von St. Laurentius in Ahrweiler. Aber etwas ist anders: Mitten im Raum stehen zwei riesige Bildschirme auf denen fünf Kamerabilder und das ZDF-Live-Programm zu sehen sind. Das ZDF ist zu Gast in der Pfarrkirche und strahlt live den Fernsehgottesdienst vom 3. November aus.

Nicht nur die Sakristei hat sich dafür verändert: Die Kirche erstrahlt durch unzählige Scheinwerfer, fünf Kameras und Glasfaserkabel belegen Teile des Kirchenraums und überall sieht man Menschen mit Headsets herumlaufen. Doch für die Gemeindemitglieder scheint das keine große Sache zu sein. Selbst die Lektoren und andere ehrenamtliche Akteure im Fernsehgottesdienst empfinden es zwar als Ehre, aber auch als „nichts Besonderes“. Natürlich sei man etwas aufgeregt, aber eine gewisse Anspannung solle ja bei keinem Gottesdienst fehlen. Für sie scheint der Fernsehgottesdienst auf einer Stufe mit den Oster- und Weihnachtsgottesdiensten zu stehen. Vielleicht sind sie aber auch schon einiges gewohnt, denn die Pfarrei St. Laurentius in Ahrweiler feiert ihr 750-jähriges Jubiläum in diesem Jahr. Auch die Kirche ist etwas Besonderes, denn sie ist die älteste gotische Hallenkirche im Rheinland. Doch „das eigentlich Besondere sind die Menschen der Pfarrei“, so Gerdrud Hermes aus dem Verwaltungsrat. Denn hier seien alle Generation engagiert und helfen wie selbstverständlich mit, wenn es etwas zu tun gibt. Daher sei es auch kein Problem gewesen, Mitwirkende für den Fernsehgottesdienst zu finden. Die Gemeinde in St. Laurentius sei zwar traditionsbewusst aber auch für Neues offen.

So gibt es beispielsweise die Reihe „Messe anderes“, bei der die ehemalige Weinkönigin Theresa Appel die Moderation übernimmt und für Außenstehende die Elemente der Messe und die Besonderheiten der „Messe anders“ erklärt. Theresa Appel führt auch an diesem Sonntag durch den Fernsehgottesdienst. Das macht diesen Gottesdienst für den Fernsehsender und seine Zuschauer besonders. Denn jeder Programmpunkt mehr kann für die Zeiteinhaltung kritisch werden. So musste die Redaktion im Vorfeld genau kalkulieren und streichen, um exakt auf die 45 Minuten Gottesdienst zu kommen.

Inhaltlich geht es im Gottesdienst um den Zöllner Zachäus, bei dem Jesus zu Gast war und der sein Leben durch diese Begegnung änderte. Pfarrer Jörg Meyrer regt in seiner Predigt zum Nachdenken an über die Ausgegrenzten in der heutigen Zeit. Auch nimmt Meyrer die Begegnung zwischen Jesus und Zachäus als Anknüpfung für sein Gebet zur eigenen Veränderung: „Berühre mein Herz und gib mir Mut, dir ähnlicher zu werden! Allein kann ich das nicht.“

Für die Zuschauer gibt es beim Fernsehgottesdienst also besondere Momente aus einer besonderen Kirche. Die Mitwirkenden aber scheinen am Ende selbst schon „Fernsehprofis“ geworden zu sein: Zum Schluss ziehen die Messdiener ihre Gewänder in der zur „Redaktionszentrale“ umgebauten Sakristei aus, als sei das ganz selbstverständlich und gar nichts Besonderes.

(aw)

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