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Bistum Trier
Montag, 20. Mai 2019

Päpstlicher Besuch in Trier

Oberhaupt der koptischen Christen besucht Bischof Ackermann

Trier – Das Oberhaupt der koptischen Kirche, Papst Tawadros II. hat das Bistum Trier besucht. Dabei ging es neben der Ökumene auch um die Situation der koptischen Christen im Nahen Osten. Papst Tawadros II. hatte am 17. Mai zunächst die koptische St. Athanasius-Kirche auf dem ehemaligen Flugplatz in Bitburg eingeweiht. Im Anschluss kam er mit einer Delegation zu Begegnung und Austausch nach Trier, wo er von Bischof Dr. Stephan Ackermann, dem Domkapitel, Mitglieder der Bistumsleitung sowie Mitarbeitenden aus den Bereichen Ökumene und Weltkirche empfangen wurde.

Der Besuch im Dom führte Papst Tawadros II. unter anderem in die Helena-Krypta.  Die heilige Helena, die der Überlieferung nach den Heiligen Rock nach Trier brachte, wird sowohl in der katholischen als auch in der koptischen Kirche verehrt. Bischof Ackermann überreichte dem Papst deshalb als Geschenk eine Reliquie der Heiligen.

Im Anschluss besuchte die Delegation die Athanasius-Kapelle. Bischof Ackermann erinnerte dabei an die geschichtliche Verbindung zwischen Trier und der koptischen Kirche: „Der heilige Athanasius war in den Jahren 336 bis 337 hier im Exil. Mit seinem unfreiwilligen Aufenthalt in Trier wird also eine Brücke geschlagen zwischen den Christen in Ost und West.“ Auch Tawadros II. betonte die Rolle von Athanasius im Dialog zwischen Katholiken und Kopten. „Der heilige Athanasius gilt als einer der wichtigsten koptischen Patriarchen. Die Verbannung nach Trier war zwar gegen seinen Willen, aber es war der Wille Gottes. Er war ein Brückenbauer zwischen Ägypten und Trier. Jedes Mal, wenn wir uns besuchen, stärken wir die vorhandenen Brücken und bauen Neue.“ Nach dem Besuch der Athanasius-Kapelle beteten Papst und Bischof gemeinsam am Schrein des Heiligen Rockes um die Einheit der Christen. „Die Heiligtümer, die wir heute erlebt haben, sind Quellen des Segens. Dies stärkt uns in unserem Glauben und verbindet uns in unserer christlichen Überzeugung“, betonte Tawadros II. Er sei sehr berührt von der herzlichen und liebevollen Aufnahme. „Es ist eine spirituelle Freude, mit Ihnen sein zu dürfen und diese Liebe und Herzlichkeit zu spüren.“

Austausch zur Situation der Christen in Ägypten

Beim anschließenden Austausch ging der Papst unter anderem auf die Beziehungen der koptischen Kirche in Ägypten zu anderen Konfessionen und Religionen ein. Man pflege sowohl zu den Verantwortlichen im Staat als auch zu anderen Konfessionen eine gute Beziehung. „Wir haben etwas ähnliches wie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Ägypten gegründet und sitzen alle an einem Tisch zusammen.“ Auch mit den muslimischen Brüdern und Schwestern habe man gute Verbindungen, unter anderem über die Al-Azhar-Universität. „Wir haben eine gemeinsame Institution gegründet, das ‚Haus der Familie‘, die von Professor Al-Tayyeb und mir geleitet wird.“

Ein wichtiges Thema des Besuches war auch die Situation der Christen vor Ort in Ägypten. Bischof Ackermann hob das rege christliche Gemeindeleben und die wichtigen theologischen Impulse hervor, die aus dieser Region kommen. „Die Christen in Ägypten tragen darüber hinaus auch zur Stärkung des Friedens zwischen den Religionen bei.“ Ackermann ging aber auch auf die schwierige politische Lage im Nahen Osten ein. Er dankte den koptischen Gemeinden in Deutschland, die in den letzten Jahren vielen Flüchtlingen geholfen hätten, Aufnahme und Schutz zu finden. „Zugleich wollen wir, die Kirche in Deutschland, nicht nachlassen, für politische Lösungen zu werben, die eine Flucht oder Auswanderung unnötig machen, weil Krisen und Kriege überwunden werden.“ Damit griff Ackermann ein Anliegen auf, das auch das Oberhaupt der koptischen Kirche hervorhob. „Ich halte es für einen gravierenden Fehler, ein Land von der Christenheit zu befreien, wie zum Beispiel im Irak. Zwar danken wir euch, dass ihr die Flüchtlinge aus unserer Gegend aufgenommen habt. Jedoch ist es erforderlich, die Christen, die im Heimatland geblieben sind, zu unterstützen, ihnen beizustehen, damit sie die Lebensumstände zuhause ertragen können“, betonte Tawadros II.

Sowohl der Bischof als auch der Papst zeigten sich erfreut über die gute Zusammenarbeit und den regen Austausch zwischen der koptischen Gemeinde und den katholischen Christen im Bistum. Für den Bischof bot der Besuch des Papstes die Möglichkeit, „das Band der Gemeinschaft zu festigen, mehr voneinander zu erfahren und ein wenig an der Situation der jeweils anderen teilzunehmen.“ Zum Abschluss seines Besuches überreichte Tawadros II. dem Bischof eine koptische Ikone als Geschenk, lud ihn zu einem Besuch in Ägypten ein und unterstrich: „Ich denke, an diesem Tag einen neuen guten Freund gewonnen zu haben.“

(red)

Hinweis: Hier geht es zum Wortlaut des Grußwortes von Bischof Stephan Ackermann.

 

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