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Bistum Trier
Freitag, 17. Dezember 2021

Pfarrhaus als Herberge für Helfer

Ehrenamtliche aus Neuwied organisieren Übernachtungsmöglichkeit

Neuwied/Ahrtal – Seit der Hochwasserkatastrophe sind unzählige Helferinnen und Helfer ins Ahrtal gefahren, um den Menschen vor Ort unter die Arme zu greifen. Auch fünf Monate nach der Flut engagieren sich Männer und Frauen in der Region. Im Pfarrhaus der Gemeinde St. Matthias in Neuwied finden sie eine gemütliche Übernachtungsmöglichkeit, um sich nach ihrem Einsatz auszuruhen.

 „Bis zu 22 Personen haben hier gleichzeitig übernachtet“, berichtet Tina Monzen. Sie ist die Koordinatorin des Projekts und für den Erstkontakt zuständig – ehrenamtlich, wie das Dutzend Engagierter, die in Gruppen für das Frühstück und das Housekeeping zuständig sind. Insgesamt stehen im Pfarrhaus derzeit drei Wohnungen leer. Eigentlich sind sie für zwei Pfarrer und einen Diakon gedacht, aufgrund von Vakanzen kann der Platz nun anders genutzt werden.

„Die Idee kam uns schon kurz nach der Flutkatastrophe“, berichtet Tina Monzen, die sich dann mit Kooperator Oliver Seis darüber ausgetauscht hat. „Über einen Aufruf bei Facebook haben wir schnell Bettzeug, weiteres Material und Betten erhalten, die die Messdiener gleich aufgebaut haben.“ Die Aufgaben verteilten sich generell gut, sagt  Herbert Börsch, der zusammen mit seiner Frau Andrea Neu Mitglied des Housekeepings ist. „Mülleimer leeren, Bettbezüge abziehen, waschen und neubeziehen sind unsere Aufgaben“, sagt er.

Roswitha Klein ist Teil des Frühstücksteams. Die Fachfrau, sie hat Hauswirtschaft gelernt, kümmert sich darum, dass der Kühlschrank immer gut gefüllt ist und der Kaffeeduft die fleißigen Helferinnen und Helfer morgens weckt. Oft kommen die Hausgäste über das Wochenende. „Im Sommer hatten viele Urlaub, da war dann unter der Woche mehr Betrieb“, blickt Tina Monzen auf die zurückliegenden Monate zurück. Und die Buchungen gehen weiter. „Es gibt immer noch viel zu tun an der Ahr“, weiß sie.

„Neben Handwerkern war auch eine Dame hier, die Hausaufgabenbetreuung angeboten hat, jemand, der einfach mit Kaffee durch die zerstörten Orte gefahren ist oder Fachleute, die in der Verwaltung ausgeholfen haben“, zählt Tian Monzen auf. Auf einer Landkarte in der Küche kann man sehen, woher die Gäste kommen: von der Insel Föhr bis aus der Schweiz.

Corona ist natürlich auch ein Thema im Pfarrhaus. „Es herrscht 2G-plus, was auch von uns überprüft wird“, erklärt Tina Monzen. Zahlen müssen die Übernachtungsgäste hingehen nichts; die Kirchengemeinde bringt sich finanziell ein. „Und das Pfarrbüro, das sich im Haus befindet, steht auch dahinter. Ohne die würde es nicht gehen“, betont Tina Monzen. „Manche Gäste hinterlassen eine kleine Geldspende“, fügt sie noch hinzu. Das Team arbeitet ehrenamtlich, wäscht die Wäsche auf eigene Kosten oder gibt eigene Küchengeräte und Möbel ab, um die Räumlichkeiten noch wohnlicher zu gestalten. „Die kleinen Schränkchen oder den Toaster brauchte ich nicht mehr daheim“, sagt Roswitha Klein beim Blick durch die Küche. „So kann ich wenigstens helfen“, schwere handwerkliche Arbeiten im Ahrtal könne sie in ihrem Alter nicht mehr übernehmen. „Jeder bringt sich so ein, wie es eben geht“, lautet die einhellige Meinung.

Bäder, Küche, W-LAN und Fernseher sind vorhanden, und durch das Neuwieder Stadtmarketing werden die Gäste auch auf touristische Ziele in und um Neuwied hingewiesen. „Vielleicht will jemand ja nochmal wiederkommen?“, sagt Tina Monzen. An den Weihnachtsfeiertagen machen die Verantwortlichen betroffenen Familien das Angebot, eine kleine Auszeit in den Räumen zu nehmen. Eine Familie aus dem Ahrtal hat schon zugesagt.

Für das kommende Wochenende hat sich wieder eine Gruppe mit 13 Personen angemeldet, sozusagen „Wiederholungstäter“. Sie sind bereits das vierte Mal im Pfarrhaus, das zentral in Neuwied liegt, zu Gast. Dafür müssen noch zwei, drei Betten aufgebaut werden. Herbert Börsch und Andrea Neu machen sich gleich an die Arbeit. (jf)

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