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Bistum Trier
Donnerstag, 24. September 2020

„Priester ist mehr als ein Wegbegleiter“

Dominik Schmitt aus Weiskirchen wird von Trierer Bischof zum Priester geweiht

Trier/Konfeld – „Dass ich mich in der Kirche wohl fühle, wurde mir quasi in die Wiege gelegt“, erklärt Dominik Schmitt und lächelt. Der junge Mann aus der Pfarrei Konfeld im Nordsaarland wird am 26. September gemeinsam mit fünf weiteren Kandidaten im Trierer Dom von Bischof Stephan Ackermann zum Priester geweiht. Eine heute nicht mehr alltägliche Lebensentscheidung – die sich aber für Schmitt schon früh abzeichnete. „Der Glaube hat bei uns noch einen festen Platz im Alltag der Menschen, so ist auch das Leben in den verschiedenen Vereinen eng mit dem örtlichen kirchlichen Leben verknüpft. Hinzu kam, dass eine meiner Großtanten über viele Jahre Küsterin vor Ort war und ich so auch von klein auf einen Eindruck von dem bekam, was ‚hinter den Kulissen‘ passiert“, erzählt Schmitt. Dieses „Sich-Wohlfühlen“ basiere zum einen also auf der Begegnung mit anderen Menschen, die in seiner Heimatgemeinde kirchliches Leben mitgestalteten und so ihren eigenen Weg zu Gott fanden. Besonders prägend sei sein Heimatpfarrer Berthold Mattias Schäfer gewesen, der mit seiner menschlich zugewandten Art viele Leute in der Gemeinde habe begeistern können. Zum anderen hätten ihn schon früh Ausdrucksformen tiefer Frömmigkeit wie etwa Prozessionen fasziniert. Als Messdiener und in der katholischen Jugendarbeit festigte sich Schmitts positives Bild von Kirche weiter: „Ich war sechs Jahre lang Messdiener und habe an Diözesanjugendwallfahrten teilgenommen, wo ich viele junge Gleichaltrige kennengelernt habe, die sich auch aufgemacht haben, neue Erfahrungen im Glauben zu sammeln.“ So war er auch mit von der Partie, als die Jugendkirche MIA in Rappweiler auf Eigeninitiative von Jugendlichen entstand.

Schritt für Schritt den Weg gewagt

Die Idee, Priester werden zu wollen, habe sich dann später verfestigt, als er schon im Berufsleben stand. Im kirchlichen Dienst bei einer Rendantur führte er viele Gespräche mit Kollegen und Priestern. „Menschen, die mich gut kannten, haben mich dazu ermuntert, diesen Weg einfach mal Schritt für Schritt zu wagen.“ Für Männer wie Schmitt, die eine Laufbahn als Priester auf dem zweiten Bildungsweg anstreben, gibt es das Interdiözesane Studienhaus St. Lambert in Lantershofen bei Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seine Zeit dort sei auch persönlich eine Bereicherung gewesen, wie er rückblickend sagt: „Ich habe viele Mitstudenten aus anderen Diözesen kennengelernt, zu denen noch zahlreiche Freundschaften bestehen. Durch die Zusammensetzung der Studenten aus ganz Deutschland erhält man einen weiten Blick, wie das Glaubensleben auf vielfältige Weise gelebt wird.“ Nach seiner Weihe wird Schmitt in der Pfarreiengemeinschaft Mayen als Kaplan eingesetzt sein.

Was den 30-Jährigen gerade an diesem Beruf reizt? „Es ist mehr als ein Beruf, es ist eine Berufung. Die Sehnsucht der Menschen nach einem erfüllten und gelungenen Leben ist ungebrochen. Daran hat sich nichts geändert – das kann ich täglich in den unterschiedlichsten Begegnungen ganz klar erfahren“. Zum Glauben gehöre aber auch Selbstreflexion und Selbsterkenntnis sowie die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ego. Der Glaube und das Christentum transportierten natürlich auch Glaubenswahrheiten, die manchmal nicht nur schön, teils auch unbequem seien. Die Kirche sei dabei mehr als nur ein „aufgeblähter Verwaltungsapparat oder eine soziale Hängematte“, sondern etwas „Heiliges und Bewahrenswertes“. Kirche als Gemeinschaft wolle Menschen dabei helfen, dass Leben gelingen kann.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Priesters sei es, den Menschen von Christus und seinem Beispiel zu erzählen und ihnen so Hilfestellung zu geben, wie sie sich in der einen oder anderen Situation verhalten können. Schmitt ist sich natürlich der Realität bewusst, dass gerade für viele jüngere Menschen Kirche immer mehr an Relevanz verliert oder sich Menschen enttäuscht abwenden. „Das sehe ich als Katastrophe“, sagt Schmitt. Er wolle sich bemühen, das Priesteramt authentisch auszuüben und Menschen in Grenzsituationen des Lebens, wie etwa bei der Sakramentenspendung, beizustehen. Der Priester ist dabei für Schmitt mehr als ein Wegbegleiter, der sich nur zu den Menschen gesellt, wenn sich Interessen decken oder gleiche Ziele verfolgt werden und von dem sich die Wege wieder trennen, sobald etwas nicht mehr passt. „Der Priester als Wegbegleiter steht den ihm anvertrauten Menschen – sofern sie es wollen – bei, egal ob sich Meinungen und Ziele überschneiden oder ob es der aktuelle Mainstream gebietet, Hilfe zu leisten. Seine Handlungsmotivation ist der Auftrag Christi, bei den Menschen zu sein. Da spielt es keine Rolle, was einer denkt oder wie er handelt oder seinen Lebenswandel gestaltet. Der Priester muss jedem gegenüber gleich handeln.“ Eine Maxime sei dabei, jede Lebensgeschichte individuell aus dem „Blickwinkel des liebenden Gottes zu betrachten und die einzelnen Menschen zu befähigen, ihre Fragen, Sorgen und Ängste im Lichte der frohmachenden Botschaft zu deuten, damit sie den nächsten Schritt wagen können“.

Aufregung vor der Weihe am 26. September verspürt Schmitt eigentlich nicht, wie er sagt, eher eine Freude darüber, dass die Kirche und Gott „Ja“ zu seiner Person sagen. „Ich bin dankbar, dass mein Weg immer gut verlaufen ist und ich stets Menschen in meinem Umfeld hatte und habe, die mich in meinem Leben gefördert und gefordert haben und so mein Leben immer mehr gewachsen ist.“ Nun freue er sich darauf, selbst die Sakramente spenden zu dürfen und damit den Menschen zu dienen. „Damit viele spüren, dass Jesu Liebe in dieser Welt wirklich erfahrbar ist und nicht nur schöne Idee darstellt.“

(sb)

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