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Bistum Trier
Montag, 6. September 2021

"Sich auf das Abenteuer einlassen"

Bischof Ackermann sendet vier missionarische Teams ins Bistum Trier

Trier/Koblenz/Saarbrücken – Zuhören, Gespräche suchen und das Glaubensleben vor Ort begleiten und bestärken: Das haben sich die vier missionarischen Teams vorgenommen, die Bischof Dr. Stephan Ackermann am 3. September in der Abteikirche Sankt Matthias in Trier ausgesandt hat. „Ich wünsche Ihnen Kraft, Ausdauer und, dass Gott Sie in dieser Aufgabe bestärkt“, gab Ackermann den neun Frauen und Männern, die künftig im Bistum unterwegs sein werden, mit auf den Weg. „Es ist ein wunderbarer Tag und der richtige Ort für die Aussendung“, erklärte Ackermann, denn Sankt Matthias gelte als einziges Apostelgrab nördlich der Alpen und der dritte September sei Gedenktag des heiligen Papstes Gregor, der Ende des 6. Jahrhunderts Missionare aus Rom auf die britischen Inseln geschickt hatte. 

Während der Begriff „Missionarisch“ durch die Praktiken der Kirche in vergangenen Jahrhunderten teilweise vorbelastet ist, soll er als eines der Ziele der Synodenumsetzung positiv wirken: Eine diakonisch-missionarische Kirche soll im Bistum Trier nah bei den Menschen sein, ihre Nöte und Sorgen in den Blick nehmen und vom Einzelnen her denken, wie Schulpfarrer Martin Birkenhauer, Mitglied und Leiter der missionarischen Teams, erklärt. Es gehe vor allem darum, mit Menschen in Kontakt zu kommen, den eigenen Glauben zu bezeugen und eine „gute Nachricht zu überbringen“, denn genau das sei ja die Frohe Botschaft, das Evangelium. Die neunköpfige Gruppe bildet drei Regionalteams für die Visitationsbezirke Saarbrücken, Trier und Koblenz sowie ein Bistumsteam. Grundlage ist das Synodenabschlussdokument, in dem es heißt: „Das Bistum ruft missionarische Teams aus Christinnen und Christen mit einer besonderen geistlichen Begabung für die Weitergabe des Glaubens ins Leben. Diese Teams begleiten vor Ort eine Zeit lang das Glaubensleben.“

 

"Selbst das Evangelium bezeugen, nicht andere davon ÜBERzeugen"

Eine von ihnen ist Elisabeth Zenner, die mit 50 Prozent Pastoralreferentin im Dekanat Maifeld-Untermosel bleibt und mit einer halben Stelle nun im Tandem mit Kooperator Oliver Seis im Raum Koblenz unterwegs sein wird. „Wir werden da weiter machen, wo wir schon waren – an der Ahr. Dort schauen wir gemeinsam mit den koordinierenden Stellen vor Ort, was gebraucht wird. Da ist Not, dort möchten wir unterstützen“, sagt sie. „Wenn wir da nicht hin gesandt sind, dann weiß ich nicht wohin sonst“, bekräftigt auch Teamkollege Seis. „Mission bedeutet für mich, das Evangelium bezeugen, und zwar mit Taten, nicht Menschen vom Evangelium überzeugen.“ Wenn man Mission auf Jesus als Ausgangspunkt des christlichen Glaubens beziehe, müsse man sich nur sein Verhalten anschauen, erläutert Zenner weiter: „Er ist zu den Menschen gegangen, hat geschaut, was ihnen fehlt und hat einen anderen Zustand herbeigeführt.“

Gemeindereferentin Christiane Herrig und ihr Tandemkollege, Pfarrer Martin Birkenhauer, bilden das Saarbrücker Team. Möglichst bald wollen sie loslegen: „Kontakte aufnehmen zu den Pfarreien, zu Gruppen und Verbänden vor Ort und mit Menschen ins Gespräch kommen. Wir möchten Menschen in ihren Lebenssituationen abholen, ihre Freuden, Sorgen, Wünsche wahrnehmen, zuhören, da sein und die Botschaft, die wir haben, ins Gespräch bringen“, beschreibt Herrig ihren Auftrag. Was diese Botschaft den Menschen konkret bringen kann? „Einen Mehrwert, dass unser Leben ein besonderes Leuchten bekommt“, ist Herrig überzeugt. Innerhalb des auf drei Jahre angelegten Projektzeitraums wolle sie auch selbst als Mensch und in ihrem Glauben weiter wachsen. „Ich brenne für diesen Glauben und würde das auch gerne weitergeben.“

Auch die beiden Pastoralreferenten Jörg Koch und Thomas Kupczik für das Regionalteam Trier haben sich einiges vorgenommen. Der 45-jährige Koch kann auf einen gewissen Erfahrungsschatz in „klassischer“ Mission zurückblicken: Jahrelang war er als Missionar in Frankreich, Südafrika und La Réunion unterwegs. Abgesehen von dem Unterschied, dass er nach seiner jetzigen Arbeit im missionarischen Team abends nach Hause zu seiner Familie kann, sieht er doch auch viele Parallelen: „Das Thema der Inkulturation, also zu schauen, wo findet man die Gottesgegenwart in der Kultur vor Ort, die Gemeinschaft, und das Überschreiten von Grenzen.“ Kupczik möchte mit neuem Blick auf die Arbeit al Pastoralreferent schauen. „Mit ganz viel Wertschätzung den Menschen zu begegnen und dann mit ihnen zusammen entdecken, wo ist da Gottes Botschaft vielleicht schon längst gegenwärtig? Für mich ist ein Beispiel, wenn junge Leute auf dem Hauptmarkt für die Seerettung von Flüchtlingen demonstrieren. Da kann ich lernen, wie heute christliche Barmherzigkeit verkündet werden kann. Wir stellen heut ja oft die Frage ‚Wo ist denn Gott?‘ – also da habe ich ihn zum Beispiel gefunden.“  

Neben den drei Regionalteams gibt es noch das Bistumsteam, in dem Pastoralreferent Oliver Serwas, Gemeindereferent Thomas Kaspar und Pfarrer Matthias Marx arbeiten. Sie sind unter anderem für die Vernetzung der Teams und die Unterstützung von Initiativen zuständig. Alle Teammitglieder und weitere Informationen finden sich hier.

(sb)

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