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Bistum Trier
Dienstag, 20. Februar 2018

„Sie sind kirchliche Anlaufpunkte“

2017 besuchen mehr Schüler die Schulen in Trägerschaft des Bistums Trier

Trier – Im Schuljahr 2016/17 haben 9.657 Kinder und Jugendliche eine der 20 Schulen in Trägerschaft des Bistums Trier besucht – 82 mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus dem Jahresbericht für die Schuljahre 2015/16 und 2016/17 hervor, den die Abteilung Schule und Hochschule im Bistum Trier jetzt veröffentlicht hat. In Trägerschaft des Bistums gibt es sämtliche Schulformen – von der Grundschule über Förderschulen, Berufsbildende Schulen bis hin zu kooperativen Gesamtschulen und Gymnasien. „Dort, wo kirchliche Schulen sind, haben sie Ausstrahlungskraft und kommen vielen Kindern und Jugendlichen zugute“, sagt Bischof Dr. Stephan Ackermann im Jahresbericht.

Die Zahl der aufgenommenen Schüler hat sich von 1.600 im Schuljahr 2015/16 auf 1.640 in 2016/17 erhöht. Etwa die Hälfte aller Bewerberinnen und Bewerber konnten aufgenommen werden, davon waren 74 Prozent katholisch und 22 Prozent evangelisch. Die meisten der Schülerinnen und Schüler besuchten eines der vier Gymnasien (3.103). 719 Lehrkräfte waren 2016/17 an den Bistumsschulen beschäftigt, hinzukommen 89 nichtpädagogische Angestellte. Die Schulen werden finanziert durch öffentliche Mittel der Länder Rheinland-Pfalz und Saarland und durch Zuschüsse des Bistums. 2016 betrugen die Gesamtausgaben beispielsweise 53,9 Millionen Euro, von denen das Bistum rund 10 Millionen Euro, also 19 Prozent, bezuschusste. In den vergangenen beiden Jahren investierte das Bistum rund 861.000 Euro in die Einrichtung und Ausstattung seiner Schulen.

Im Sinne des 2014 in Kraft gesetzten Rahmenleitbildes „Den ganzen Menschen bilden“, wollen die Bistumsschulen nicht nur Kenntnisse vermitteln, sondern Kindern und Jugendlichen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung helfen, erklärt Wolfgang Müller, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule im Bistum Trier. Dass der Schulalltag aus mehr als reiner Faktenvermittlung besteht, illustriert der Jahresbericht unter anderem an den Beispielen Inklusion und Willkommenskultur. Seit 2015 entwickeln die Nikolaus-Groß-Grundschule Lebach und die Maximilian-Kolbe-Grundschule Neunkirchen ein Konzept für inklusive Bildung. Zwar hätten die Schulen schon viel Erfahrung mit der Integration von Kindern mit Beeinträchtigung, aber die wirkliche Teilhabe, also Inklusion für alle Kinder, unabhängig von Herkunft, Fähigkeiten oder Behinderungen, sei für alle Beteiligten eine Herausforderung. Ein weiteres Schlaglicht wirft der Jahresbericht auf die Willkommenskultur und Integration von Flüchtlingskindern. So werden die Kinder an der Marienschule Saarbrücken und der St. Franziskusschule Koblenz in normale Regelklassen integriert, um eine Ghettoisierung zu vermeiden. Sprachtandems, Lernpatenschaften, Projekttage und ein Forschungsprojekt stehen ebenfalls im Zeichen der Integration.

Die Schulen seien ähnlich wie die Kindertagesstätten „kirchliche Anlaufpunkte im Sinne der Synode“, erläutert Bischof Ackermann im Jahresbericht. „Wo es Vernetzungen in die Fläche hinein gibt, ist dies eine Bereicherung für alle.“ Damit steht auch für Wolfgang Müller die Richtung für die Zukunft fest: „Für die kommenden Jahre steht die Aufgabe an, im Rahmen der Umsetzung des Synodenbeschlusses die Katholischen Schulen als Ort der Kirche in den Pfarreien der Zukunft zu profilieren.“

(sb/lb)

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