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Bistum Trier
Dienstag, 29. Oktober 2019

Sinnvolle Entscheidungen für die Zukunft treffen

Premiere für den TAFF-geförderten Entscheidungsfindungs-Workshop

Traben-Trarbach – Wie darauf reagieren, wenn Auszubildende immer häufiger ihre Ausbildung abbrechen, immer mehr Jugendliche die Schule ohne Hoffnung auf einen geeigneten Ausbildungsplatz abschließen und die Betriebe zugleich darüber klagen, dass sie keine passenden Bewerber finden? In Traben-Trarbach haben sich 13 haupt- und ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer zusammengeschlossen, um diesem Negativ-Trend frühzeitig entgegen zu steuern. Für 31 Realschule-plus-Schülerinnen und -Schüler der achten Klassen ging es deshalb am vergangenen Donnerstag zum Entscheidungsfindungs-Workshop ins Heinrich-Held-Haus. Im Rahmen der TAFF-Kampagne (Talente flexibel fördern) hat die Aktion Arbeit im Bistum Trier die Veranstaltung unterstützt.

„Den Schülerinnen und Schülern fällt es zunehmend schwer, Entscheidungen zu treffen“, berichtet Schulsozialarbeiter Johannes Treitz. Das führe unter Umständen dazu, dass sie keinen geeigneten Ausbildungsplatz finden. Gemeinsam mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern entwickelte er deshalb das Konzept für den Workshop – inklusive Begleitheft, in dem die Jungen und Mädchen ihre Ergebnisse festhalten können. „In neun Stationen geben wir den Jugendlichen Strategien an die Hand, die ihnen helfen herauszufinden, was sie wirklich wollen, welche Stärken sie haben und an wen sie sich wenden können, wenn sie Rat brauchen“, erklärt Projektkoordinatorin Silke Heiseler vom Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück. Auch sei es wichtig zu lernen, mit Fehlschlägen umzugehen; sich nicht entmutigen zu lassen, wenn mal etwas nicht so läuft wie geplant.

Präzise Pläne für die Zukunft – Bauch oder Kopf?

Einige der Jugendlichen haben schon sehr genaue Pläne für die Zukunft. Joelle ist 13 Jahre alt und möchte Polizistin werden. „Mein bester Berater ist dabei mein Vater. Er unterstützt mich sehr darin und kann mir gute Tipps geben!“ Aycins großes Vorbild ist ihre Cousine, die Lehrerin ist. Bei Entscheidungen verlässt sich die 14-Jährige auf den Rat ihrer Familie. „Oder ich höre einfach mal auf mein Bauchgefühl.“ Vincenzo (14) geht eher rational an Entscheidungen ran. „Ich versuche immer, zu Ende zu denken, was auf mich zukommen wird, und wäge dann ab.“ Bereits im Alter von sechs Jahren musste er überlegen, in welcher Wohngruppe er leben möchte. „Die Erzieher haben mir sehr geholfen, die Vor- und Nachteile abzuwägen. Und jetzt weiß ich: War ne gute Entscheidung!“ Später möchte er unbedingt einen Beruf ergreifen, in dem er seiner Leidenschaft Sport nachgehen kann – „im Fitnessstudio oder bei der Bundeswehr. Das könnte ich mir gut vorstellen.“ Aus den bisherigen Gesprächen und Arbeitsaufträgen in den Stationen konnten alle drei schon gute Tipps und Gedankenanstöße mitnehmen, versichern sie.    

Synodenumsetzung im wahrsten Sinne

„Was wir hier tun, ist im wahrsten Sinne Synodenumsetzung“, erklärt Armin Surkus-Anzenhofer, Pastoralreferent im Dekanat Wittlich. „Wir haben erkannt, dass es in einem bestimmten Sozialraum Unterstützungsbedarf gibt. Daraufhin haben sich verschiedene Akteure aus diesem Sozialraum zusammengeschlossen und arbeiten Hand in Hand. Schule, Verbandsgemeinde, Kirche und mobile Jugendarbeit ziehen an einem Strang.“ In Surkus-Anzenhofers Station überlegen die Jugendlichen gemeinsam, welche Entscheidungen sie schon in ihrem Leben getroffen haben und was sie dabei ermutigt hat. Zum Teil mussten sich die jungen Menschen schon früh existenziell entscheidenden Fragen stellen, berichtet der Pastoralreferent. Fragen wie „Bleibe ich bei Vater und Mutter oder möchte ich in einem Heim leben?“ seien harte Entscheidungen, mit denen sie jetzt leben. „Hier machen wir ihnen Mut und erklären ihnen, dass sie mit demselben Rüstzeug, mit dem sie diese schwierigen Entscheidungen getroffen haben, auch die weiteren Herausforderungen meistern können.“ Und falls es doch zu Rückschlägen kommt, können sich die Jugendlichen auf Strategien besinnen, die sie sich an der Plan-B-Station erarbeiten. „Hier lernen sie, aus Scheitern gescheiter werden.“

Der Workshop ist ein weiterer Baustein im Ausbildungspatenprojekt, das das Dekanat Wittlich und der Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. organisieren. Beteiligt waren sechs ehrenamtliche Ausbildungspaten, drei Mitarbeiterinnen des Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e.V.: Silke Heiseler (Projektkoordinatorin), Eva Heitkötter und Claudia Engler (beide Suchtprävention), Armin Surkus-Anzenhofer vom Dekanat Wittlich, Johannes Treitz (Schulsozialarbeiter an der Realschule plus Traben-Trarbach), Alexandra König (Berufseinstiegsbegleiterin an der Realschule plus Traben-Trarbach) und Patrycja Murawska (Jugendpflegerin in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach).

Die Kampagne TAFF – Talente flexibel fördern – von der Aktion Arbeit im Bistum Trier fördert ein Jahr lang sechs unterschiedliche Projekte, deren Ziel es ist, Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf eine gute Ausbildung zu ermöglichen und ihnen in schwierigen Übergangsphasen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Weitere Informationen zu den Projekten gibt es auf www.aktion-arbeit.de. Alle Spenden, die bis zum 1. August 2020 eingehen, werden von Bischof Dr. Stephan Ackermann aus den Mittel des Bischöflichen Stuhls verdoppelt. Spendenkonto: Pax Bank Trier, IBAN: DE13 3706 0193 3001 399 011, BIC: GENODED1PAX, Stichwort: "TAFF".

(ih)

 

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